Trockener Arbeitsplatz: Uwe Rennegarbe, Abteilungsleiter Verkehr bei der Deutschen Post, deutet auch das Vordach am neuen Zustellstützpunkt. Dort können die Zusteller ihre Fahrzeuge witterungsunabhängig beladen. Fotos: Gunter Held - © Gunter Held
Trockener Arbeitsplatz: Uwe Rennegarbe, Abteilungsleiter Verkehr bei der Deutschen Post, deutet auch das Vordach am neuen Zustellstützpunkt. Dort können die Zusteller ihre Fahrzeuge witterungsunabhängig beladen. Fotos: Gunter Held | © Gunter Held

Schloß Holte-Stukenbrock Die Post braucht Platz

Wirtschaft: Autoverwerter Thomas Kerstingjohänner tritt als Investor auf und baut und vermietet der Deutschen Post einen neuen Zustellstützpunkt an der Helleforthstraße

Gunter Held

Schloß Holte-Stukenbrock. Was die Einzelhändler ärgert, freut die Post. Immer mehr Menschen bestellen immer mehr über das Internet. Aus diesem Grund platzt der Zustellstützpunkt der Deutschen Post am Fienhofweg aus allen Nähten. Durchschnittlich 2.000 Pakete pro Tag werden von dort aus zu den Adressaten gebracht, Tendenz steigend – und 24.000 Briefe. Pro Tag. Die Post suchte also in Schloß Holte-Stukenbrock ein größeres Gebäude. Jetzt wird extra eines gebaut. Thomas Kerstingjohänner, Geschäftsführer der Autoverwertung Kerstingjohänner, baut gegenüber seines Unternehmenssitzes eine mehr als 1.000 Quadratmeter große Halle. Bereits vor sieben Jahren hatte der Unternehmer zwei zusammenhängende Grundstücke von jeweils 5.000 Quadratmeter Größe erworben. „Ich habe das damals gemacht, um zu verhindern, dass sich dort vielleicht mal jemand niederlässt, der auch mit Autozubehör und ähnlichem handelt", sagt Kerstingjohänner im Gespräch mit der Neuen Westfälischen. Kerstingjohänner investiert eine Million Euro Im vergangenen Jahr fragte ihn dann ein Freund, ob er ein Grundstück habe, auf dem ein Gebäude für die Post errichtet werden könne. So kam Thomas Kerstingjohänner in Kontakt mit Uwe Rennegarbe, Abteilungsleiter Verkehr bei der Deutschen Post in Herford. „Die Vorplanung hat etwas sechs Monate gedauert", sagt er. „Im April war dann Baubeginn. Die Fertigstellung planen wir Mitte November", sagt Rennegarbe. Als Investor des eine Million Euro teuren Projekts übergibt Kerstingjohänner der Post das Gebäude schlüsselfertig. Der Mietvetrag beläuft sich auf zehn Jahre. Das Gebäude ist 67,5 Meter lang, 17,20 Meter breit und 6,14 Meter hoch, wobei die nutzbare Höhe 5,50 Meter beträgt. Die Fläche, die die Post gemietet hat, teilt sich in 902 Quadratmeter Zustellstützpunkt und einem 4.000 Quadratmeter großen Außenbereich. Der ist notwendig, weil dort zahlreiche Fahrzeuge untergebracht werden müssen. So können in dem neuen Zustellstützpunkt 20 Fahrzeuge gleichzeitig beladen werden – und zwar unter einem Vordach, so dass die Zusteller nicht dem ostwestfälischen Wetter ausgesetzt sind. „Das war uns sehr wichtig", sagt Rennegarbe, „denn im Moment, am Fienhofweg, müssen die Zusteller über den offenen Hof, um die Fahrzeuge zu beladen. Wenn es dann regnet, sind sie schon vor Beginn ihrer Tour einmal durchgeregnet. Das wird hier alles besser." „Die Vorgaben von der Post waren sehr umfangreich" Außerdem ist das Gebäude auf Wachstum ausgelegt. 340 Quadratmeter Reserve sind bereits enthalten. Und den Trakt am Ende der Halle, in dem sich Sozial- und Konferenzräume befinden, hat Kerstingjohänner in Massivbauweise errichten lassen. „Dann kann ich, wenn die Notwendigkeit besteht, in Leichtbauweise noch Büroräume draufsetzen lassen." Sehr angenehm empfand er die Zusammenarbeit mit Uwe Rennegarbe, der das Vorhaben für die Post verantwortet. „Die Vorgaben von der Post waren sehr umfangreich", sagt er. Aber Uwe Rennegarbe sei bei der konkreten Planung sehr praxisorientiert und pragmatisch gewesen. Kleines Beispiel: Rennegarbe wollte in einem bestimmten Abstand zu den Wänden ein zehn Zentimeter hohes Kantholz auf dem Boden festgeschraubt haben. Damit die Ladewagen nicht gegen die Wände und Stahlträger geschoben werden können. „Das ist natürlich sehr sinnvoll", sagt Kerstingjohänner. „So wird das auch gemacht." Technisch wird das Gebäude neuestem Standard entsprechen. Die Beleuchtung besteht aus LED-Technik, die Energie stammt aus Ökostrom, und natürlich wird es auch Ladestationen für E-Mobile geben. In den nächsten Jahren wird die Post auf E-Mobile umrüsten. Verwendet werden dazu die Streetscooter, E-Fahrzeuge, die ein Tochterunternehmen der Post entwickelt.

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