Stolperfalle: Die Pflastersteine auf dem Parkplatz der Postfiliale an der Holter Straße stehen ungleichmäßig nach oben und nach unten. Warum es zu solchen Unebenheiten kam, ist noch unklar. - © Gunter Held
Stolperfalle: Die Pflastersteine auf dem Parkplatz der Postfiliale an der Holter Straße stehen ungleichmäßig nach oben und nach unten. Warum es zu solchen Unebenheiten kam, ist noch unklar. | © Gunter Held

Schloß Holte-Stukenbrock Stadt geht gegen Stolperfalle vor

Holprig: Die Pflastersteine vor der Postfiliale haben bereits für Stürze gesorgt.Nach anfänglicher Zurückhaltung schreitet die Stadt jetzt ein. Eine Lösung ist in Sicht.

Noah Matzat

Schloß Holte-Stukenbrock. Der Parkplatz vor der Postfiliale an der Holter Straße ist uneben. Das hatte Gerhard Blumenthal (FDP), wie berichtet, im Ausschuss für Familie, Demografie und Integration angemerkt und die Stadtverwaltung gefragt, ob sie einschreiten könne. Laut Blumenthal seien wegen der Stolperfalle schon Menschen gestürzt. Er regte an, die unebene Fläche mit einem Flatterband abzusperren. Im Ausschuss antwortete der erste Beigeordnete Bernhard Gebauer: „Es handelt sich um ein Privatgrundstück. Da sind uns die Hände gebunden.“ Die Anfrage im Ausschuss und die Berichterstattung in der NW haben jetzt offenbar doch ein Einschreiten bewirkt. Rainer Ernzer, Sprecher der Deutschen Post für die Region Ostwestfalen, sagt zu dem Fall: „Natürlich kann so etwas nicht in unserem Interesse sein.“ Letztendlich handelt es sich aber bei einer solchen Postfiliale um einen Kooperationspartner. „Der Eigentümer verkauft in unserem Namen Briefmarken und nimmt Pakete an“, erklärt Ernzer. Diese Kooperationspartner sind unabhängig von der Deutschen Post – auch wirtschaftlich. „Der Partner agiert nicht als Post, sondern selbstständig und als Einzelhändler“, sagt Ernzer. Das bedeutet für die Pflastersteine, dass die Deutsche Post als Mieter in diesem Fall nicht viel Einfluss hat. „Selbst, wenn wir wissen, wem der Einzelhandel gehört, dann haben wir da keine Handhabe, um zu agieren“, erklärt der Sprecher der Post. Wenn überhaupt, dann könne ein Filialbetreuer mit der Eigentümerin reden – helfe das nicht, sei die Post aber machtlos. Ernzer sagt weiter, dass der Kooperationspartner Stürze zwar möglicherweise billigend in Kauf nehme, aber die Deutsche Post wegen solcher Probleme nicht gleich die Partner wechseln würde. „Der Eigentümer macht seinen Job, deshalb gibt es auf dem geschäftlichen Level keine Probleme.“ Die Bauaufsichtwird aktiv Warum es zu den Unebenheiten gekommen ist, ist unklar. Ein Anwohner, der sich nach der ersten Berichterstattung in der Redaktion gemeldet hat, wies darauf hin, dass der schwere Geldtransporter auf dem Pflaster parke und es für das Gewicht möglicherweise nicht ausgelegt sei. „So etwas kann verschiedene Ursachen haben. Mal ist es falsches oder fehlendes Bettungsmaterial, das durch Wasser ausgespült wird. Aber ohne eine Baugrube sind das reine Mutmaßungen“, sagt Michael Ottenstroer vom Fachbereich Tiefbau und Umwelt der Stadt. Die NW bat die Eigentümerin um eine Stellungnahme, damals wollte sie den Fall nicht kommentieren. Sie sagte aber, dass die Schilderungen über den Zustand der Pflastersteine nicht zutreffen würden. Das sieht die Stadtverwaltung offenbar anders. Entgegen der ersten Aussage im Ausschuss, hat sie nun doch Schritte eingeleitet. Martin Venne, Leiter der Bauaufsicht, sprach auf Anfrage von einem ordnungsbehördlichen Verfahren, das gegen die Eigentümerin eingeleitet wurde. „Wir haben uns dazu entschieden, weil es sich um ein öffentliches Gebäude handelt, in das Kunden ein und aus gehen.“ Zunächst gibt es eine Anhörung, als weitere Konsequenzen drohen dem Betroffenen Bußgelder. Sitzt der Betroffene das Problem trotzdem aus, könne es sogar zu einem Rechtsverfahren kommen. So weit wird der Fall mit den unebenen Pflastersteinen vor der Postfiliale wahrscheinlich nicht geführt. Die Grundstückseigentümerin zeigte sich laut der Stadt handlungsbereit. „Es soll in absehbarer Zeit etwas passieren und wir hoffen, dass wir in diesem Herbst noch mit baulichen Veränderungen rechnen können“, sagt Martin Venne. Das bestätigte jetzt auch die Eigentümerin, wollte aber noch keine näheren Angaben machen. Sollte sich die Phase bis zum Baubeginn wider Erwarten doch noch verzögern, könne man darüber nachdenken, ob man die Pflastersteine mit einem Flatterband so lange absperrt, um das Risiko von Stürzen zu minimieren, sagt Venne.

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