Besuch aus dem Nachbarland: Der Wahl-Lipper, Krimiautor und Polizist Joachim H. Peters folgt der Einladung von Gisela Springensguth und liest aus seinem neuen Roman "Führergold". In der Pause gibt es von ihm traditionell Bier aus der Detmolder Brauerei Strate. - © Gunter Held
Besuch aus dem Nachbarland: Der Wahl-Lipper, Krimiautor und Polizist Joachim H. Peters folgt der Einladung von Gisela Springensguth und liest aus seinem neuen Roman "Führergold". In der Pause gibt es von ihm traditionell Bier aus der Detmolder Brauerei Strate. | © Gunter Held

Schloß Holte-Stukenbrock Für alle Fälle Koslowski

Kulturkreis: Joachim H. Peters stellt seinen neunten Band der Koslowski-Krimis vor. Mit seiner etwas anderen Art der Lesung begeistert er das Publikum

Gunter Held

Schloß Holte-Stukenbrock. Krameike ist tot. Er starb im achten Band der Koslowski-Krimis. Am Mittwoch war Krimi-Autor Joachim H. Peters zum ersten Mal in Schloß Holte-Stukenbrock zu Gast und stellte im Kulturforum am Altenkamp auf Einladung des Kulturkreises den neunten Band mit dem Protagonisten ohne Vornamen vor, der von seinem Freund auf dem Sterbebett noch eine Aufgabe bekommen hat. Gerade einmal gut 20 Besucher waren gekommen, um der ungewöhnlichen Lesung beizuwohnen. „Hier bekommt man ja noch eine Karte", sagte ein Besucher. „Wenn Peters in Lippe liest, ist die Veranstaltung ruck, zuck ausverkauft." Das mag an der Art der Lesung liegen. Es gibt Autoren, die kommen rein, begrüßen die Gäste, lesen, bedanken sich und signieren noch ein paar Bücher. Das kann man sicherlich so machen. Doch sehr viel unterhaltsamer ist die Art, in der Joachim H. Peters seine Bücher präsentiert. Eher eine Aufführung mit Comedy und Parodie als reines Vorlesen. Das beginnt schon mit dem Intro – kurze Krimimusikschnipsel. – und schon sind die Zuhörer mittendrin. Es folgen ein paar Dönekens über seine Herkunft aus dem Pott – und über sprachliche Bildung. „Ich hätte nie gesagt, dass mit schlechtem Wetter zu rechnen sei, denn dann hätte mein Vater sofort gesagt: Apropos rechnen – wie war das mit der Mathearbeit?" Außerdem erfahren die Gäste, das Peters bis zur Pensionierung in einen sicherlich unruhigen Ruhestand noch zwei Jahre, zwei Monate und zwei Tage hat. Und dann kommt ihm ein schrecklicher Verdacht Doch dann geht es los: Koslowski im Keller von Krameikes Haus auf der Suche nach . . . Und dann geht es ab in die Vergangenheit, ins Jahr 1945, und ins Salzkammergut. Die Leser/Zuhörer lernen Wilhelm Krameike kennen, den Vater von Koslowskis Maurer-Freund. Der wird von der Ostfront ins Salzkammergut abkommandiert. Stationiert wird er auf dem Berghof, dem Landhaus Adolf Hitlers. Mit einem bunt zusammengewürfelten Haufen von allen Fronten wird er dann in ein abgeschiedenes Tal gefahren, um dort in einer Höhle einige Kisten zu verstecken. Die Soldaten kennen einander nicht. Nur zufällig findet der Lipper Krameike heraus, dass sein Kamerad Bärwald aus Oerlinghausen stammt. Und dann kommt ihm ein schrecklicher Verdacht . . . Dank der Art des Vortrages, vergeht die Zeit wie im Flug. Als Peters die Pause einläutet, gibt es lippischen „Orangensaft" von der Detmolder Brauerei Strate – eine schöne Tradition bei Peters Veranstaltungen. Einen liebevollen Seitenhieb kann er sich nicht verkneifen: „Wenn Lipper im Publikum sind, die Flaschen dürfen Sie auch behalten." Sympathisch ist, dass Peters den Sinn von Lesungen, nämlich Werbung für das Buch zu machen, immer wieder humorvoll einfließen lässt. Häppchenweise mordend, macht er dem Publikum Appetit auf mehr. Eine Lesung der etwas anderen Art.

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