Beispiel: So könnte die Infotafel für den Holter Kirchplatz aussehen. In Bild und Text wird die Entwicklung vom Industriegelände zum Wohn- und Geschäftszentrum erklärt. - © Sabine Kubendorff
Beispiel: So könnte die Infotafel für den Holter Kirchplatz aussehen. In Bild und Text wird die Entwicklung vom Industriegelände zum Wohn- und Geschäftszentrum erklärt. | © Sabine Kubendorff

Schloß Holte-Stukenbrock Infotafeln für Schloß Holte

Förderverein „Industriemuseum“: Aufgeben gibt’s nicht, auch wenn das Projekt „Museum“ geplatzt ist. Und für die Neukonzipierung der Ofenausstellung im Rathaus hätte sich der Verein eine andere Lösung gewünscht

Schloß Holte-Stukenbrock. Die CDU-Mehrheitsfraktion will nun mal kein Industriemuseum für SHS, also hat der eigens für dieses Projekt gegründete Förderverein sein oberstes Ziel verfehlt. Aber er arbeitet weiter, ganz im Sinne des Arminia-Bielefeld-Slogans: stur, hartnäckig, kämpferisch. Und zwar an vorerst kleineren Projekten. Ein Überblick. INFO-TAFELN Nach dem Bahnhofsfest am „Tag des offenen Denkmals“ im vergangenen Jahr arbeitet der Förderverein „Industriemuseum nun erneut mit der noch jungen Ortsgemeinschaft Schloß Holte zusammen. Gemeinsam wollen sie Infotafeln für Schloß Holte anschaffen, möglichst mit Hilfe eines sogenannten Heimat-Schecks der Landesregierung über 2.000 Euro. Wahrscheinlich 40x60 Zentimeter groß, mit einem Erklärstück, neuen und historischen Fotos. Zum Beispiel soll auf dem Holter Kirchplatz eine Tafel platziert werden, auf der die Entwicklung vom Industriestandort (Maschinenfabrik Stölting) zum Wohn- und Geschäftszentrum dargestellt wird. Weitere Objekte könnten sein: die ehemaligen Gaststätten Dresselhaus-Brockmann und Pollhans-Brey, die abgerissenen Fachwerkhäuser am Kreisverkehr Holter/Dechant-Brill/Tenge-Rietberg-Straße und natürlich die Holter Eisenhütte (1839 bis 1966). Denn der Förderverein „Industriemuseum“ verfolgt seinen in der Satzung festgehaltenen Zweck weiter: Die „historische Erarbeitung und Präsentation der Entwicklungsgeschichte der Holter Eisenhütte und der industriellen Entwicklung von Schloß Holte Stukenbrock im zeitgeschichtlichen und sozialgeschichtlichen Kontext“. OFENAUSSTELLUNG Der Förderverein hatte vor einem Jahr Bürgermeister Hubert Erichlandwehr seine Mitarbeit bei der Neukonzipierung der derzeit eher unattraktiven Ausstellung von Öfen, weiteren Gegenständen und Urkunden aus der Holter Eisenhütte im zweiten Foyer des Rathauses angeboten und im Sommer 2018 die Initiative ergriffen. Der Konzeptplaner des Historischen Museums Bielefeld, Michael Falkenstein, hatte „interessante Konzept-Ideen“ entwickelt, wie Vereinsvorsitzender Friedrich Dransfeld jetzt während der Jahreshauptversammlung sagte. Die Stadtverwaltung hat sich dafür aber wohl nicht interessiert. Jedenfalls ist der Vorstand des Fördervereins enttäuscht, dass die Ratsmehrheit auf Vorschlag des Bürgermeisters jetzt den wahrscheinlich teureren Weg gewählt hat. Die Stadtverwaltung hat bereits Angebote für ein professionelles Ausstellungskonzept eingeholt, die zwischen 6.000 und 17.000 Euro schwanken. Im städtischen Haushaltsplan sind 10.000 Euro für das Projekt festgeschrieben, für die Umsetzung sind dann weitere Gelder erforderlich. Und dann, sagte Friedrich Dransfeld, wäre auch die Mitarbeit des Fördervereins wieder erwünscht, „die ja wie immer ehrenamtlich erfolgt. Man kann nun die Frage stellen, ob es auch ein anderes Prozedere gegeben hätte, zügiger und kostensparender . . .“ POLLHANS-AUSSTELLUNG Heimatforscher Günter Potthoff, auch zweiter Vorsitzender des Fördervereins, hat nicht nur das Material über die Holter Eisenhütte gesammelt, Öfen angekauft und restauriert. Er verfügt auch über umfangreiches historisches (Foto-)Material über Pollhans. Die Archivgruppe sichtet es derzeit, denn am 29. September wird im Kulturforum am Altenkamp die Pollhans-Ausstellung eröffnet und dann drei Wochen zu sehen sein. Gezeigt wird auch der Film, den Lehrer Friedrich Dransfeld 1972 mit seinen Hauptschülern auf Pollhans gedreht hat. Michael Hallau, der für die Stadt die Zeitzeugen-Porträts dreht, hat zugesagt, dem Super-8-Film einen modernen Schliff zu geben. Die Ausstellung soll mit einem weiteren Heimat-Scheck finanziert werden. MOTIVATION Aufgeben gibt’s nicht, sagt sich der Vorstand des 151 Mitglieder starken Vereins. Seine Motivation schöpft er aus dem „überdeutlichen Zuspruch“ der Bevölkerung, wie Friedrich Dransfeld betonte. „Den Holter bedeutet ihre Geschichte etwas.“ Und er ergänzte: Mit Aktionen, bei denen der Verein eigenständig operieren könne, sei er erfolgreich. Und das sei ebenfalls motivierend.

realisiert durch evolver group