SHS Integration ist Chefsache

NRW-Minister Guntram Schneider würdigt Vorreiterrolle des Kreises Gütersloh

Rund 250 Gäste waren der Einladung zur ersten Integrationskonferenz im Kreis Gütersloh gefolgt. Sie waren begeistert von der Rede des NRW-Integrationsministers Guntram Schneider. - © FOTO: NW
Rund 250 Gäste waren der Einladung zur ersten Integrationskonferenz im Kreis Gütersloh gefolgt. Sie waren begeistert von der Rede des NRW-Integrationsministers Guntram Schneider. | © FOTO: NW

Schloß Holte-Stukenbrock. Wer keinen Schulabschluss mache, finde keine Lehrstelle. Wer keine Ausbildung mache, finde keinen Job. Und wer keine berufliche Perspektive habe, der sei auf staatliche Unterstützung angewiesen. Guntram Schneider, NRW-Minister für Arbeit, Integration und Soziales, sprach auf der ersten Integrationskonferenz im Kreis von einer "teuflischen Kette" die durchbrochen werden müsse, dies gelinge über die Bildung. Das hat sich auch das Team von Manfred Flocke zum Ziel gesetzt. Auf der Integrationskonferenz stellten sich der Leiter des Kommunalen Integrationszentrums und seine sechs Mitarbeiter vor.

Nicht umsonst ist das Integrationszentrum in der Abteilung "Schule, Bildungsberatung und Sport" im Bildungsbüro angesiedelt. Landrat Sven-Georg Adenauer begrüßte im Interview mit Moderatorin Brigitte Büscher die Gründung des Integrationszentrums. Anfangs habe es auch kritische Stimmen gegeben. "Das ist eine Herkulesaufgabe", meinte Adenauer und wünschte dem weitestgehend vom Land NRW finanzierten Team so gute Arbeitsfortschritte, "dass sie in zehn Jahren gar nicht mehr benötigt werden. Aber das bleibt wohl ein Traum". Ein Kreis, dem es so gut gehe wie dem Kreis Gütersloh, sei besonders verpflichtet, sich zu engagieren, meinte der Verwaltungschef. Er musste nicht lange warten, bis er dafür gelobt wurde. Minister Schneider erinnerte daran, dass der Kreis Gütersloh einer der ersten Kreise im Land war, der sich um die Einrichtung eines solchen Integrationszentrums beworben habe. Der Besuch des gebürtigen Isselhorsters Schneider war also nicht nur eine Reise in die alte Heimat, sondern der Vorreiterrolle des Kreises Gütersloh geschuldet. "Mir zeigt das, dass Sie, Herr Adenauer, die Integrationsarbeit ernst nehmen und zur Chefsache machen."

Das Team stellte vor rund 250 Gästen im voll besetzten großen Sitzungssaal des Kreishauses Gütersloh seine Arbeitsschwerpunkte dar: "Der Bildung und der Sprache kommt die Schlüsselrolle zu", erklärte Flocke. Die komplette Bildungsbiographie, vom Kindergarten bis zum Abschluss, wird dabei in den Blick genommen. Ziel müsse es sein, die Zahl der qualifizierten Bildungsabschlüsse bei jungen Menschen mit Migrationshintergrund zu erhöhen. Minister Schneider hatte daran erinnert, dass die Zahl der Schüler ohne Abschluss in dieser Bevölkerungsgruppe doppelt so hoch sei wie im Durchschnitt. "Das ist allein volkswirtschaftlich ein Muss, denn wir haben keine anderen Menschen", sagte der SPD-Minister mit Verweis auf Ruhrgebietsstädte, in denen der Anteil der jungen Menschen mit Migrationshintergrund unter 25 Jahren bereits bei rund 50 Prozent liegt. "Geben Sie diesen Menschen mehr Chancen, sie werden die künftigen Träger dieser Gesellschaft sein."

Ziel des Integrationszentrums ist im Schwerpunktbereich "Bildung" die durchgängige Sprachbildung sowie die Förderung der Erziehungskompetenz und im Schwerpunktbereich "Querschnittsaufgaben" die interkulturelle Öffnung der Verwaltung sowie Maßnahmen im Bereich der Ausbildung und Beruf. Dabei ist die bisher geleistete Integrationsarbeit in den 13 Kommunen zu koordinieren, um Doppelstrukturen zu vermeiden.

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