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Vorbild Flussbett-Hotel: Das Inklusionshaus in Gütersloh hat 24 Zimmer und ein Restaurant. Foto: Steffen Krinke - © krinke-fotografie
Vorbild Flussbett-Hotel: Das Inklusionshaus in Gütersloh hat 24 Zimmer und ein Restaurant. Foto: Steffen Krinke | © krinke-fotografie

Schloß Holte-Stukenbrock In der Stadt fehlt ein Hotel

Stadtentwicklungsausschuss: Warum SHS zur Zusammenarbeit mit Augustdorf gezwungen wird. Wie politisch korrekt über ein Behindertenprojekt gesprochen wird. Und wie 50 Jahre SHS gefeiert werden soll

23.11.2017 | Stand 22.11.2017, 17:44 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Wiedersehen mit dem ehemaligen Gütersloher Oberkreisdirektor Günter Kozlowski. Im Ausschuss für Wirtschaft, Marketing und Stadtentwicklung stellte er zusammen mit seinem Kollegen von der Firma „Pyramis“ das Projekt „Inklusionshotel“ vor. Außerdem ging es in dem Ausschuss unter anderem darum, wie das 50-jährige Bestehen der Stadt 2020 gefeiert werden könnte.INKLUSIONSHOTEL Heimische Unternehmen wissen oft nicht, wo sie Außendienstler, Monteure und Firmenbesucher unterbringen sollen. Es fehlt also ein Hotel. Für eine Hotelkette ist SHS kein attraktiver Standort. Die denken laut Michael Kirchner von Pyramis nur in der Kategorie „100 Zimmer aufwärts“. Die Pyramis Immobilien Entwicklungs GmbH ist unter anderem spezialisiert auf Inklusionshotels mit 50 bis 60 Zimmern. Dort arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. In die Finanzierung bringt sich auch die Aktion „Mensch“ mit ein. Politisch korrekt fanden das alle Fraktionen im Stadtentwicklungsausschuss natürlich eine tolle Sache, aber . . . Udo Richter von den Grünen drückte sich am krassesten aus. Es sprach von einem „sozialen Mäntelchen“. Dem Investor, also der Pyramis, gehe es „nur darum, Fördergelder abzugreifen“. Ein bisschen beleidigt wirkten Kozlowski und Kirchner schon, aber der ehemalige Oberkreisdirektor reagierte geschmeidig. Hotels dieser Größenordnung könne man nur in dieser Konstruktion schaffen. Aber: „Wir sind kein Sozialverband und nehmen das für uns auch nicht in Anspruch.“ Aufhorchen ließ zum Beispiel auch Lars Pankoke, dass die Stadt, sofern sie an einem Inklusionshotel interessiert ist, eine zwingend notwendige Markt- und Bedarfsanalyse bezahlen müsste. Denn die Aktion „Mensch“ zum Beispiel kommt nur als Geldgeberin in Frage, wenn durch das neue Projekt kein bereits bestehender Beherbergungsbetrieb in SHS in Bedrängnis geraten würde. Wie viel eine solche Markt- und Bedarfsanalyse kosten würde, wurde öffentlich nicht gesagt. Alle Fraktionen wollen sich nun noch einmal intern mit dem Projekt „Inklusionshotel“ beschäftigen.HANDLUNGSKONZEPTE Wie berichtet, unterstützt das Land die ländliche und die städtische Entwicklung mit Fördergeldern. Das verbirgt sich hinter sperrigen Abkürzungen wie IKEK und ISEK, die im Rathaus und im Stadtrat inzwischen aber allen locker von den Lippen perlen. Am Dienstagabend ging es um ISEK, also das Integrierte Stadt-Entwicklungskonzept. Neueste Entwicklung: Das Ministerium hat zu verstehen gegeben, dass Förderanträge nur dann wirklich Aussicht auf Erfolg haben, wenn gemeinsam mit Augustdorf interkommunal geplant werde. Beispiele: Augustdorfer Schüler besuchen die Gesamtschule SHS, die Realschule Augustdorf ist auch für Schüler aus SHS interessant. Thorsten Baumgart (FDP) fand diese Konstellation doch reichlich „konstruiert“. Die Stadt fügt sich aber. ISEK-Projekte im Wert von 23,7 Millionen Euro sind mittelfristig geplant. 2018 sollen Zuschüsse zur Sanierung der Real/Gesamtschule und zum Ausbau derselben (Kosten: 5 Millionen Euro) und zur Teilsanierung und zum Umbau des Hallenbads (2,8 Millionen) beantragt werden.JUBILÄUM Seit 1970 gibt es Schloß Holte-Stukenbrock. Für die Feier des Jubiläums liegen erste Pläne vor. Neues Stadtlogo, neue Städtepartnerschaft, Fotoausstellung, Videomitmachaktion, Stadtfest, Baumpflanzaktion und – Überraschung – ein Schlosskonzert stehen auf der Liste der Möglichkeiten. Über weitere Ideen freut sich das Stadtmarketing.

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