Ralph Brinkhaus bezeichnete seine Kandidatur in Berlin als normalen demokratischen Vorgang, bevor er dann in seinem Vortrag ausführliche Überlegungen über Zukunftsfragen anstellte. - © Knut Dinter
Ralph Brinkhaus bezeichnete seine Kandidatur in Berlin als normalen demokratischen Vorgang, bevor er dann in seinem Vortrag ausführliche Überlegungen über Zukunftsfragen anstellte. | © Knut Dinter

Schloß Holte-Stukenbrock "Habe meinen Hut in den Ring geworfen": Brinkhaus berichtet aus Berlin

Einhellig unterstützt der CDU-Stadtverband die Entscheidung von Ralph Brinkhaus, für den Vorsitz der Bundestagsfraktion zu kandidieren.

Knut Dinter

Schloß Holte-Stukenbrock. Über Ralph Brinkhaus berichten die Medien derzeit ausgiebig. Schließlich hat er angekündigt, den langjährigen Vorsitzendender CDU-Fraktion im Bundestag, Volker Kauder, ablösen zu wollen. Bei der „Aktuellen Stunde –Bericht aus Berlin" der CDU Schloß Holte-Stukenbrock spielte seine Kandidatur allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Die 75 anwesenden Parteimitglieder im Holter Schloßkrug hatten sich in dieser Frage ohnehin längst festgelegt. In einer kurzen Vorbemerkung bestätigte Brinkhaus: „Ja,ich habe meinen Hut in den Ring geworfen". Seine Feststellung, dies sei „ein ganz normaler demokratischer Vorgang", beantworteten die Zuhörer mit starkem Applaus. Er habe auch keineswegs zuerst die Medien informiert, erklärte Brinkhaus. Vielmehr habe er den „ganz ordentlichen Weg gewählt" und zunächst die Bundeskanzlerin sowie unmittelbar danach den Betroffenen in Kenntnisgesetzt. Haushalt, Finanzen und Kommunalpolitik Brinkhaus führt den CDU-Kreisverband und den Bezirksverband OWL an und ist stellvertretender Landesvorsitzender. Seit 2009 vertritt er den Wahlkreis Gütersloh I im Deutschen Bundestag. Dort ist der fünfzigjährige Steuerberater einer von zwölf stellvertretenden Vorsitzenden der Fraktion. Seine Aufgabengebiete sind Haushalt, Finanzen und Kommunalpolitik. Nachdem seine Entscheidung bekannt wurde, habe er „eine riesige Unterstützung erhalten", sagte Brinkhaus. Es freue ihn, wenn es heiße:„Gut, dass man auswählen kann." Deshalb lautete sein Fazit: „Egal, was rauskommt, dann sind alle nur Gewinner." Die Union im Kreis Gütersloh werde die Kandidatur„absolut unterstützen", versicherte Klaus Dirks, Vorsitzender des CDU-Stadtverbands. „Es muss mal ein frischer Wind kommen, es müssen andere Akzente gesetzt werden", sagte er. Und an Brinkhaus gewandt, meinte Dirks: „Du gibst uns Mut und machst uns Hoffnung." "Künstliche Intelligenz wird unser Lebenw verändern" Wesentlich ausführlicher widmete sich Brinkhaus dann anderen Themen. In seinem einstündigen Bericht sprach er über weltpolitische Themen wie die Expansionsbestrebungen Chinas, die Zukunft der Rente und Künstliche Intelligenz. China wolle in bestimmten wirtschaftlichen Bereichen Weltmarktführer werden, sagte Brinkhaus. Mit staatlicher Unterstützung würden gezieltausländische Firmen aufgekauft und auch in Afrika weite China seinen Einfluss immer mehr aus. Bei der Rente komme es schon bald zu einem Missverhältnis: Immer weniger Einzahler stünden immer mehr Empfängern aus den geburtenstarken Jahrgängen gegenüber. „Wir müssen uns intelligente und flexible Lösungen überlegen", erklärte der Abgeordnete. "Schulen müssen besser ausgestattet werden" Die Künstliche Intelligenz werde „unser Leben mehr verändern als die Themen, über die wir derzeit reden, obwohl Migration sehr wichtig ist", meinte Brinkhaus. Und er mahnte: „Bei all dem Tagesgeschäft dürfen wir die Zukunftsthemen nicht aus den Augen verlieren." Er fand dafür einanschauliches Beispiel. In seinem Heimatort Mastholte wurden im 19. Jahrhundert „Holschen" hergestellt, später Möbel und „heute bringen wir den Maschinen bei, wie sie miteinander sprechen". Das sei ein normaler Prozess, allerdings müsse sich die Gesellschaft darauf vorbereiten. Das Wissen verändere sich rasant. Deshalb müssten die Schulen besser ausgestattet und die Lehrer gut fortgebildet werden, forderte Brinkhaus, „sonst verlieren wir unseren Bildungsvorsprung langsam."

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