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Schloß Holte-Stukenbrock Multi-Kulti im Gartenhallenbad

Muslimische Frauen dürfen im Burkini schwimmen

VON GUNTER HELD
29.05.2013 | Stand 29.05.2013, 11:37 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Das Nebeneinander unterschiedlicher Kulturen ist auch in Schloß Holte-Stukenbrock längst Realität. Und das bringt manchmal Schwierigkeiten mit sich. In der Sitzung des Demographie-, Sozial- und Integrationsausschusses wurde darüber diskutiert, was geschehen muss, wenn muslimische Frauen schwimmen möchten.

Um auch dieser Bevölkerungsgruppe die Möglichkeit zu bieten, das Schwimmbad zu besuchen, hatte der Seniorenbeirat angeregt, den bereits bestehenden Damenbadetag, montags von 15.15 bis 17.15, so zu gestalten, dass auch den religiös-moralischen Grundsätzen des Islams Genüge getan wird.

In Gesprächen zwischen Fachbereichsleiter Olaf Junker, dem Integrationsbeauftragten Metin Eser und dem Seniorenbeirat hatte man sich darauf verständigt, dass die muslimischen Frauen per Anruf im Schwimmbad klären sollen, ob ausschließlich weibliches Personal Aufsicht führt. Die Kleidungsvorschriften seien kein Problem, sagte Junker im Gespräch mit derNeuen Westfälischen.

"Wir haben den Burkini seit zwei oder drei Jahren als Badekleidung anerkannt." Eine Umstrukturierung der Organisation der Schwimmaufsicht lehnte er ab. "Wir haben eine weibliche Schwimmaufsicht und die ist, wie ihre männlichen Kollegen, in den Schichtplan eingebunden. Theoretisch hat sie alle drei Wochen montags während des Damenschwimmens Dienst", erklärt Junker. Doch Urlaub und Krankheit bringe den Schichtplan regelmäßig durcheinander. Sicherheit bringe ein Anruf bei der Badaufsicht, Tel. 92 18 87.

Etwa 30 muslimische Frauen

Integrationsbeauftragter Metin Eser informierte die Ausschussmitglieder, dass es in der Stadt etwa 30 muslimische Frauen gebe. Die Hälfte davon könne schwimmen. Er halte aber zwei Stunden für eine zu kurze Zeitspanne. Drei Stunden wären besser.

Dafür plädierte auch Marion Herzog, die auch noch wusste, dass das Bad während des Damenschwimmens lediglich zur Hälfte zur Verfügung stünde. Auch die Rheumaliga habe während dieser Zeit ihren Kursus. Sie regte weiterhin an, die DLRG zu fragen, ob von dort Frauen als Aufsicht gestellt werden könnten.

Schließlich einigten sich die Mitglieder des Ausschusses darauf, es in der besprochenen Form zu versuchen, ohne die Schwimmzeit auf drei Stunden auszuweiten. Eine früher diskutierte Variante, die großen Fenster zu verhängen, wurde einhellig abgelehnt.
      

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