Eine Wölfin in einem deutschen Wildpark. - © picture alliance / dpa
Eine Wölfin in einem deutschen Wildpark. | © picture alliance / dpa

Schloß Holte-Stukenbrock Erste Wölfin ist in der Senne heimisch

Dirk-Ulrich Brüggemann

Hövelhof/Schloß Holte-Stukenbrock. Die Experten des nordrhein-westfälischen Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) sind sich sicher: Die Wölfin GW1044f, die im Juli erstmals im Bereich des Truppenübungsplatzes nachgewiesen wurde, hält sich jetzt dauerhaft in der Senne auf. Das zierlich kleine Tier beansprucht in und um das militärische Übungsgelände künftig ihr eigenes Revier. Im September wurden in Schloß Holte-Stukenbrock zwei Schafe verletzt. In Bad Lippspringe wurde ein Schaf getötet. Nach Analyse der Speichelproben sind sich die Lanuv-Experten sicher, dass in beiden Fällen die Wölfin die Schafe angegriffen hat. „Nach bundesweit abgestimmten Kriterien gilt ein Wolf als territorial, wenn er sich über sechs Monate in einem Gebiet aufgehalten hat", sagt Wilhelm Deitermann vom Lanuv. „Wolfsterritorien haben in Deutschland eine durchschnitliche Größe von 200 Quadaratkilometern", ergänzt der Fachmann. Kryptische Bezeichnung Der kryptische Name GW1044f setzt sich zusammen aus der Bezeichnung German Wolf (GW), der fortlaufenden Nummer in der DNA-Datenbank und der Bezeichnung f für female/weiblich, erklärt Deitermann. Im September wurde ebenfalls bei Schloß Holte-Stukenbrock ein freilebendes Muffelschaf gerissen. Dabei konnten die Fachleute des Senckenberg-Forschungsinstituts in Gelnhausen aber nicht feststellen, welches Tier das Muffelschaf angegriffen hatte. In vier weiteren Fällen im Oktober wurde der Wolf auch verdächtigt, Tiere gerissen zu haben. Zu Unrecht, wie sich herausstellte. Für das in Altenbeken gerissene Schmalreh, das Rickenkitz in Steinheim, die Ziege in Oerlinghausen sowie das in einem Gehege tot aufgefundene Damwildweibchen in Erndtebrück konnten jeweils Hunde als Verursacher überführt werden. In dünn besiedelten geht Angst um Meinungsforscher von Civey haben herausgefunden, dass jeder vierte Bewohner sehr dünn besiedelter Gebiete in der wachsenden Zahl der Wölfe in Deutschland eine Gefahr für sich persönlich sieht. In sehr dicht besiedelten Gebieten fürchteten lediglich etwa 14 Prozent der Befragten Wolfsangriffe. Laut des Lanuv ist es aber höchst unwahrscheinlich, das in einem Gebiet, in dem Wölfe ihr Revier haben, jemand einen Wolf zu Gesicht bekommt. Wölfe meiden in der Regel die Nähe des Menschen. Auf den Anblick des Menschen reagiert der Wolf vorsichtig, aber er ergreift nicht immer sofort die Flucht. Das Tier zieht sich langsam und gelassen zurück. Nur bei jüngeren und unerfahrenen Wölfen kann es vorkommen, dass die Neugier starker als die Flucht ist. Tipps des Lanuv Sollte jemand doch auf einen Wolf treffen, gibt das Lanuv die folgenden Tipps: Nicht versuchen, sich dem Wolf zu nähern, ihn anzufassen oder zu füttern. Nicht weglaufen, am besten stehen bleiben und abwarten, bis der Wolf sich zurückzieht. Wenn man selbst den Abstand vergrößern will, langsam rückwärts gehen. Man kann den Wolf auch vertreiben, indem man auf sich aufmerksam macht (laut ansprechen, in die Hände klatschen, mit den Armen winken). Jede Sichtung eines Wolfes sollte an das Landesumweltamt (werktags Tel.: 02361-305-0) gemeldet werden.

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