Schloß Holte-Stukenbrock Landwirte: Ein Tag Regen reicht noch lange nicht

Trockenheit: Pflanzen haben ihr Wachstum eingestellt, Ernteverluste bis 40 Prozent

Gunter Held

Schloß Holte-Stukenbrock. Das Brot wird teurer. Wahrscheinlich. Davon jedenfalls geht Jörg Dreischalück, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbands Schloß Holte-Stukenbrock aus. Der Grund? Wassermangel. In den vergangenen drei Monaten hat es nur halb so viel geregnet, wie im langjährigen Niederschlagsdurchschnitt – 110 Millimeter statt 206 Millimeter. Fragt man ihn, wie es mit der Vegetation nach der langen Trockenheit aussieht, kommt die Antwort prompt: „Schlecht. Die Pflanzen haben ihr Wachstum praktisch eingestellt." Und der Regen, der gestern fast den ganzen Tag über aufs Land niedergegangen ist? „Ach, ein Tag Regen bringt gar nichts", sagt der Milchbauer. Dabei ist die Art des Regens ideal – leicht und stetig. So kann das Wasser gut vom Boden aufgenommen werden. Bei heftigeren Regengüssen würde das meiste Niederschlagswasser wegen der Trockenheit und der daraus resultierenden Härte des Bodens nicht eindringen können. Es fließt also ab, reißt eventuell sogar Boden mit sich. Dann spricht man von Regenerosion. "Wir haben keinen Erntestress" Was die Vegetation jetzt laut Dreischalück braucht, ist mindestens eine Woche seichten Landregen. Für das Getreide allerdings kommt alle Hilfe zu spät. Dreischalück: „Das Getreide wird drei Wochen früher geerntet als sonst üblich. Bei der Gerste gab es Einbußen von 20 Prozent. Stellenweise ist auch schon der Weizen geerntet, der normalerweise erst Ende Juli, Anfang August dran ist. Da gibt es Einbußen von 30 bis 40 Prozent. Außerdem ist er kaum als Brotweizen zu gebrauchen, weil er wegen der Trockenheit kaum Protein enthält." Auch beim Gras müssen die Landwirte Verluste zwischen 30 und 40 Prozent hinnehmen. „Es wächst eben nichts, alle Wiesen sind braun. Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsvereins hat auch schon von Kollegen gehört, die auf das Winterfutter zurückgreifen müssen. „Das brauchen wir im Moment noch nicht", sagt er. Einigen Schweinemästern geht es noch schlechter. Weil sie keinen Futtervorrat anhäufen können, überlegen sich einige schon, ob sie ihre Ställe im Winter leer stehen lassen. Gibt es auch Positives an der Trockenheit? „Na ja", sagt Dreischalück, „wir haben keinen Erntestress."

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