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Unterwegs in OWL: Derzeit bedient die Nordwestbahn die Strecke der Sennebahn (RB 74) zwischen Paderborn und Bielefeld mit Diesel-Triebwagen. - © Sigurd Gringel
Unterwegs in OWL: Derzeit bedient die Nordwestbahn die Strecke der Sennebahn (RB 74) zwischen Paderborn und Bielefeld mit Diesel-Triebwagen. | © Sigurd Gringel

Kreis Paderborn So geht's weiter mit Almetalbahn und Sennebahn

Die Bahnstrecken sind Thema im Kreistag. In beiden Fällen stehen zukunftsweisende Entscheidungen zum Betrieb an.

Jens Reddeker
28.02.2019 | Stand 27.02.2019, 19:43 Uhr

Kreis Paderborn. Der politische Wille ist deutlich zu spüren, das Schienenangebot im Kreis Paderborn zu verbessern. Neben einer möglichen Reaktivierung der Almetalbahn zwischen Paderborn und Brilon rückt auch die Modernisierung der Sennebahn zwischen Paderborn und Bielefeld ins Blickfeld. Über den aktuellen Stand beider Strecken hat Kreisdirektor Ulrich Conradi die Abgeordneten des Paderborner Kreistags in Kenntnis gesetzt. Conradi bezog sich auf die Ergebnisse der jüngsten Verbandsversammlung des Nahverkehrsverbundes Paderborn-Höxter (NPH). So soll auf der Sennebahn unter anderem geprüft werden, an welchen Stellen sich ein zweigleisiger Ausbau lohnt, um mehr Begegnungsverkehr und damit mehr Flexibilität möglich zu machen. Vor allem geht es aber um neue Antriebsarten. Der Diesel stehe beim Träger des regionalen Schienenverkehrs, dem Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), "generell auf dem Prüfstand", berichtet Conradi. Als alternative Antriebsart sei Wasserstoff "noch zu teuer", dafür scheinen akkubetriebene Züge mit der nächsten Ausschreibung der Strecke realistisch. Ihr Vorteil: sie sind spurtstärker und benötigen weniger Zeit für die gesamte Strecke. Laut NWL-Pressesprecher Uli Beele endet der Vertrag mit der Nordwestbahn auf der Sennebahn-Strecke 2025. Etwa drei Jahre zuvor wird mit der Neuausschreibung begonnen. Eine komplette Elektrifizierung der Sennebahn, schätzt Conradi, könnte frühestens in zehn Jahren Realität werden. Wolfgang Weigel (SPD) plädiert für die Akku-Züge: "Derzeit haben diese Triebwagen eine Reichweite von 80 bis 100 Kilometern - und sie werden immer besser. Eine Elektrifizierung ist dagegen längst nicht mehr der Inbegriff von Modernität." Netzanschluss über Brilon als Pluspunkt Beim Blick auf die mögliche Reaktivierung der Almetalbahn mahnt Conradi dazu, nicht nur den Abschnitt von Paderborn nach Büren in den Blick zu nehmen. "Die Chance liegt darin, auch von Büren nach Brilon einen Netzanschluss in diese Region herzustellen." Der NWL sei gebeten worden, per standardisierter Bewertung die Perspektive für die Strecke aufzuzeigen. Die letzte Bewertung sei zehn Jahre alt. "Ich vermag keine Tendenz anzudeuten, wie realistische die Reaktivierung ist", sagt Conradi, doch er fügt hinzu, "Es ist in jedem Fall richtig, sich entscheidungsfähig zu machen, um auf diesem Weg mehr Schienenverkehr anbieten zu können, falls die Zukunftsbewertung dies hergibt." Auch wenn auf der Strecke zum Teil keine Schienen mehr liegen, ist die Trasse noch nicht als Bahnroute entwidmet. Mit Blick auf das wiedererstarkte öffentliche Interesse an der Strecke ist der Kreisdirektor von der Weitsicht der Kreisverwaltung begeistert: "Es ist ein glücklicher Umstand, dass sich der Kreis die Strecke gesichert hat."

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