Flächenverbrauch: Uwe Domres zeigt seine Karte, auf der drei mögliche Gewerbeflächen eingezeichnet sind – Gesamtgröße 43 Hektar. 18 davon beansprucht der Logistiker Wahl & Co. - © Sabine Kubendorff
Flächenverbrauch: Uwe Domres zeigt seine Karte, auf der drei mögliche Gewerbeflächen eingezeichnet sind – Gesamtgröße 43 Hektar. 18 davon beansprucht der Logistiker Wahl & Co. | © Sabine Kubendorff

Schloß Holte-Stukenbrock Petition gegen Wahl & Co-Ansiedlung

Landschaftsschutz:Uwe Domres sammelt via Internet Unterschriften, um ein neues Gewerbegebiet am Kreuzkrug zu verhindern. Er hofft auf ein Einsehen der Bezirksregierung

Sabine Kubendorff
14.04.2018 | Stand 17.04.2018, 11:46 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Uwe Domres setzt in diesem Frühling auf das Schneeballprinzip. Auf dass sich über die Neue Westfälische und die Sozialen Netzwerke schnell verbreiten möge, dass er ein neues Gewerbegebiet am Kreuzkrug und mithin die Ansiedlung des Logistikers Wahl & Co. verhindern möchte. Und zwar mit Hilfe einer Online-Petition. „Ich brauche 7.700 Unterschriften", sagt Uwe Domres. Wie berichtet, bemüht sich Wahl & Co. bei der Bezirksregierung um die Genehmigung, sich am Kreuzkrug niederlassen zu dürfen. Dafür müsste der Regionalplan geändert werden. Der Stadtrat, der lange von der Sennestädter Firma umgangen wurde, stimmte kürzlich mehrheitlich dem Verfahrensbeginn zu. Das Ergebnis dieser Ratssitzung hat Uwe Domres bewogen, die Online-Petition zu starten. Der Naturfreund fürchtet um die Lebensqualität in SHS. „Ich sehe mit Schmerzen, dass immer mehr Fläche zugebaut wird", sagt der 59-Jährige. Er lebt seit fast 30 Jahren in SHS. Für ihn steht fest: Wenn Wahl & Co. komme, „sehe ich mich nach einem anderen Wohnort um". Bekomme er 7.700 Unterschriften zusammen, die nicht nur aus SHS kommen müssen, sagt Domres, müsse die Bezirksregierung eine Stellungnahme zu diesen Kritikpunkten abgeben: „Die aktuelle Verkehrsbelastung ist bereits dramatisch" „Die Gewerbestandorte befinden sich innerhalb des Landschaftsschutzgebietes ,Sennelandschaft’." Zusätzlich zu den 18 Hektar für Wahl & Co. ist nördlich davon noch eine 5 Hektar kleine Gewerbefläche im Gespräch, südlich eine 20 Hektar große. „Der Landschaftsschutz müsste also für etwa 43 Hektar aufgehoben werden", so steht es in der Petition von Uwe Domres. „Diese Zerstörung der Umwelt würde zum weiteren Rückgang der Insekten und anderer Tierarten führen."´ „Durch die sehr hohe Verkehrsbelastung auf der L 751, der A33 und den Lkw-Verkehr des bereits ansässigen Logistikunternehmens werden die Anwohner schon jetzt einer erhöhten Lärm-, Schadstoff- und Feinstaubbelastung ausgesetzt." Uwe Domres fordert deshalb Emmissionsmessungen. Denn Wahl & Co. beanspruche eine Fläche, die 2,5-mal so groß ist wie die des bereits an der A 33 ansässigen Logistikunternehmens DB Schenker.´ Zusätzlicher Lkw-Verkehr und die Verkehrsbelastung durch die zwei anderen Gewerbeflächen seien nicht hinnehmbar. „Die daraus resultierende zusätzliche Lärm-, Schadstoff- und Feinstaubbelastung der Anwohner muss verhindert werden." 227 Lkw- und 154 Pkw-Fahrten prognostiziert Wahl und & Co. für die Zeit zwischen 18 und 9 Uhr. Das entspreche 38 Prozent aller zu erwartenden Fahrten. ´ Die aktuelle Verkehrssituation auf der Oerlinghauser Straße in Höhe der Autobahnanschlussstelle und DB Schenker bezeichnet Domres als „dramatisch". Dabei sei die Kreuzung Oerlinghauser/Bielefelder Straße erst vor drei Jahren aufwendig ausgebaut worden. Und wenn die Kreuzung für das zusätzliche Gewerbe noch einmal ausgebaut werden müsse, werde ja noch mehr Fläche verbraucht, beklagt Domres. Auch das sei ncht hinnehmbar. „Der Mensch braucht die Natur . . ." Uwe Domres erinnert daran, dass in diesem Jahr zusätzliche Fahrspuren und drei Ampelanlagen auf der Oerlinghauser Straße von der Falkenstraße bis zur Bielefelder Straße gebaut werden, damit der aktuelle Verkehrsstrom bewältigt werden könne. Der werde „fast wöchentlich", sagt Domres, noch verschärft, wenn sich auf der A2 ein Unfall ereignet hat und die Auto- und Lkw-Fahrer über den Kreuzkrug umgeleitet werden. Uwe Domres stellt grundsätzlich in Frage, dass dort überhaupt eine neues Gewerbegebiet nötig ist. Er verweist auf den Gewerbepark in Stukenbrock-Senne – 53 Hektar groß und bereits in konkreter Planung. „. . . die Natur braucht uns nicht" Der 59-Jährige ist großer Naturfreund. „Ich glaube an die Natur." Der Schutz derselben ist ihm ein großes Anliegen. „Wir müssen erkennen", sagt er, „dass die Naturressourcen auf der Erde endlich sind und ein unendliches Wachstum der Wirtschaft nicht möglich ist. Nur wenige profitieren vom ständigen Wachstum auf Kosten der Mehrheit." Dies gelte auch für SHS.

realisiert durch evolver group