Vorplatz der Postfiliale an der Holter Straße: Kunden beklagen den schlechten Zustand des Platzes und berichten, dass es schon Stürze gegeben habe. Gerhard Blumenthal (FDP) spricht das Problem jetzt im Ausschuss an. Die Stadt gibt eine überraschende Antwort. Foto: Noah Matzat - © Noah Matzat
Vorplatz der Postfiliale an der Holter Straße: Kunden beklagen den schlechten Zustand des Platzes und berichten, dass es schon Stürze gegeben habe. Gerhard Blumenthal (FDP) spricht das Problem jetzt im Ausschuss an. Die Stadt gibt eine überraschende Antwort. Foto: Noah Matzat | © Noah Matzat

Schloß Holte-Stukenbrock Vorplatz gleicht einer Stolperfalle

Lokalpolitik: Anfrage der FDP zum Zustand des Parkplatzes an der Postfiliale. Die Ergebnisse des Projektes „Älter werden in Schloß Holte-Stukenbrock“ werden vorgestellt

Sigurd Gringel
Noah Matzat

Schloß Holte-Stukenbrock. In der ersten Sitzung nach der politischen Sommerpause trafen sich jetzt die Mitglieder des Aussschusses für Familie, Demografie und Integration. Unter anderem wurde das neue Sozialticket vorgestellt, das für Bedürftige aus Schloß Holte-Stukenbrock auch Tücken haben kann. Und es ging um den Zustand des Vorplatzes der Postfiliale an der Holter Straße. JUGENDHÄUSER Kreisjugendpflegerin Wencke Meiertoberens stellte die Kernaussagen des Jahresberichts 2017 für die drei Jugendhäuser mit ehrenamtlichen Kräften in Schloß Holte-Stukenbrock vor. Das sind das Jugendcafé St. Ursula, die katholische Jugendfreizeitstätte St. Johannes und das Evangelische Jugendhaus. Zusammen mit pädagogischen Fachkräften und Trägervertretern der Jugendhäuser sind weit gefasste Ziele vereinbart worden. Nicht jedes Jugendhaus müsse alles anbieten, sagte Wencke Meiertoberens, in Schloß Holte-Stukenbrock sei die Struktur für Jugendarbeit aber „super". Besonders in der Verselbstständigung können Jugendhäuser behilflich sein. „Jugendliche können lernen, sich zu behaupten und Freiräume zu finden." Trends in der Jugendarbeit seien freies WLAN für Mobiltelefone statt Internetcafés oder multifunktionale Räume, die auch Konzerte oder Medienarbeit zulassen. 2018 hat das Land NRW die Förderung der Jugendarbeit erhöht. Jedem Jugendhaus stehen unabhängig von der Größe 3.500 Euro zusätzlich zu. Der 15. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung wird am Montag, 17. September, ab 14 Uhr im Kreishaus Gütersloh vorgestellt. SOZIALTICKET Der Zweckverband Verkehrsverbund OWL (VVOWL) hat am 1. August das „TeutoEmsTicket" für Bedürftige im Kreis Gütersloh eingeführt. Anspruch haben zum Beispiel Empfänger von Arbeitslosen-, Sozial- oder Wohngeld und Asylbewerber. 35 Euro kostet es, dafür können einen Monat lang Busse und Bahnen im Kreisgebiet genutzt werden. Für Menschen in Schloß Holte-Stukenbrock sei es nur bedingt geeignet, gab Stefan Honerkamp vom VVOWL bei der Vorstellung des Tickets zu. Viele Menschen wollen in die Oberzentren Bielefeld oder Paderborn. Dort gelte das Ticket nicht. Es gibt aber mit allen Zeittickets die Möglichkeit, günstigere Anschlusstickets zu nutzen, jeweils zum Kinderpreis. Ein Erwachsener bezahlt dann für die Fahrt nach Bielefeld statt 4,90 Euro nur 2,90 Euro. Der VVOWL setze sich dafür ein, dass es zukünftig Sozialtickets für verschiedene Kreise nach einem Baukastenprinzip angeboten werden. Das Land NRW finanziert das Sozialticket vorerst ein Jahr lang, der Kreis Gütersloh erhält 475.000 Euro. Jedes Sozialticket wird mit 90 Euro bezuschusst – so lange bis das Fördergeld aufgebraucht ist. Honerkamp: „Es belastet nicht die Kreisumlage." Eine Marktforschung in den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke habe ergeben, dass 60 Prozent der Sozialticketkunden zuvor keine Zeitkarte besaßen. Maik Dück (CDU) rechnete aus, dass das Geld für 5.278 Tickets im Kreis reiche, Sozialamtsleiterin Christiane Vornholt teilte mit, dass in SHS bislang zehn Kundenkarten ausgestellt wurden. „Ich habe den Eindruck, dass es funktioniert", sagte sie. Das Sozialticket gibt es in Bussen und der Bahn, es ist nur gültig in Verbindung mit einer Kundenkarte, die als Berechtigungsnachweis gilt. Die Kundenkarte gibt es im Rathaus. VORPLATZ POSTFILIALE Gerhard Blumenthal (FDP) sprach im Ausschuss die Unebenheit des Parkplatzes der Postfiliale an der Holter Straße an. Kunden bemängeln häufig den schlechten Zustand, das hat eine Stichprobe der NW ergeben. Blumenthal sagte, dass ihm ein Fall bekannt sei, bei dem ein Kunde wegen der Unebenheiten der Steine gestürzt sei. Er fragte im Ausschuss, ob die Stadtverwaltung aktiv werden und den Schaden beseitigen könne. Beigeordneter Bernhard Gebauer antwortete, dass es sich bei dem Parkplatz um ein Privatgrundstück handele und der Eigentümer verantwortlich sei. „Ich hoffe, der Eigentümer ist gut versichert", sagte er. Die Eigentümerin wollte sich auf Anfrage der NW nicht äußern. BARRIEREFREI Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen beantragt einen barrierefreien Stadtplan. Aus dem sollte hervorgehen, welche Geschäfte oder Institutionen barrierefrei zugänglich sind. Beigeordneter Bernhard Gebauer sagte, dass die Stadtverwaltung ein Angebot eines externen Dienstleisters einholen werde. Auf die Nachfrage einiger Politiker zum zeitlichen Rahmen entgegnete der Beigeordnete: „In dem Fachbereich stehen viele Aufgaben an. (...) Wenn wir ein Angebot haben, legen wir es vor." ÄLTER WERDEN IN SHS Das Projekt befinde sich auf der Zielgeraden, sagte Sozialamtsleiterin Christiane Vornholt. Menschen ab 60 Jahre wurden vom Institut für Gerontologie in Dortmund befragt. Etwa ein Drittel der 6.372 Fragebögen kam beantwortet zurück, zudem 117 Anregungen. Das bewertet Vornholt als zufriedenstellend. Grundsätzlich gebe es eine „große Zufriedenheit", ins Detail wollte sie aber noch nicht gehen. Die Ergebnisse werden ab der kommenden Woche in allen fünf Ortsteilen in Bürgerforen vorgestellt.

realisiert durch evolver group