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Familienbetrieb: Lilo Brok (r.) hat das Wäsche-Geschäft an der Bahnhofstraße vor 35 Jahren von ihren Eltern Irmgard (l.) und Günter Brok übernommen. Doris Brok (2. v. l.) ist seit vielen Jahren Mitarbeiterin. - © Karin Prignitz
Familienbetrieb: Lilo Brok (r.) hat das Wäsche-Geschäft an der Bahnhofstraße vor 35 Jahren von ihren Eltern Irmgard (l.) und Günter Brok übernommen. Doris Brok (2. v. l.) ist seit vielen Jahren Mitarbeiterin. | © Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock Schloß Holter Fachgeschäft Wäsche Brok feiert 60-jähriges Bestehen

Anfangs haben Mieder und Hüfthalter zum Sortiment gehört. Vor 35 Jahren hat Lilo Brok die Geschäftsführung übernommen.

Karin Prignitz
10.11.2019 | Stand 09.11.2019, 11:34 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. „Das Ausschachten im Mai 1959 ging zügig", erzählt Irmgard Brok und deutet auf eines der alten Schwarz-Weiß-Fotos im Familienalbum. Nachbarn, Freunde und die Familie, „alle haben damals mitgeholfen", um die Vorarbeiten für den Bau des Hauses an der Bahnhofstraße 80 direkt neben ihrem Elternhaus zu leisten. Neben den Fotos hat die 89-Jährige die handgeschriebene Rechnung aufbewahrt. 418,80 DM sind dort handschriftlich vermerkt, inklusive Speisen und Getränke für die emsigen Helfer. Am 14. November 1959 haben Irmgard und Günter Brok, beide gebürtige Schloß Holter, ihren eigenen Laden eröffnet. „Verputzt war das Gebäude da noch nicht." Schreiner Röchter hatte die hölzernen Regale gefertigt. In der gläsernen Theke wurde Miederware präsentiert. Während der heute fast 92-Jährige als Nähmaschinen-Mechaniker in vielen Wäschefirmen unterwegs war und rund um den Laden die praktischen Dinge übernahm, hatte Irmgard Brok das Sagen im Textilgeschäft. In dem gab es von Oberbekleidung über Bettwäsche, Kittel, Schürzen, Pullover und Kurzwaren „von allem etwas im bunten Sortiment". Mieder, die im Rücken für die schlanke Taille „so fest geschnürt wurden, wie es ging", Hüfthalter und Corsagen, sie gehörten lange zum Sortiment. Einige Erinnerungsstücke hat Irmgard Brok behalten. Miederware nimmt Farbe an Als Tochter Lilo Brok das Geschäft im Jahr 1984 übernahm, war der Zeitgeist ein anderer. Kittel waren out, Miederware, die früher ausschließlich weiß oder hautfarben produziert wurde, nahm Farbe passend zur Kleidung an. Die 64-Jährige spezialisierte sich auf Wäsche, Miederwaren und Bademoden, ließ die Geschäftsräume neu einrichten. Ihre Ausbildung hatte sie zuvor bei Wäsche Ebertz absolviert. Nach dem Besuch der Textilfachschule in Nagold im Schwarzwald, die sie mit dem Titel Textilfachwirtin abschloss, sammelte sie zwei Jahre Berufserfahrung bei Opitz in Gütersloh, bevor es zurück in die Heimat ging. Noch unter der Regie von Geschäftsführerin Irmgard Brok war der Laden kräftig erweitert worden. „Der erste war nur halb so groß", berichtet die 89-Jährige, „in der anderen Hälfte hatte von 1959 bis 1967 die Drogerie Dirks ihr Ladenlokal". Sie musste weichen, als der Platz für das Warensortiment des Textilhauses nicht mehr ausreichte. 1997 folgten ein weiterer Anbau und eine neue Vorderfront. Lilo Brok bietet den Kunden, die längst nicht nur aus Schloß Holte-Stukenbrock kommen, auf 80 Quadratmetern gemeinsam mit Mitarbeiterin Doris Brok (sehr wohl verwandt und verschwägert) vor allem Beratung. „Jeder hat eine individuelle Figur", deshalb sei das Fachgespräch so wichtig. „Beratung ist unsere Stärke", dieser Leitsatz gilt nach wie vor. „Und wir legen Wert auf gute Qualität." Größe auf den ersten Blick erkannt Nach fast 50 Jahren im Beruf hat Lilo Brok einen Blick dafür entwickelt, was passt und was eher nicht. Mit sicherem Auge erkennt sie die Größe ihres Gegenübers sofort. Lilo Brok weiß auch, dass etwa acht von zehn Frauen in Deutschland die falsche BH-Größe tragen. Umso elementarer sei der fachfrauliche Blick darauf. Und wenn jemand kommt, der einen Bikini untenherum in Größe 38, oben herum aber ein E-Körbchen braucht? „Dann kriegen wir das auf jeden Fall hin", betont Lilo Brok, „dafür gibt es heute spezielle Firmen, mit denen wir zusammenarbeiten". Natürlich seien „gerade Wäsche und Bademoden sehr intime Bereiche." Dass der Umkleidevorhang verschämt zu bleibt, passiert heute aber eher selten. Die aktuelle Entwicklung zeige, dass Strings als ein Hauch von Nichts, wie sie vor allem junge Frauen lange bevorzugt getragen haben, „wieder auf dem Rückzug sind, heute laufen eher Pantys". Abgesetzt mit schöner Spitze oder randlos. Wichtig sei, betont Lilo Brok, sich wohlzufühlen, und auf die Qualität zu achten. Die müsse so geartet sein, „dass es nach fünf Maschinenwäschen noch ordentlich aussieht". Zum Jubiläum, das vom 14. bis 16. November gefeiert wird, gibt es bei Wäsche Brok Sonderaktionen auf die reguläre Ware.

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