David Odonkor war als Profi bei 23 Spielen für Alemannia Aachen, zuletzt 2012, im Einsatz. - © picture alliance / dpa
David Odonkor war als Profi bei 23 Spielen für Alemannia Aachen, zuletzt 2012, im Einsatz. | © picture alliance / dpa

Aachen Odonkor verabschiedet sich - mit Hommage an seinen berühmtesten Assist

Aachen/Steinhagen. 2006, Deutschland gegen Polen, 91. Minute, Flanke vom frisch eingewechselten Odonkor auf Neuville - "und jetzt ist es drin"! Dieses Tor steht für das Sommermärchen. Bei seinem Abschiedsspiel am Wochenende in Aachen hat "Speedy" Odonkor zur Freude von tausenden Fans noch einmal die Erinnerung aufgefrischt. Fünf Jahre nach seinem letzten Profi-Spiel sagte der 16-malige Nationalspieler am Samstag im Aachener Tivoli endgültig Tschüss. Für sein Abschiedsspiel trat das Team "Bundesliga & Friends" unter anderem mit Ailton, Dede, Jan Koller, Hans Sarpei gegen "Odos Nationalteam" unter anderem mit Tim Wiese, Mario Basler, Torsten Frings, Christoph Metzelder und Kevin Großkreutz an. David Odonkor, der mit seiner Familie in Steinhagen lebt, wollte bei seinem Abschiedsspiel an das Sommermärchen von 2006 erinnern. Gelungen ist es dem Tor-Duo bereits 39 Sekunden nach Anpfiff: „Wir haben vorher drüber gesprochen, es irgendwann im Spiel zu machen. Dass es dann gleich bei der ersten Aktion klappt, hätte ich nicht gedacht", sagte Odonkor. Neuville meinte: „Die Vorlage war noch besser als damals. Diesmal musste ich zum Glück nicht grätschen." Schmerzhafter Abschied des Bünders Insgesamt kamen 22 Tore bei der Partie in Aachen zustande. Die Mannschaften trennten sich 11:11. Dabei konnte der 34-jährige gebürtige Bünder trotz Schmerzen nach zwölf Knie-Operationen 90 Minuten durchhalten.„Ob ich jetzt Schmerzen habe, interessiert niemanden. Ich habe vorher eine Tablette genommen, dazu kam das Adrenalin und dann habe ich mich durchgebissen", sagte Odonkor, nachdem er vier Tore geschossen hatte. 10.000 begeisterte Zuschauer und viel Lob von den Kollegen gab es am Ende. „Er war der schnellste Spieler, den ich je gesehen habe", sagte der extra aus Brasilien gekommene Dede: „Er hat rechts offensiv gespielt, ich links defensiv. Da war jedes Training ein Kampf." Der frühere Torschützenkönig Ailton meinte: „Er war einer der wenigen Spieler, die nicht langsamer waren als Kugelblitz Ailton." Christoph Metzelder lobte Odonkor als „ganz lieben Kerl, der die reingegrätsche Flanke quasi erfunden hat". Auch der Ur-Dortmunder Kevin Großkreutz erinnerte sich sofort an das Polen-Spiel: „Ich habe es damals auf dem Friedensplatz verfolgt und bei seiner Vorlage zum Tor bin ich völlig ausgeflippt." Torsten Frings, der 2006 im Kader stand, erinnert sich: „Als er nominiert wurde, konnte ich das gar nicht glauben. Aber dann hat er es allein durch diese eine Szene rechtfertigt."

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