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Bereit für das Publikum: Monate lang haben die Darsteller des 3-Schulen-Theaters mit den Theaterpädagogen Dominik Fockel (v. l.), Gaye Mutluay und Canip Gündogdu geprobt. Drei Aufführungstermine finden in der Aula des Gymnasiums statt. - © Kristoffer Fillies
Bereit für das Publikum: Monate lang haben die Darsteller des 3-Schulen-Theaters mit den Theaterpädagogen Dominik Fockel (v. l.), Gaye Mutluay und Canip Gündogdu geprobt. Drei Aufführungstermine finden in der Aula des Gymnasiums statt. | © Kristoffer Fillies

Schloß Holte-Stukenbrock Kultwoche beginnt mit einem Theaterstück übers Lügen und Täuschen

„Vielfalt“: Die jungen Schauspieler von 3ST starten die Aktionswoche mit einer Reise in die Unterwelt. Die 16 Darstellerinnen und Darsteller probten dafür seit Mai und stärkten ihr Selbstbewusstsein, ganz nebenbei.

Kristoffer Fillies
10.11.2019 | Stand 10.11.2019, 19:01 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Sechs Tage zum Thema Demokratie und Vielfalt: Am Montag um 18.30 Uhr empfangen die acht Veranstaltungspartner der „Kultwoche der Vielfalt“ – darunter die Volkshochschule, das Evangelische Jugendhaus und der Kulturkreis – eingeladene Gäste und interessierte Besucher zum Auftakt mit Sektempfang in der Aula des Gymnasiums. Eine halbe Stunde später wird das Licht dunkel, das 3-Schulen-Theater (3ST, gesprochen: Dreist) stellt sein neues Stück vor: „Verlügt – Einmal ans falsche Gleis gestellt, schon biste in der Unterwelt“. Düster mutet also nicht nur das Bühnenbild an. Seit Mai haben sich die 16 Schülerinnen und Schüler mit den drei Theaterpädagogen Gaye Mutluay, Dominik Fockel und Canip Gündogdu einmal wöchentlich zu Proben getroffen. „Anfangs haben wir zu dem Thema Lügen und Täuschen Erfahrungen und Erlebnisse von den Spielern gesammelt“, sagt Fockel. „Viele Texte in dem Stück kommen von den Jugendlichen selbst.“ Im Vergleich zu vorherigen 3ST-Stücken habe dieses einen klareren Handlungsstrang. Das Stück vor einem Jahr, „Hand Gottes“, spielte mehr mit Collagen unterschiedlicher Theaterelemente. Fockel: „Jetzt gibt es einen richtigen Spannungsbogen.“ Nicht mehr merkwürdig Zu den acht Darstellern, die schon beim vergangenen Stück mitspielten, kamen sieben neue hinzu. Für den 16-jährigen Mika Radke vom Gymnasium ist es das erste Theaterstück. Das Spielen mit den anderen und auf der Bühne habe ihn selbstbewusster gemacht. „Ich fühle mich nicht mehr merkwürdig vor anderen, wenn ich mal ein bisschen Quatsch mache. Das lernt man hier ganz gut“, sagt er. Für Michelle Dopheide vom Gymnasium Bethel hat die Theatergruppe einen hohen Stellenwert. „Wir sind eine richtige Family“, sagt die 17-Jährige, die seit fünf Jahren bei 3ST mitmacht. Viele andere stimmen ihr mit Kopfnicken zu. „Die Proben und Theaterübungen sind lustig und machen viel Spaß“, sagt sie. „Mit Canip, Gaye und Dominik ist das kein Lehrer-Schüler-Verhältnis, sondern viel lockerer.“ Auch nach der Generalprobe lachen die Darsteller viel; jedem bringen die Theaterpädagogen Wertschätzung entgegen. Geneckt wird sich auch, aber das geht auf Kosten der Theaterpädagogen, die damit kein Problem zu haben scheinen, sondern bei den kleinen Späßchen sogar mitmachen. Nicht mehr lügen Auch im neuen Theaterstück kommt Humor nicht zu kurz, ist aber subtiler, manchmal schwarz. Die Reise beginnt mit einer ganz alltäglichen Zugfahrt, Leute aus verschiedenen Lebenslagen treffen aufeinander. Doch wo der Zug hält, hat wohl keiner der Reisenden so kommen sehen: In der Unterwelt! Auf der Bühne konfrontieren sich die Spieler mit verschiedenen Lügengeschichten und Gewissensbissen. Hilft es, Beichte abzulegen, um aus der Unterwelt freizukommen? Was davon ist wahr, was die Spieler erzählen? Ein Spiel mit wahren Lügen und gelogenen Wahrheiten. Und gibt es eine Auflösung dieses Dilemmas? Die letzten drei Proben, samt Generalprobe am Samstag, fanden auf der Bühne in der Gymnasium-Aula statt. Die bietet etwas mehr Platz sowie mehr Möglichkeiten mit Licht, Sound und einer Nebelmaschine zu arbeiten. Für Gaye Mutluay und Dominik Fockel ist es das erste Stück, das sie hauptverantwortlich, aber mit Unterstützung von Gündogdu, leiteten. Termine: Premiere: Montag, 11. November, 19 Uhr. 2. Aufführung: Dienstag, 19. November, 19 Uhr. Dernière: Mittwoch, 20. November, 19. Uhr. Der Eintritt ist frei. Um Reservierung per Mail wird gebeten unter: 3schulentheater@web.de

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