0
Da zwei Drehleitern vor Ort waren, die zweite ist wegen des Rauchs nicht zu sehen, konnte die Feuerwehr wirksam die umliegenden Gebäude schützen, die durch Funkenflug stark gefährdet waren. - © FOTO: ANDREAS EICKHOFF
Da zwei Drehleitern vor Ort waren, die zweite ist wegen des Rauchs nicht zu sehen, konnte die Feuerwehr wirksam die umliegenden Gebäude schützen, die durch Funkenflug stark gefährdet waren. | © FOTO: ANDREAS EICKHOFF

SCHLOß HOLTE-STUKENBROCK 18 Stunden Löscheinsatz

Feuerwehr sägt Löcher ins Eis, um genug Wasser zu bekommen

VON ANDREAS EICKHOFF
13.02.2012 | Stand 12.02.2012, 19:15 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Ein Großbrand hat am Samstagmorgen das Wohn- und Stallgebäude des Reiterhofs Hachmann Am Furlbach in der Stukenbrocker Senne in Schutt und Asche gelegt. Auch ein massiver Feuerwehreinsatz mit den Löschzügen Schloß Holte, Stukenbrock und Hövelhof konnte den Totalschaden an Stallung und Wohnhaus nicht verhindern - Menschen und Tiere kamen nicht zu Schaden.

Der Hofbesitzer hatte den Brand kurz vor acht Uhr bemerkt und sofort den Feuerwehr-Notruf gewählt. Aufgrund der genauen Beschreibung ("Flammen schlagen aus dem Dach") konnte der Leitstellendisponent sofort Großalarm für die Löschzüge Schloß Holte und Stukenbrock auslösen. Noch vor dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte wurden sechs Pferde aus dem Stall gerettet.

In den 2.000 dort gelagerten Heuballen fand das Feuer reichlich Nahrung und breitete sich schnell aus. Nur mit Mühen gelang es den Feuerwehrleuten, die noch Unterstützung von den Kameraden aus Hövelhof erhielten, den Brand auf das betroffene Hauptgebäude zu begrenzen. "Durch die große Hitze und den Funkenflug waren die angrenzenden Gebäude stark gefährdet", berichtete am Sonntagmorgen der Schloss Holter Löschzugführer Andreas Atehens.

So wurden mit vier leistungsfähigen Pumpen mehrere tausend Liter Löschwasser pro Minute an den Brandherd befördert. Dazu wurden kurzerhand in die rund 50 Zentimeter dicken Eisplatten der beiden großen Seen in der Nachbarschaft mit einer Motorsäge Löcher geschnitten, der Furlbach vom Löschzug Hövelhof aufgestaut. "Größere Probleme mit der Wasserversorgung hatten wir hier nicht", bestätigte Athens am Sonntag weiter.

Nach etwa einer Stunde hatten die 120 Feuerwehrleute den Brand so weit unter Kontrolle, dass er sich nicht mehr unkontrolliert ausdehnen konnte. Dabei half auch der Einsatz der beiden Drehleitern aus Schloß Holte und Hövelhof, um eine so genannte "Riegelstellung" aufzubauen und das brennende Gebäude gegenüber den anderen abzuriegeln. Erst gegen 12 Uhr rückten die ersten Einsatzkräfte wieder ab.

Doch ein Ende der Löscharbeiten, die bis in die tiefe Nacht um 2 Uhr andauerten, war noch lange nicht in Sicht. Zwar bereitete nach Athens Angaben die auf dem Dach des Wohnhauses montierte Photovoltaik-Anlage wenig Schwierigkeiten, doch nachdem der Brand weitestgehend gelöscht war, musste der Dachboden mit den 2.000 Ballen Heu komplett abgeräumt werden. Mit Hilfe eines Baggers und zweier Radlader wurde das Futter der Tiere auf einer angrenzenden Wiese ausgebreitet, kleinere Glutnester abgelöscht. Dazu mussten einige Gebäudeteile und der Dachstuhl teilweise abgerissen werden.

Zwischenzeitlich waren zwei Besprechungscontainer des Kreisfeuerwehrverbandes nach Stukenbrock gebracht worden, damit sich die Feuerwehrleute zwischendurch aufwärmen konnten.
Während die drei Hausbewohner bei Verwandten Unterschlupf gefunden haben, wurden die Pferde bei Nachbarn untergebracht.

Weder zur Brandursache noch zur Schadenshöhe konnten am Wochenende Angaben gemacht werden. Vor Ort informierte sich Bürgermeister Hubert Erichlandwehr, Mitarbeiter des Ordnungsamtes sowie der Unteren Wasserbehörde des Kreises Gütersloh über die Löscharbeiten.

Am Sonntagvormittag wurde der Löschzug Schloss Holte für Nachlöscharbeiten alarmiert, knapp zwei Stunden waren die Helfer beschäftigt. Am Nachmittag hielten ihre Stukenbrocker Kameraden noch eine Brandwache.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group