Motivator: Rudolf Wall (51) ist seit dem Jahr 2003 Co-Trainer. Im Jahr 2013 sind die Sender Ringer zur Mannschaft des Jahres gekürt worden. Schüler und Erwachsene trainieren in der Turnhalle der Grauthoffschule Kraft, Technik und Ausdauer. - © FOTO: KARIN PRIGNITZ
Motivator: Rudolf Wall (51) ist seit dem Jahr 2003 Co-Trainer. Im Jahr 2013 sind die Sender Ringer zur Mannschaft des Jahres gekürt worden. Schüler und Erwachsene trainieren in der Turnhalle der Grauthoffschule Kraft, Technik und Ausdauer. | © FOTO: KARIN PRIGNITZ

Schloß Holte-Stukenbrock Das Erfolgsgefühl toppt alles

FRAGEN-DOMINO (5) Rudolf Wall, Ringertrainer bei Schwarz-Weiß Sende

Stellt diesmal die Fragen: Christoph Leo. - © ARCHIVFOTO: PRIGNITZ
Stellt diesmal die Fragen: Christoph Leo. | © ARCHIVFOTO: PRIGNITZ

Schloß Holte-Stukenbrock. Fragen, die sie immer schon einmal loswerden wollten, stellen Schloß Holte-Stukenbrocker anderen Bürgern der Stadt. Diese Mal will Berufsmusiker Christoph Leo so einiges von Rudolf Wall erfahren.

Rudolf, Du bist schon seit Jahren als Trainer der Ringerabteilung des SW Sende tätig. Wie unterscheidet sich der Trainingsablauf in Sende von Deinem Training als junger Ringer in Russland?

RUDOLF WALL: In Deutschland ist das Training wesentlich lockerer. Sobald man härter trainiert, so wie in Russland, verlieren viele ihre Motivation. Außerdem fanden öfter Trainingseinheiten statt, was in Deutschland nicht leicht zu realisieren ist.

In Deiner alten Heimat hat das Ringen ja einen anderen Stellenwert als in Deutschland. Kann man das mit der Fußballverrücktheit der Deutschen vergleichen?

WALL: In einigen Regionen wie zum Beispiel dem Kaukasus hat Ringen einen ähnlichen Stellenwert. In anderen wiederum ist das ein normaler Sport wie jeder andere auch.

Du hast in Russland professionell gerungen. Wie sah Dein Alltag aus?

WALL:
Zu meinen Topzeiten hatte ich bis zu 17 Trainingseinheiten pro Woche. Während der Schulzeit hatte ich von 7 bis 8 Uhr und dann noch einmal von 9 bis 11 Uhr Training, von 13 bis 18.30 Uhr Schule und von 19 bis 21.30 Uhr wieder Training. Zu Studienzeiten war es ähnlich aufgebaut.

Was hast Du von dem großen Land gesehen?

WALL: Pro Jahr nahm ich an acht bis neun großen Turnieren teil. Zu diesen Zeiten war ich von der Schule und Universität freigestellt. Gesehen habe ich Städte von Ivano-Frankovsk nahe der slowakischen Grenze bis Karaganda vier Zeitzonen westlich von Moskau.

Hattet ihr Kontakt zu anderen Ringernationen?

WALL: Ich persönlich habe international keine Kämpfe bestritten.

In Deutschland ist das Ringen ja unpopulär geworden. Es wurde sogar erwägt, ihn als älteste Olympische Disziplin aus den Olympischen Spielen heraus zu nehmen. Was kann ihn Deiner Meinung nach wieder nach vorne bringen?

WALL: Für uns wäre es einfacher, es populärer zu machen, wenn wir eine separate Trainingsstätte hätten. Dies ist aber leider finanziell nicht möglich. Dadurch sind wir an die Zeiten in der örtlichen Sporthalle gebunden und können dementsprechend nicht unser Trainingsprogramm intensivieren. Außerdem ist es ein großes Problem, dass Jugendliche sich nicht an diese Herausforderung trauen. Natürlich ist dieser Sport sehr kraftintensiv und fordert viel Disziplin, jedoch ist vielen nicht bewusst, wie schön das Erfolgsgefühl ist.

Warum sollten sich junge Menschen, die einen Kampfsport ausüben möchte, bei Euch im SW Sende anmelden?

WALL: Wir sind eine Gruppe von erfahrenen und unerfahrenen, von reiferen bis jungen Leuten und unterstützen uns immer gegenseitig. Neben dem Erfolg ist uns ein familiärer Zusammenhalt sehr wichtig. Wir organisieren gemeinsam aufwendige Turniere und bereiten uns auf Mannschaftskämpfe vor, planen aber auch oft andere Aktivitäten wie beispielsweise Weihnachtsfeiern, Zeltwochenenden und sind generell ein zusammengeschweißtes Team. Neue Leute werden bei uns immer mit offenen Armen empfangen, damit sie Teil unserer Gemeinschaft werden.

Information

Die Idee zur Serie

Beim Fragen-Domino bekommen die Bürger dieser Stadt das Wort. Und sie erhalten die Gelegenheit, jemandem Fragen zu stellen, die sie schon immer einmal loswerden wollten.

Wer interviewt worden ist, darf sich als nächstes seinen Interviewpartner aussuchen. Den Start macht die ehrenamtliche Flüchtlingshelferin Giesela Hörster. Sie wählte Wirt Jörg Grothaus. Und der befragte Arminia-Fan Egon Henkenjohann. Der Ordnungsamtsleiter wiederum wollte so einiges von Berufsmusiker Christoph Leo wissen.

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