Alles fließt: Friedhelm Rieke, Geschäftsführer der Bielefelder Stadtwerke, am Durchflussmesser einer Pumpe. - © Gunter Held
Alles fließt: Friedhelm Rieke, Geschäftsführer der Bielefelder Stadtwerke, am Durchflussmesser einer Pumpe. | © Gunter Held

Schloß Holte-Stukenbrock / Bielefeld Hauptpumpwerk in der Senne ist saniert und modernisiert

Wasserversorgung: Sechs statt bisher zwei Pumpen versorgen jetzt die Bürger in Bielefeld, Schloß Holte-Stukenbrock und anderen Kommunen mit Trinkwasser. Die Stadtwerke Bielefeld haben zwei Millionen Euro für die Sanierung investiert.

Gunter Held

Schloß Holte-Stukenbrock / Bielefeld. Friedhelm Rieke spricht von einem Mammutprojekt. Der Geschäftsführer der Stadtwerke Bielefeld sagte, dass für insgesamt zwei Millionen Euro das Hauptpumpenwerk der Stadtwerke Bielefeld in Stukenbrock-Senne saniert und erweitert worden ist. „Alle Bauarbeiten sind während des laufenden Betriebes umgesetzt worden. Das erforderte ein hohes Maß an Engagement bei den beteiligten Mitarbeitern", sagte Rieke, denn es ging dabei um nicht weniger als die Wasserversorgung Bielefelds und Umgebung, denn die hatte Priorität. Das Hauptpumpenwerk, das die Stadtwerke Bielefeld seit 1956 betreiben, versorgt Bielefeld, Oerlinghausen, Augustdorf, Leopoldshöhe und Schloß Holte-Stukenbrock mit Trinkwasser. Dreieinhalb Jahre haben Planungen und Bauarbeiten in diesem „Herzstück der Wasserversorgung", wie Rieke das Werk nennt, gedauert, jetzt ist alles auf dem neuesten Stand der Technik. Die Bauarbeiten sind zwar noch nicht offiziell abgenommen, aber das soll noch in diesem Monat passieren. Ursprünglich war die Fertigstellung bereits für Anfang des Jahres geplant. Doch bei den Vorarbeiten stellte sich heraus, dass eine der alten Pumpen einen Riss hatte. Diese Pumpen sind Einzelanfertigungen und so dauerte die Herstellung 16 Wochen. Leitungen sind jetzt alle aus Edelstahl Im alten Pumpenhaus wurden im Zuge der Sanierung alle Leitungen durch Edelstahlleitungen ersetzt. Im neu erbauten Pumpenhaus arbeiten vier Pumpen, wobei die Pumpen, die Schloß Holte-Stukenbrock und Verl mit Wasser versorgen, eine Leistung von 300 Kubikmeter pro Stunde haben. Das sind 300.000 Liter, die pro Stunde gepumpt werden. Die Pumpe, die Bielefeld und Oerlinghausen mit Wasser versorgt, schafft sogar eine Leitung von 1.300 Kubikmeter pro Stunde. Das Hauptpumpenwerk selbst fördert kein Wasser zutage. Auf dem Betriebsgelände stehen aber zwei Wasserbehälter mit einem Gesamtvolumen von 4.000 Kubikmetern. Gespeist werden sie von 150 Brunnen. Dabei nutzen die Stadtwerke Bielefeld ausschließlich Grund- und Tiefenwasser. Das Tiefenwasser wird aus einer Tiefe von 400 bis 600 Metern gefördert. „Dabei werden jedoch keine Ressourcen verbraucht", sagt Olaf Kulaczewski, Leiter der Wassergewinnung. „Auch das Tiefenwasser ist in den Wasserkreislauf eingebunden." Allerdings gibt es Unterschiede im Alter. Während das Sennesandwasser höchsten 30 bis 35 Jahre alt ist, weist das Tiefenwasser zum Teil ein Alter von 3.000 bis 4.000 Jahre auf. „Aber das schmeckt man nicht", sagt Kulaczewski. „Wasser ist eines der am strengsten kontrollierten Lebensmittel." Nach einem Rückgang des Verbrauchs hat sich dieser Trend in den vergangenen drei Jahren umgekehrt. „Wir verzeichnen eine Zunahme von 2,8 Prozent", sagt Friedhelm Rieke.

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