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Abgerockte Fassade: Bei der Sanierung des Realschulgebäudes für die Gesamtschule wird demnächst auch das Äußere aufgehübscht – zunächst einmal nur das, was von der Holter Straße aus zu sehen ist. Die Rückfront bleibt vorerst unberücksichtigt. Jetzt stellt sich die Frage, ob der Aula-Block, der bislang nicht auf der Maßnahmen-Liste steht, auch eine neue Fassade bekommen soll. - © Gunter Held
Abgerockte Fassade: Bei der Sanierung des Realschulgebäudes für die Gesamtschule wird demnächst auch das Äußere aufgehübscht – zunächst einmal nur das, was von der Holter Straße aus zu sehen ist. Die Rückfront bleibt vorerst unberücksichtigt. Jetzt stellt sich die Frage, ob der Aula-Block, der bislang nicht auf der Maßnahmen-Liste steht, auch eine neue Fassade bekommen soll. | © Gunter Held

Schloß Holte-Stukenbrock Weitere Millionen für Gesamtschule nötig

Zoff: Einige Finanzausschussmitglieder empören sich darüber, dass ihnen notwendige Sanierungen häppchenweise schmackhaft gemacht werden sollen. Die Verwaltung weist das zurück

Sabine Kubendorff
09.05.2019 | Stand 08.05.2019, 19:09 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Die Nachricht, dass die Naturwissenschaften der neue Schwerpunkt im pädagogischen Konzept der Gesamtschule sind und das wohl die Stadt einen mittleren sechsstelligen Betrag kosten wird, liegt gerade mal vier Wochen zurück. Jetzt wurde der Haupt- und Finanzausschuss damit konfrontiert, dass wohl weitere 1,5 Millionen Euro fällig sind, um den Aula-Block des Realschulgebäudes für die Gesamtschule zu sanieren. „Wann ist denn da ein Ende abzusehen?“, fauchte am Dienstagabend im kleinen Rathaussaal Ratsherr Martin Wildemann (CSB) in Richtung Verwaltungsbank. So richtig weiß das offenbar keiner, weil die Gesamtschule und das dazugehörige Konzept für die Verwaltung wohl noch immer eine Art Wundertüte sind, wenn man den Beigeordneten Bernhard Gebauer richtig versteht. Er machte im Haupt- und Finanzausschuss deutlich, dass weder Bezirksregierung noch externe Berater die Stadt umfassend darüber aufgeklärt hatten, welche Ansprüche zu erfüllen sind. „Wir müssen uns jetzt damit auseinandersetzen, was ist Kür und was ist Pflicht.“ Nun steht also die (energetische) Sanierung der Aula mit Nebenräumen und den darüberliegenden Klassenzimmern an, obwohl der Block vor zwei Jahren aus dem zwischen Verwaltung und Politik abgestimmten Sanierungskonzept ausgespart worden war. Aber jetzt locken Fördergelder. 26 Prozent der Kosten würde das Land übernehmen. Feine Sache, aber rechtfertigt das, etwa 1,1 Millionen aus der Stadtkasse auszugeben? Auf jeden Fall, finden SPD und Grüne. Alles müsse auf den neuesten Stand gebracht werden, erklärte im Haupt- und Finanzausschusses Marion Herzog (SPD). Und ihr Parteifreund Bruno Schmidt ergänzte: „Wir müssen der Schule die größtmögliche Chance geben, sich zu entwickeln.“ Pi-mal-Daumen-Rechnung oder Experten-Gutachten CDU, CSB und FDP sind deutlich skeptischer und genervt, weil ihnen häppchenweise immer neue Investitionen schmackhaft gemacht werden sollen. Und so richtig überzeugt von der Präsentation des Architekturbüros am Dienstagabend waren einige von ihnen auch nicht. Michael Brechmann beispielsweise lieferte sich heftige Wortgefechte mit einem Mitarbeiter des Büros darüber, wie man ermitteln kann, welche Energieeinsparungen durch die Sanierung zu erwarten seien. Brechmann wollte eine schlichte Pi-mal-Daumen-Rechnung, der Mitarbeiter bestand auf einem Gutachten, dass nur vier Büros in ganz Deutschland erstellen können. Aller Skepsis zum Trotz entschied der Ausschuss dann doch, dass die Verwaltung ein vorbereitendes Gespräch mit der Bezirksregierung suchen soll. Ohne dieses Signal hätte sich nämlich kein Mitarbeiter der Detmolder Behörde nach SHS begeben, um sich vor Ort ein Bild davon zu machen, wie sinnvoll und erforderlich die Sanierung des Aula-Blocks ist. Bürgermeister Hubert Erichlandwehr erklärte am Dienstagabend dieses Verhalten der Bezirksregierung. Die stehe schlecht da, weil viele der von ihr genehmigten Fördergelder letztlich gar nicht abgerufen würden. Über das Bauvorhaben an sich wird im Schulausschuss am 2. Juli entschieden. Bis dahin soll das Architekturbüro Voßhans eine ausführliche Liste erstellen, was wo wie und warum saniert werden sollte. Das fordert jedenfalls CDU-Fraktionsvorsitzender Lars Pankoke ein, „damit wir eventuell noch etwas streichen können“. Denn Fördergelder zu generieren, meinte sein Fraktionskollege Klaus Dirks, müsse auch wirtschaftlich sein.

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