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Schloß Holte-Stukenbrock Die Geschichte der Fahrrad-Familie Fulland

Als es in Sende noch eine Fahrradproduktion gegeben hat. Kurzzeitig gab es einen Abstecher zum Autohandel.

Karin Prignitz
03.12.2019 | Stand 03.12.2019, 18:38 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Fahrrad Fulland hat eine lange Tradition. Das Gründungsjahr 1890 ist nur bekannt durch den Aufdruck auf alten Firmenbögen. Heinrich Fulland, der Großvater von Klaus Fulland, war es, der als Schmied auf seinem Hof Am Landerbach in Sende mit der Fahrradproduktion begonnen hat. Gerne wird noch heute die Geschichte vom gefällten Pflaumenbaum erzählt, auf den Heinrich Fulland I. einst seinen Amboss geschraubt haben soll. Bereits 1915 ging der Fahrradbau als Manufaktur in Betrieb. Legendärer Name Ende der 20er Jahre wurden in echter Pionierarbeit auch Motorräder gebaut – in Einzelanfertigung. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm der Sohn, ebenfalls Heinrich, den Betrieb. Weil zu dieser Zeit Materialmangel herrschte, wurden Fahrräder aus einem Umkreis von 30 Kilometern abgeholt, komplett zerlegt und aufgearbeitet. Doch die Zeiten besserten sich, und schon bald wurden neue Räder unter dem bis heute legendären Namen „Freudenrad“ produziert, in den 50er Jahren dann auch wieder Motorräder und Motorroller verkauft. Nach einem kurzzeitigen Ausflug in den Autohandel wurde 1962 auch die Fahrradproduktion eingestellt. Heinrich Fulland II. betrieb einige Jahre lang eine Tankstelle, kehrt dann aber zu seinen Wurzeln zurück, als der Mofa-Boom einsetzte. Klaus Fulland, Sohn von Heinrich II., stieg 1975 in die Firma ein. Noch während er sich in der Ausbildung zum Zweiradmechaniker befand, machte er sich in Schloß Holte zunächst in gemieteten Räumen selbstständig. Mountainbike Schon wenige Jahre später baute er seinen eigenen Betrieb an der Holter Straße. Bruder Heinrich (III.) übernahm den väterlichen Betrieb auf dem Hof in Sende. Der Fokus lag auf Motorrädern und Motorrollern – bis das Mountainbike kam. In der Folge wurde das Fahrradgeschäft immer wichtiger. An der Gütersloher Straße in Verl wurde im Jahr 2000 neu gebaut. Klaus Fulland eröffnete eine Filiale in Oerlinghausen, die vor fünf Jahren nach Hövelhof verlagert wurde. Henrich Fulland, Sohn von Heinrich III., eröffnete ein weiteres Geschäft in Gütersloh. An den vier Standorten bietet Fulland auf insgesamt 4.000 Quadratmetern Verkaufsfläche die ganze Welt des Fahrrads: vom Laufrad für Zweijährige über Holland-, City- und Trekkingräder bis zu den sportlichen MTBs, Cross-, BMX- und Rennrädern. Auch Motorisiertes steht in den Geschäften: E-Bikes liegen im Trend. Hinzu kommt das Zubehör. Zum Verkauf gehört auch der Werkstatt-Service. An den Standorten Schloß Holte und Hövelhof wird beides ab dem kommenden Jahr von der Schröder-Teams-Gruppe übernommen.

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