Das Gebäude der betroffenen Firma in Schloß Holte-Stukenbrock. - © Sigurd Gringel
Das Gebäude der betroffenen Firma in Schloß Holte-Stukenbrock. | © Sigurd Gringel

Pausenbrot-Fall: Mögliche Opfer werden exhumiert

Schloß Holte-Stukenbrock. Die Mitarbeiter der Mordkommission „Mergel" rätseln immer noch über das Motiv des Mannes, dem ein versuchtes Tötungsdelikt durch Vergiftung vorgeworfen wird. Da der 56-Jährige auch in der Untersuchungshaft weiter schweigt, sind die Ermittler auf eigene Erkenntnisse bei ihrer Spurensuche angewiesen. Sie wollen klären, ob es Tote durch den Einsatz von Gift in Pausenbroten gab. Wie zu erfahren war, sollen in naher Zukunft Todesfälle, die Mitarbeiter des Armaturenunternehmens betreffen, genau unter die Lupe genommen werden. Dafür ist die Exhumierung mehrerer Toter vorgesehen. Sie sollen dann nach Rückständen von Blei, Quecksilber und anderen giftigen Stoffen untersucht werden. Sollten die Gerichtsmediziner dabei fündig werden, müsste die Verabreichung allerdings dem 56-jährigen Bielefelder nachgewiesen werden, eine nicht einfache Aufgabe. Kollegen ohne ersichtlichen Grund verstorben Am 17. Mai hatte ein Haftrichter gegen den Tatverdächtigen wegen versuchten Mordes einen Haftbefehl erlassen. Anfang Mai stellte ein Kollege eine unbekannte Substanz auf dem Belag seines Pausenbrotes fest. Bilder einer installierten Video-Kamera überführten dann den Bielefelder, als er zum zweiten Mal versuchte, seinen Kollegen zu vergiften. Untersuchungen des Landeskriminalamtes ergaben, dass in beiden Fällen die Brote mit einer giftigen Chemikalie manipuliert wurden. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Tatverdächtigen fanden Beamte ein ganzes Lager von giftigen Stoffen. Zu diesem Zeitpunkt kursierten schon Gerüchte in dem Unternehmen, in dem Klaus O. seit fast vierzig Jahren beschäftigt war. Man sprach über die Kollegen, die von heute auf morgen plötzlich ohne ersichtlichen Grund verstarben. Auch seltsame Erkrankungen einiger Kollegen erschienen plötzlich in neuem Licht. So liegt seit fast zwei Jahren ein 24-jähriger Mitarbeiter im Koma. Nur eine ständige Dialyse hält ihn am Leben. Als Erkrankung wurde derzeit eine Quecksilbervergiftung diagnostiziert. Der Mordkommission „Mergel" steht viel Arbeit bevor. Derzeit werden auch die Kosten für die Ermittlungsarbeiten zusammengestellt.

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