Fündig: Anne Schröder kauft sich ein Paar Sportschuhe – zum halben Preis. - © Sigurd Gringel
Fündig: Anne Schröder kauft sich ein Paar Sportschuhe – zum halben Preis. | © Sigurd Gringel

Schloß Holte-Stukenbrock Was die Schuhpark-Insolvenz für Schloß Holte-Stukenbrock bedeutet

Kunden in Schloß Holte-Stukenbrock hoffen, dass die Filiale im Zentrum bleibt. Schließungen sind laut Unternehmensführung bislang nicht vorgesehen. Das Gehalt der Mitarbeiter ist für drei Monate gesichert

Schloß Holte-Stukenbrock. Die Schuhpark Fascies GmbH aus Warendorf hat beim Amtsgericht in Münster einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Das Gericht hat diesem bereits entsprochen und die vorläufige Insolventabwicklung in Eigenverwaltung angeordnet. Eine Schuhpark-Filiale gibt es an der Holter Straße in exponierter Lage im Schloß Holte-Stukenbrocker Einkaufszentrum. Das Unternehmen sei wegen einer schwierigen Markt- und Wettbewerbssituation in finanzielle Schieflage geraten. Der heiße Sommer 2018 und der Online-Handel werden in einer Mitteilung explizit als Ursachen genannt. Das Insolvenzverfahren solle helfen, das Unternehmen neu aufzustellen und damit den langfristigen Fortbestand sicherzustellen. Bisher gebe es daher keine Pläne, Filialen zu schließen, teilt ein Unternehmenssprecher mit. „Der Betrieb in allen 89 Filialen (sowie der Online-Shop) laufen derweil ohne Einschränkung weiter", heißt es schriftlich. Eine mündliche Auskunft gibt es in der Filiale an der Holter Straße nicht. Neun Mitarbeiterinnen sind dort beschäftigt, viele schon seit Jahren, sagen Kunden. "Für unsere Kunden ändert sich nichts" Eine Kundin bummelt mit ihrer Großmutter durch die Auslage – und wird auch fündig. „Ich kaufe immer im Ort", sagt die 79-Jährige. Anprobe und Beratung seien ihr wichtig, zudem habe der Schuhpark eine gute Auswahl und führe auch qualitativ ansprechende Ware. Ihre Enkelin bestätigt diesen Eindruck, gibt aber zu, dass sie gern auch online bestellt. Obwohl die nicht passende Ware dann zurückgeschickt werden müsse. Das sei aufwendig. Eine andere Kundin huscht nur schnell in den Laden, um ein Paar neue Kindergartenhausschuhe zu kaufen. Dass die alten zu klein geraten sind, habe sie am Morgen bemerkt. Im Geschäft zu kaufen, gehe eben schneller. Anne Schröder hat ebenfalls keine Lust, Schuhe hin und her zu schicken. Sie kauft Schuhe nie online, sagt sie. Lieber stellt sie ihr Auto zentral ab und erledigt dann ihre Einkäufe in mehreren Geschäften im Zentrum. Alle vier Kundinnen hoffen, dass die Filiale an der Holter Straße nicht schließen muss. Von dem Insolvenzverfahren haben sie noch nichts gehört. „Es ist keine explizite Kundeninformation geplant, da sich grundsätzlich für unsere Kunden nichts ändert", teilt das Unternehmen mit. Ein Restrukturierungskonzept will es in den nächsten Wochen vorlegen. Die Gehälter der Mitarbeiterinnen sind wegen des Insolvenzgeldes der Bundesagentur für Arbeit für drei Monate gesichert.

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