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Vorstandsmitglieder des VdK Schloß Holte-Stukenbrock: Friedel Hansen (v.l.), Horst Pörtner, Horst Nürnberger und Manfred Osygus. - © Sigurd Gringel
Vorstandsmitglieder des VdK Schloß Holte-Stukenbrock: Friedel Hansen (v.l.), Horst Pörtner, Horst Nürnberger und Manfred Osygus. | © Sigurd Gringel

Schloß Holte-Stukenbrock Sozialverband VdK SHS feiert 70-Jähriges: Immer mehr Menschen brauchen Beratung

Der Sozialverband VdK kann auf sein 70-jähriges Bestehen zurückblicken. Dass er gebraucht wird, zeigt die aktuelle Entwicklung. Denn immer mehr Menschen benötigen Beratung und Unterstützung.

Sigurd Gringel
15.09.2019 | Stand 16.09.2019, 09:32 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Es ist ein Verein, bei dem es auch gesellig zugehen kann. Aber an erste Stelle stehen Unterstützung und Beratung der Mitglieder. Rentner, Geringverdiener, Pflegebedürftige, Arbeitslose und Menschen mit Behinderungen - für diese Menschen setzt sich der Sozialverband VdK ein. In Schloß Holte-Stukenbrock schon seit 70 Jahren. Und die Mitgliederzahl wächst. Für den aktuellen Vorstand des Stadtverbandes ist das ein Signal, dass in der Gesellschaft ein Wandel stattfindet. Mehr Menschen benötigen Hilfe. In Schloß Holte-Stukenbrock gibt es zwei Sozialverbände, die ähnliche Ziele verfolgen, den SoVD und den VdK. Der VdK besaß bis vor elf Jahren drei Ortsgruppen. 2008 fusionierten die Schloß Holter und die Stukenbrocker zum gemeinsamen Stadtverband, der VdK Sende ist bis heute eigenständig. Sowohl der SoVD als auch der VdK wurden einst aus dem Verständnis heraus gegründet, Kriegsversehrte zu unterstützen. Der SoVD im Zuge des Ersten Weltkriegs, der VdK im Zuge des Zweiten Weltkriegs. Nach dem Krieg bildeten sich kleine Gruppen, Schicksalsgemeinschaften der Not. Im Oktober 1948 bündelte ein Landesverband Orts- und Kreisverbände unter dem sperrigen Namen "Verband der Kriegs- und Zivilbeschädigten, Sozialrentner und Hinterbliebenen von NRW". Es war der Beginn des VdK, organisatorischer Vorläufer war der Reichsbund. Längst haben sich die Mitglieder einen einprägsameren und treffenderen, aber inoffiziellen, Namen gegeben: VdK - Verein der Kümmerer. Josef Schröder war der Erste Der erste Eintritt in den VdK in den Dörfern, die heute die Stadt Schloß Holte-Stukenbrock bilden, ist für Josef Schröder im September 1949 bezeugt. Also muss es auch einen Ortsverband gegeben haben, schließt der heutige Vorstand daraus, und deshalb feiert der hiesige VdK jetzt seinen 70. Geburtstag. "In den Nachkriegsjahren setzte sich zuallererst Georg Tarras im Großraum Liemke für die einheimischen Familien und Hinterbliebenen, gefallenen Soldaten, Vertriebenen und Flüchtlinge ein", schreibt Schriftführer Horst Nürnberger in seiner Chronik. "Er gab ihnen Hoffnung und erlebte Gemeinschaft zurück." Heute hat der VdK Schloß Holte-Stukenbrock etwa 360 Mitglieder. Seit dem Zusammenschluss der beiden Ortsverbände im Jahr 2008 seien jährlich etwa zehn neue Mitglieder hinzugekommen. "In letzter Zeit sogar noch mehr", sagt Kassierer Friedel Hansen. Die neuen Mitglieder sind meist zwischen 50 und 60 Jahre alt und suchen konkrete Beratung. Fachleute beraten Der heutige Vorsitzende Horst Pörtner ist ein typischer Fall. Er brauchte Hilfe beim Antrag eines Schwerbehindertenausweises und ist in den VdK eingetreten. Den Mitgliedern stellt der Sozialverband nämlich Fachleute zur Seite, die in allen möglichen Fragen - zum Schwerbehindertenausweis, zur Erwerbsminderungsrente, zur Altersteilzeit oder zur Pflege - beraten. Oft bereite nicht der Antrag selbst Probleme, vielfach werden Wünsche und Bedürfnisse nicht berücksichtigt, und dann hilft nur der Einspruch. Der ist aber nicht so einfach. Bei regelmäßigen Treffen können sich die VdK-Mitglieder austauschen. Fest im Terminplan stehen das Grünkohlessen, die Adventsversammlung (diesmal am 30. November) und das Sommergrillfest. Darüber hinaus gibt es Fahrten. Die nächste führt am Samstag, 21. September nach Kassel zum Bergpark Wilhelmshöhe.

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