3ST - © Kristoffer Fillies
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Schloß Holte-Stukenbrock „Glauben hat nicht nur mit Kirche zu tun“

Theater: Drei-Schulen-Theater (3ST) beschäftigt sich mit neuem Projekt. Vertreter von Glaubensrichtungen zu zwei Terminen eingeladen, nicht alle kommen. Neue Jungschauspieler gesucht. Premiere ist im Dezember

Kristoffer Fillies

Schloß Holte-Stukenbrock. Die Jungschauspieler der Stadt sind unermüdlich. Seit 2009 sind Schüler der (damals) drei weiterführenden Schulen aktiv und bringen jedes Jahr neue Theaterstücke auf die Bühnen der Stadt – und sogar außerhalb der Region. Dabei beschäftigt sich das „Drei-Schulen-Theater" (DREIST oder 3ST) mit gesellschaftlichen und politischen Themen. Jetzt steht ein neues Projekt an, Thema: Glauben. Es brauche dazu noch weitere Mitmachende, sagen die Gruppenleiter. Im Dezember ist die Premiere angesetzt. „Im Juni haben wir Vertreter der verschiedenen Glaubensrichtungen eingeladen, um mit uns über ,Glauben’ zu sprechen", sagt Canip Gündogdu. Er ist Theaterpädagoge und seit 2013 bei 3ST dabei. Gemeinsam mit Gaye Mutluay und Dominik Fockel, beide Theaterpädagogen in Ausbildung, leitet er das neue Projekt, bei dem derzeit acht Jungschauspieler aktiv sind. Mit den Schülern wurde erst über „Glauben" geredet, dann kamen Anfang Juni Vertreter der katholischen und evangelischen Gemeinde im Evangelischen Jugendhaus zusammen. „Weitere Glaubensrichtungen sind leider nicht gekommen. Obwohl wir E-Mails geschickt und auch angerufen haben", sagt Gündogdu. Jugendliche sind an Umsetzung beteiligt Die Jüdische Gemeinde Bielefeld habe es aus Kapazitätsgründen nicht geschafft, erklärt die ehrenamtliche Vorsitzende Irith Michelsohn. Von der Selimiye-Moschee am Bahnhof ist auch kein Vertreter zu den Terminen gekommen. „Das Interesse ist von unserer Seite da, aber leider hat es zeitlich nicht geklappt und die Mail ist leider im Spam-Ordner gelandet", sagt Coskun Kircali vom Vorstand des Vereins zur Förderung Integration & Bildung, der die Moschee betreibt. Jetzt lud 3ST die Vertreter zum Sommergrillen ins Evangelische Jugendhaus. Dorthin kamen wieder Gemeindereferentin Liliane Baumann und Michaela Wibbeke von der katholischen und Pfarrer Carsten Glatt von der evangelischen Gemeinde. Außerdem kam diesmal auch Pastor Waldemar Schneider von den Evangeliums-Christen an der Mergelheide. Mit den Vertretern haben die Jugendlichen über Glauben und Religion gesprochen. Leitfragen waren zum Beispiel „Warum glaubt man?", „Warum glaubt man nicht?", aber auch die Frage nach dem, woran man alles glauben kann. „Glauben hat nicht nur mit Kirche zu tun. Man kann ja auch an Freundschaft oder Liebe glauben", sagt Michelle Dopheide, die schon seit 2014 bei 3ST mitmacht. Mit den gesammelten Ideen wollen die Jugendlichen und ihre drei Leiter nun ein Theaterstück auf die Beine stellen. Die Umsetzung wird mit den Schauspielern gemeinsam erarbeitet. „Viele Ideen kommen aus der Gruppe. Die Leiter haben zwar auch ihre Ideen, aber wir gucken immer, was sich die Jugendlichen wünschen", sagt Dominik Fockel, der erstmals ein 3ST-Projekt mit leitet. Das Drei-Schulen-Theater ist 2009 aus einer Idee des Jugendparlaments entstanden und hieß erst „Schulübergreifende Theater-AG", erklärt Mitgründer Demokrat Ramadani. Der jetzige Name entstand 2013. Für das neue Projekt sind derzeit acht Jungschauspieler aktiv. „Interessierte im Alter 13 bis 18 Jahren können sich ab sofort melden und ohne Scheu zu unseren Treffen kommen. Die Hauptsache an allem ist die Lust, mitzumachen", sagt Theaterpädagoge Gündogdu.

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