Auf einen Blick: Die Müllsammler stehen mit Bürgermeister Hubert Erichlandwehr, Organisatorin Linda Wendt (hinten 2. v. l.) sowie Erzieherinnen und Erziehern auf dem Bauhofgelände. - © Karin Prignitz
Auf einen Blick: Die Müllsammler stehen mit Bürgermeister Hubert Erichlandwehr, Organisatorin Linda Wendt (hinten 2. v. l.) sowie Erzieherinnen und Erziehern auf dem Bauhofgelände. | © Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock Kitakinder sammeln wilden Müll

Stadtputztag: Mehr als 1.000 Teilnehmer befreien die Stadt von Unrat. Zu den auffälligsten Funden gehört eine Schreddermaschine

Schloß Holte-Stukenbrock. „Sagt mal, stehen wir hier rum oder sammeln wir Müll?" Verschnaufpausen kommen für den sechsjährigen Oti und seine Mitsammler überhaupt nicht in Frage. Schließlich gilt es, die Stadt von achtlos entsorgtem Müll zu befreien. „Die Kinder sind Feuer und Flamme", berichtet Heilpädagogin Ellen Koop von den „Jungen Wilden" von der großen Motivation der Jungen und Mädchen. Linda Wendt von der Stadt hatte im Vorfeld des Stadtputztages Kitas, Vereine, Jugendhäuser, Kirchengemeinden und Schulen angeschrieben. Die Resonanz war so groß wie im Vorjahr. „Mehr als 1.000 Personen haben teilgenommen." Kostenlos gab es Müllsäcke, Handschuhe, Warnwesten und Kappen, die im Rathaus abgeholt werden konnten. Fisseliger Dauerregen, er machte vor allem den jungen Müllsammlern nichts. „Selbst aus dem tiefsten Gestrüpp haben die Kinder Müll herausgezogen", sagt Ellen Koop. „Eine große Unterhose", erzählt eines der zehn Vorschulkinder der „Jungen Wilden" habe herumgelegen, ein Zelt, viele Flaschen, Windeln, Turnschuhe, Kleiderbügel, Scherben, Glas und ganz viel Folie. Ungewöhnliche Funde hatten auch die sechs Sammler der AWO-Kita Habichtweg vorzuweisen. „Wir haben eine Schreddermaschine entdeckt", berichtete Erzieherin Gitta Rehermann, „und eine Computermaus". »Das ist unser Friday for Future« Arbeitsschuhe, „ganz viel Einweghandschuhe", Spritzen, Unmengen an Taschentüchern und Zigarettenkippen wanderten mit Hilfe von Greifarmen ebenfalls in die orangefarbenen Mülltüten, die der Bauhof anschließend abholte. Neun Jungen und Mädchen vom „Spatz" entdeckten einen Lampenschirm, Flaschen, viel Plastikmüll und ein Puzzle. Sogar mit 22 Kindern war die AWO-Kita „Laubfrosch" unterwegs. Auffälligster Fund war hier eine Hose. Entdeckt wurden vor allem Chipstüten, Bierdeckel und ein ganzer Sack voller Müll, der herumlag. Auch einige Privatpersonen wurden zu Saubermännern und -frauen. Wolfgang Zindler und Ulla Lehmann beispielsweise bildeten eine „Zufallsgruppe" und schüttelten vor allem über volle Hundetüten in der Landschaft die Köpfe. „Das ist unser Friday for Future", zog Ulla Lehmann einen Vergleich zu den Schülerdemonstrationen für ein besseres Klima. Bauhofleiter Andreas Elbracht konnte bereits am Mittag abschätzen, dass mehr „wilder Müll" als in den Vorjahren aufgesammelt worden ist. „Wir haben jetzt schon acht Kubikmeter." Die Aktion gehe aber in der kommenden Woche noch weiter. Bürgermeister Hubert Erichlandwehr dankte insbesondere den jungen Sammlern der Kitas. Sie bekamen von Linda Wendt eine Urkunde und dürfen sich nun „Obersicherheitskraft für Umwelt und Natur" nennen. Zu den Sponsoren der Aktion gehören die Firma Tönsmeier, der Marktkauf SHS, Getränke Otto, die Fleischerei Sander, Le Picant und die Volksbank Stukenbrock.

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