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Ehrung: Bürgermeister Hubert Erichlandwehr, Fördervereinsvorsitzender Manfred Büngener, Erika Busch und Werner Buschs Patensohn Felix Höppner stehen an der bronzenen Gedenktafel mit dem Konterfei des Begründers und langjährigen Leiters der Gedenkstätte, Werner Busch. - © Renate Ibeler
Ehrung: Bürgermeister Hubert Erichlandwehr, Fördervereinsvorsitzender Manfred Büngener, Erika Busch und Werner Buschs Patensohn Felix Höppner stehen an der bronzenen Gedenktafel mit dem Konterfei des Begründers und langjährigen Leiters der Gedenkstätte, Werner Busch. | © Renate Ibeler

Schloß Holte-Stukenbrock Tafel für Initiator der Gedenkstätte Stalag 326 enthüllt

Jubiläum: Der Förderverein der Dokumentationsstätte Stalag 326 feiert 25-jähriges Bestehen. Posthume Ehrung für den Initiator und Gründer der Gedenkstätte, Werner Busch, der im November verstorben ist.

Renate Ibeler
11.06.2018 | Stand 11.06.2018, 11:52 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Eine besondere Gedenkfeier hat es anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Fördervereins Gedenkstätte Stalag 326 gegeben. Zum Programm gehörten Kranz- und Blumenniederlegungen auf dem Sowjetischen Ehrenfriedhof, verschiedene Ansprachen, die Enthüllung einer Gedenktafel für Werner Busch sowie ein gemütliches Beisammensein bei Würstchen und Getränken. Die Festansprache hielt Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW, Klaus Kaiser, in Vertretung des Landtagspräsidenten André Kuper. „Das Stammlager in Schloß Holte-Stukenbrock wurde 1941 im Zuge des Überfalls auf die Sowjetunion eingerichtet", sagte der Staatssekretär. Bedeutung Es sei zentrales Musterungslager für den Ruhrbergbau und den Arbeitseinsatz der Kriegsgefangenen in Ostwestfalen-Lippe gewesen, stellte er heraus. Außerdem betonte er: „Seine Bedeutung erhält Stukenbrock durch den Ehrenfriedhof, auf dem 25.000 sowjetische Soldaten begraben liegen". Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und die Landeszentrale für politische Bildung im Ministerium würden die Weiterentwicklung der Dokumentationsstätte unterstützen, schloss Kaiser seine Rede. Engagement Musikalisch untermalt wurde die Jubiläumsfeier von dem Gütersloher Chor „Russkaja Duscha" unter der Leitung von Irina Hörner und unter Begleitung eines Akkordeonspielers. Die in russischer Sprache zu Gehör gebrachten Lieder erzählten vom Krieg. Manfred Büngener, Vorsitzender des Fördervereins der Gedenkstätte, konnte zahlreiche Gäste und Ehrengäste begrüßen. Er blickte in seiner Rede auf die Anfänge des Fördervereins zurück. „Heute haben wir 70 Mitglieder, die sich sehr engagieren", merkte er an. Beharrlichkeit Bürgermeister Hubert Erichlandwehr hob in seiner Ansprache besonders die Verdienste von Gründungsvater Werner Busch hervor, der im November verstorbene Initiator der Idee zur Dokumentationsstätte. Am 9. Juni 1993 wurde der Förderverein Dokumentationsstätte Stalag 326 (VI) Senne gegründet. „In seiner bescheidenen, stets an der Sache orientierten, aber nie locker lassenden Art hat Werner Busch sein Ziel kontinuierlich verfolgt", so Erichlandwehr. „Und es war sicher keine leichte Aufgabe, für dieses durchaus kontrovers diskutierte Thema Mitstreiter und Befürworter zu finden", räumte das Stadtoberhaupt ein. Nach dem Wechsel der Gäste vom Ehrenfriedhof zur Gedenkstätte auf dem Gelände der Landespolizeischule Stukenbrock wurde nach einer Ansprache durch den Vorsitzenden Manfred Büngener eine bronzene Gedenktafel für Werner Busch enthüllt. Bildhauer Horst-Jürgen Hoburg hat sie angefertigt. Der Chor „Russkaja Duscha", der am 29. September sein 10-jähriges Bestehen in der Kirche Zum Guten Hirten in Gütersloh feiert, gelang mit dem in russischer Sprache vorgetragenen Lied – übersetzt: „Meinst du, die Russen wollen Krieg?" – ein gelungener Abschluss der offiziellen Gedenkfeier.

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