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Das Feuerwerk zum Abschluss des Pollhans-Festes könnte um die Hälfte reduziert werden. - © Besim Mazhiqi
Das Feuerwerk zum Abschluss des Pollhans-Festes könnte um die Hälfte reduziert werden. | © Besim Mazhiqi

Schloß Holte-Stukenbrock Pollhans-Feuerwerk in Schloß Holte-Stukenbrock soll kürzer werden

Das Jugendparlament bringt einige Anträge in die lokale Politik ein. Es geht um Tempo 30 auf der Holter Straße, ein flexibleres Nahverkehrssystem, unterhaltsames Open-Air-Kino und das Abschlussfeuerwerk zur Pollhanskirmes.

Sigurd Gringel
29.01.2020 | Stand 30.01.2020, 08:11 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Das Wochenende im Bildungshaus „Haus Neuland" war produktiv. Neun Mitglieder des Jugendparlamentes haben dort von Freitag bis Sonntag Ideen zusammengetragen und einige Anträge für die Lokalpolitik formuliert. Sie machen Vorschläge für den Öffentlichen Personennahverkehr, zu einem Open-Air-Kino und Pollhans.

Verkehr

Jugendparlamentsvorsitzende Jennifer Kleinemas spricht von einer „Herzensangelegenheit". Franka Fockel ergänzt, dass „beim ÖPNV endlich ein Umdenken stattfinden muss". Statt starre Busverbindungen auszubauen, schlägt das Jupa flexiblere Anbindungen vor. „On-Demand-Ridepooling" steht für eine Mischung aus Kleinbus und Sammeltaxi.

Der Clou daran ist, dass Fahrgäste das System über eine App steuern können. Sie wählen virtuelle Haltestellen zum Einstieg aus, ein Algorithmus berechnet dann den optimalen Weg, um möglichst viele Fahrgäste über eine kurze Strecke ans Ziel zu bringen. Das würde eine Entlastung für den Verkehr bringen und kostenaufwendige Baumaßnahmen überflüssig machen, findet das Jugendparlament. Es hofft, dass die Stadtverwaltung Möglichkeiten zur Umsetzung der Idee prüft.

Vor Franka Fockel (v. l.), Henri Lindner und Jennifer Kleinemas liegen die Anträge, die das Jugendparlament bei einem gemeinsamen Wochenende im Bildungshaus „Haus Neuland“ ausgearbeitet hat. Damit beschäftigen sich demnächst die Fachausschüsse. - © Sigurd Gringel
Vor Franka Fockel (v. l.), Henri Lindner und Jennifer Kleinemas liegen die Anträge, die das Jugendparlament bei einem gemeinsamen Wochenende im Bildungshaus „Haus Neuland“ ausgearbeitet hat. Damit beschäftigen sich demnächst die Fachausschüsse. | © Sigurd Gringel

Um Mobilität geht es auch beim Thema „Disco-Taxi". Junge Menschen haben jetzt schon – weil es keinen Nachtbus gibt – die Möglichkeiten, für einen Euro einen Fünf-Euro-Taxi-Gutschein bei der Stadt zu kaufen. Einsetzbar für die Fahrt nach Sennestadt. 2018 geschah das dreimal, 2019 einmal. Die Clubszene habe sich verlagert, argumentieren die Jugendlichen. Ziel sei nicht mehr nur Bielefeld, sondern vor allem das Déjà-vu in Verl. Das Jupa fordert Taxi-Gutscheine für die Strecke nach Verl, und das Erwerbsalter solle auf 16 Jahre herabgesenkt werden. Bisher seien viele Jugendliche darauf angewiesen, dass die Eltern fahren, oder sie gehen die unbeleuchtete Schlossstraße zu Fuß. Zum Bahnhof Schloß Holte sind es 3,5 Kilometer.

Als dritten Verkehrsantrag schlägt das Jupa Tempo 30 auf der Holter Straße vom Kreisverkehr Dechant-Brill-Straße bis zum Rathaus vor. Einige Abschnitte sind jetzt schon verkehrsberuhigt. Zur Sicherheit und Abgasreduktion kommt hinzu, sagt Henri Lindner, dass Tempo 30 einen hinnehmbaren Zeitverlust von weniger als einer Minute verursache. Allerdings muss der Kreis Gütersloh eingebunden werden. Die Holter Straße ist eine Kreisstraße.

Pollhans

Ein Feuerwerk verursacht Unmengen an Feinstaub und Lärm, der nicht selten Tiere in Panik versetzt. Weil aber das Abschlussfeuerwerk zur Pollhanskirmes viele Menschen anzieht und ihnen Freude bereitet, will das Jupa es nicht abschaffen, sondern um die Hälfte auf fünf Minuten reduzieren. „Es wäre ein symbolisches, aber auch wirkungsvolles Zeichen für den Umweltschutz", heißt es im Antrag des Jugendparlamentes.

Open-Air-Kino

Im Sommer 2019 hat erstmals ein Open-Air-Kino im Bürgerpark stattgefunden. Mit der Resonanz ist das Jugendparlament nicht zufrieden. Etwa 70 Gäste haben sich bei freiem Eintritt die beiden Filme „BlacKKKlansman" und „Get out" angesehen. Möglich gemacht hat die Veranstaltung Geld aus dem Projekt „Partnerschaft für Demokratie SHS". Das hatte aber einen Haken. „Wir waren bei der Filmauswahl eingeschränkt", sagt Franka Fockel. Es musste um das Thema „Rassismus" gehen.

Die Jugendlichen wollen nicht immer einen Bildungsauftrag erfüllen, sagen sie, sondern einfach mal einen unterhaltenden Film sehen. Deshalb beantragen sie 3.000 Euro für ein Open-Air-Kino 2020, bislang haben sie ein Budget von 2.000 Euro. Doch allein die Technik und die Filmleihe würde 2.500 Euro kosten, hinzu kommen Kosten für Mülltonnen, WC-Anlagen und einen Sicherheitsdienst.

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