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Henri Lindner (v.l.), Jennifer Kleinemas und Franka Fockel vom Jugendparlament treten für die jungen Leute ein, wollen aber auch die Älteren mit auf den Weg nehmen. - © Sabine Kubendorff
Henri Lindner (v.l.), Jennifer Kleinemas und Franka Fockel vom Jugendparlament treten für die jungen Leute ein, wollen aber auch die Älteren mit auf den Weg nehmen. | © Sabine Kubendorff

Schloß Holte-Stukenbrock Das Jugendparlament mischt mit

Nach einem halben Jahr ziehen Vorsitzende Jennifer Kleinemas (16) und ihre Mitstreiter Franka Fockel (17) und Henri Lindner (18) eine erste Bilanz. Sie fällt positiv aus. Und die jungen Leute wollen noch viel mehr.

Sabine Kubendorff
27.12.2019 | Stand 27.12.2019, 17:39 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Als ein unerwartet zäher Streiter hat sich das Jugendparlament (Jupa) in den vergangenen Monaten erwiesen – aus Sicht der arrivierten Politiker. Denen ist noch nie untergekommen, dass junge Leute, die meisten noch nicht einmal volljährig, ihnen in außerparlamentarischer Runde einen Kompromiss abringen, in diesem Fall – wie berichtet – zum Klimaschutz. „Das ging hart an unsere Grenze“, sagt die 16-jährige Jupa-Vorsitzende Jennifer Kleine-mas, die zusammen mit Henri Lindner (18) am Verhandlungstisch saß. Aber sie hätten durchbekommen, ergänzt er, dass nicht nur eine festgelegte Maßnahmenliste abgearbeitet, sondern die Liste stets fortgeschrieben werde. Ein Erfolg, auf dem sich die jungen Leute nicht ausruhen wollen.

Politik, sagt Franka Fockel (17), sei total spannend. Wenn ihr auch missfällt, dass „Politiker aus Prinzip gegeneinander sind“. Einig sind sich die Kommunalpolitiker, dass den jungen Leuten Respekt gebührt und ihr Anliegen berechtigt ist. „Bleibt politisch“, hat jüngst FDP-Fraktionssprecher Thorsten Baumgart Mitgliedern des Jupa zugerufen, die die letzte Ratssitzung des Jahres als Zuhörer verfolgt hatten. Politisch bleiben – genau das gedenkt das Jupa zu tun. Ihr nächster Antrag wird demnächst im Ordnungsausschuss diskutiert. Er ist förmlich korrekt („Das haben wir uns einfach abgeguckt“) und schlüssig begründet. Es geht um die Verbesserung des ÖPNV.

Wie berichtet, hatte kürzlich auch der CDU-Nachwuchs Vorschläge gemacht, wie das Bahnhofsumfeld verbessert werden kann, und die CDU will die Tarifstruktur der Sennebahn überprüfen lassen. „Schön“, sagt Franka Fockel, „dass sich auch die CDU mit dem Thema ,ÖPNV’ auseinandersetzt.“ Aber ihr und ihren Mitstreitern im Jupa geht das nicht weit genug. Deshalb beantragen die Jugendlichen:

´ Ein Konzept zur Effizienzsteigerung des ÖPNV. Es geht um Anpassungen im Streckennetz, den Takt der Busse und der Bahn sowie günstige Tarife, die die Autonutzung quasi vergessen machen.

Nächstes Projekt: Der ÖPNV soll attraktiver werden

Sie begründen die Notwendigkeit solcher Maßnahmen mit Angaben aus dem Bericht der städtischen Klimaschutzmanagerin Stefanie Schäfer. 34 Prozent der Treibhausgas-Emission verursachen in SHS Autos. Nur 13 Prozent der Bevölkerung nutzt den ÖPNV, überwiegend aber nur auf dem Weg zur Arbeit und zurück.

„Diese enttäuschenden Zahlen und Fakten über den Stellenwert des lokalen ÖPNV in Verbindung mit dem hohen Anteil des Verkehrs an der Erzeugung klimaschädlicher CO2-Emissionen in SHS sind für uns der Anlass zu diesem Antrag.“ Unterschrieben hat ihn Jupa-Vorsitzende Jennifer Kleinemas, ausgearbeitet wurde er von Henri Lindner.

Jugendtreffpunkte, Klimanotstand und jetzt also ÖPNV – mit diesen Themen ist das Jugendparlament bisher an die Politik herangetreten. Und bereits Anfang nächsten Jahres werden die jungen Leute ein ganzes Wochenende damit verbringen, neue Projekte zu planen. Den nächsten Antrag kündigen sie für Februar an. Und Jupa-Mitglied Kevin Schmid hat bereits eine Ortsgruppe der Bewegung „Fridays for Future“ gegründet.

Das Jugendparlament, das zuletzt weniger aktiv war, mischt mit der neuen Garde, die im Sommer angetreten ist, jetzt also wieder mit. Das Jupa, sagt Franka Fockel, „ist eine total coole Möglichkeit, ein gutes Organ, um etwas durchzusetzen. Nur weil wir jung sind, heißt das ja nicht, dass wir keine Meinung haben.“

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