0
Fachkräfte - © Andreas Fruecht
Fachkräfte | © Andreas Fruecht

Schloß Holte-Stukenbrock Firmen in Schloß Holte-Stukenbrock bilden zu wenig aus

Wirtschaftsförderer redet der Politik ins Gewissen. Die Digitalisierung muss jetzt beginnen

Sigurd Gringel
18.09.2019 | Stand 18.09.2019, 12:15 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Wie gut oder schlecht die Stadt Schloß Holte-Stukenbrock auf die Zukunft vorbereitet ist, das stellte Geschäftsführer Albrecht Pförtner von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft „pro Wirtschaft GT“ des Kreises Gütersloh jetzt den Mitgliedern des Stadtentwicklungsausschusses vor. Er riet den Politikern, sofort Maßnahmen zum Ankurbeln der Digitalisierung anzugehen. Sonst werde die Stadt bald abgehängt sein. Diese Empfehlung mochten einige Zuhörer angesichts der doch immer noch sehr guten Lage kaum glauben. Der Kreis Gütersloh und die Stadt Schloß Holte-Stukenbrock spielen laut Albrecht Pförtner beim Bruttoinlandsprodukt in der Champions League, die Entwicklung sei aber nicht mehr so dynamisch wie in den vergangenen Jahren. Zum 13. Mal liegt nun ein Strukturbericht für den Kreis Gütersloh vor. Die Analyseschwerpunkte liegen auf der Wirtschaftskraft, der Demografie und dem Arbeitsmarkt. Facharbeiter besonders betroffen „Wir müssen vor allem beim Thema Digitalisierung am Ball bleiben“, stellt Pförtner der Analyse voran. „Der Kreis Gütersloh ist aufgrund seiner Wirtschafts- und Beschäftigtenstruktur einer der hauptbetroffenen Standorte durch die Digitalisierung in Deutschland. Kommunen und Unternehmen müssen sich den Herausforderungen stellen.“ Schloß Holte-Stukenbrock zeichne sich als Facharbeiterstandort aus, doch genau diese Berufsgruppe sei durch Veränderungen durch Digitalisierung besonders betroffen. Darauf müsse akut reagiert werden. Als Handlungsempfehlung gab er den Politikern mit, sofort mit Projekten zur Digitalisierung zu starten und nicht erst umfangreiche Konzepte auszuarbeiten: alles zum Thema Digitalisierung in Stadtverwaltung und Schule voranzubringen und eigene Weiterbildungen anzubieten. Bei den Unternehmen sieht er ein deutliches Defizit bei der Ausbildung. Hier liege die Ausbildungsquote bei 3,5 Prozent. „Eine drei vor dem Komma geht gar nicht“, sagte Pförtner. Zweistellig müsse die Quote sein. „Da braucht man sich nicht über Fachkräftemangel zu beschweren.“ Er kennt ein großes Unternehmen aus Schloß Holte-Stukenbrock, das gar nicht ausbildet. Im Januar wird es einen Expertenworkshop zur Digitalisierung geben. Doch von heute auf morgen werde ein Wandel nicht zu schaffen sein. „So etwas braucht mindestens 10 bis 15 Jahre.“

realisiert durch evolver group