Sackgasse: Die Umlaufgitter zwischen den Straßen „Altes Oestervenn" und „Oestervenn". Für Autos geht hier nicht weiter. Laut einem Anwohner kam es zu Zwischenfällen, bei denen Rettungswagen in der Sackgasse standen und wenden mussten. Foto: Noah Matzat - © Noah Matzat
Sackgasse: Die Umlaufgitter zwischen den Straßen „Altes Oestervenn" und „Oestervenn". Für Autos geht hier nicht weiter. Laut einem Anwohner kam es zu Zwischenfällen, bei denen Rettungswagen in der Sackgasse standen und wenden mussten. Foto: Noah Matzat | © Noah Matzat

Schloß Holte-Stukenbrock Rettungskräfte verfahren sich: Diese Sackgasse sorgt für Verwirrung

Ein Anwohner berichtet, dass Rettungskräfte sich verfahren hätten und in der Sackgasse „Altes Oestervenn“ standen. Dadurch seien sie mit Verzögerung am Einsatzort angekommen

Noah Matzat

Schloß Holte-Stukenbrock. Der Anwohner hört die Sirenen und schaut aus dem Fenster. Er wartet auf das Eintreffen der Rettungskräfte. Aber plötzlich werden die Sirenen leiser und entfernen sich wieder von dem Einsatzort. Wie kann das sein? Der Anwohner, der seinen Namen aus persönlichen Gründen nicht nennen möchte, beobachtet einen derartigen Vorfall zum dritten Mal. Er schildert die Ereignisse. Auf der Fahrt von der Rettungswacht bis zum Einsatzort „Oestervenn“ habe der Rettungswagen vor den Absperrungsbaken auf dem „Alten Oestervenn“ gestanden, musste wenden, einen Umweg über die Dopheide fahren und kam so erst später am Einsatzort an. Eine Verzögerung, die laut dem Anwohner zu verhindern gewesen sei. Die Kurve „Altes Oestervenn“/„Oestervenn“ ist für Autos gesperrt. Lediglich Fahrräder und Fußgänger können, an den Umlaufgittern vorbei, passieren. Die Stadt Pascal Lideck, vom Fachbereich Bürgerservice und Ordnung, hat eine einfache Erklärung für die Sperrung. „Die Fahrbahn ist nicht breit genug.“ So sei kein beidseitiger Fahrverkehr möglich. Die Fahrbahn messe 4 Meter, wobei noch mindestens ein halber Meter mehr erforderlich wäre. Laut Lideck eignet sich die Stelle für eine Einbahnstraße aber aus zwei Gründen nicht. Erstens sei die Kurve schlicht zu unübersichtlich. „Ich kann überhaupt nicht einschätzen, ob jemand hinter der Kurve über die Straße geht oder etwas in die Richtung“, erklärt Lideck. Zweitens müsse beim Einrichten einer Einbahnstraße immer eine Parallelstraße ebenfalls als Einbahnstraße gekennzeichnet werden, da sonst Benachteiligungen für ein Teil der Anwohner entstehen würden. Dass es sich bei „Altes Oestervenn“ um eine Sackgasse handelt, sei nichts Neues. Seit 18 Jahren ist die Straße ungefähr in diesem Zustand. Lideck sagt, er hört das erste Mal von diesen Problemen, schließt aber aus, dass Navigationssysteme die Sperrung nicht kennen würden. „Wenn es Veränderungen im Straßenbild gibt, dann reiche ich diese bei der Firma ein, die die Karten an die Navigationssystemhersteller weiterleitet.“ Die einzige Lösung, für eine mit dem Auto befahrbare Straße, wäre ein Ausbau. Aber auch dafür sei die Kurve eigentlich zu unübersichtlich. Feuerwehr Der Anwohner schildert weiter, dass vor etlichen Jahren bei einem Hausbrand ein gesamter Löschzug vor den Umlaufgittern gestanden hätte. Weil aber auch keine für Feuerwehrwagen ausgelegte Wendefläche vorhanden ist, musste der Löschzug zurücksetzen. Die Anfahrt zum Einsatzort habe sich so deutlich verzögert. Stadtbrandinspektor Claus Oberteicher sagt, dass ihm kein Fall bekannt sei, in dem die Rettungskräfte in der Sackgasse gestanden hätten und dadurch aufgehalten worden wären. „Und wenn sich doch mal jemand verfahren sollte, dann hat die Feuerwehr auch das passende Werkzeug, um die Baken schnell aus den Verankerungen zu heben.“ Rettungsdienst Markus Brock, Wachleiter der Rettungswache in Schloß Holte-Stukenbrock, sagt: „Grundsätzlich gibt es erst mal das Gebot, das Gebiet um den ’Oestervenn’ über die größeren Straßen wie ’Zur Wanderhütte’ anzufahren.“ Da könne der Rettungsdienst einfach schneller fahren. In Bezug auf den genannten Einsatztag kann Brock aber in den Aufzeichnungen der Leitstelle nichts finden, was auf einen Fehler hindeuten könnte. „Wir haben ein gutes Routing. Wir verlassen uns nicht nur auf das Navigationssystem, sondern haben auch immer noch einen Ausdruck mit einer Wegbeschreibung zusätzlich.“ Brock kann sich höchstens vorstellen, dass Fahrer externer Rettungswagen aus Oerlinghausen oder Bielefeld nicht so ortskundig sind und sich eher mal verfahren könnten. Der Anwohner reagiert: „Ich kann die Aussagen natürlich nachvollziehen. Ich weiß aber auch genau, was ich gesehen habe, ohne den Rettungssanitätern etwas vorwerfen zu wollen.“ Diese hätten sich sogar für ihre Verspätung entschuldigt.

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