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Die Firma in Schloß Holte-Stukenbrock, aus der die Fälle öffentlich wurden. - © Sarah Jonek
Die Firma in Schloß Holte-Stukenbrock, aus der die Fälle öffentlich wurden. | © Sarah Jonek

Schloß Holte-Stukenbrock Vergiftete Pausenbrote: Anklage wegen versuchten Mordes in Arbeit

Vergiftetes Pausenbrot: Untersuchungsergebnisse des Landeskriminalamtes liegen vor

Jürgen Mahncke
26.09.2018 | Stand 25.09.2018, 20:01 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Die Ermittlungen im Pausenbrotfall sind soweit vorangekommen, dass es wohl schon bald zu einer Anklage gegen einen 56-Jährigen aus Bielefeld kommen wird. Wie diese Zeitung erfuhr, soll es zwei getrennte Verfahren gegen den Bielefelder geben, der seit dem 17. Mai in Untersuchungshaft sitzt. In der ersten Anklageschrift soll ihm versuchter Mord an einem Arbeitskollegen durch das Vergiften seines Pausenbrotes vorgeworfen werden. In einem zweiten, abgetrennten Verfahren, in dem immer noch ermittelt wird, geht es darum, ob es noch weitere Versuche gab, Mitarbeiter eines Armaturenunternehmens in Schloß Holte-Stukenbrock zu vergiften. Hierbei werden auch zwei schwere Krankheitsfälle von Arbeitskollegen genauer unter die Lupe genommen. Außerdem geht es um mehrere Todesfälle von Mitarbeitern des Unternehmens. Hier gilt es auszuschließen, dass auch sie durch eventuell vergiftetes Pausenbrot ums Leben kamen. Noch fehlen Beweise für weitere Taten Zum ersten Verfahren, der Anklage wegen versuchten Mordes, sollen inzwischen auch Untersuchungsergebnisse des Landeskriminalamtes (LKA) in Düsseldorf vorliegen. Auf sie war lange gewartet worden. Untersucht wurde von Spezialisten des LKA, zu welchen körperlichen Beeinträchtigungen die Substanzen im Körper geführt hätten. Die vergifteten Pausenbrote waren glücklicherweise vom Arbeitskollegen nicht gegessen worden. Er stellte Anfang Mai eine unbekannte Substanz auf dem Belag seines Pausenbrotes fest. Bilder einer Videokamera überführten den jetzt in Untersuchungshaft sitzenden Mann, als er zum zweiten Mal versuchte, seinen Kollegen zu vergiften. Noch fehlen Beweise, dass sich der verhaftete Bielefelder für weitere Taten verantworten muss. Die Mordkommission „Mergel" ermittelt weiter für ein zweites Strafverfahren. Der mutmaßliche Täter schweigt indessen weiter zu den Vorwürfen. Unklar ist bis jetzt, mit welchem Motiv er die Pausenbrote manipulierte.

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