Nach dem Fest ist vor dem Fest: Die Fahrgeschäfte, Losbuden und was sonst noch zu Pollhans dazugehört, werden in Windeseile abgebaut. So auch das beinahe 90 Jahre alte kleine Riesenrad. - © Gunter Held
Nach dem Fest ist vor dem Fest: Die Fahrgeschäfte, Losbuden und was sonst noch zu Pollhans dazugehört, werden in Windeseile abgebaut. So auch das beinahe 90 Jahre alte kleine Riesenrad. | © Gunter Held

Schloß Holte-Stukenbrock Pollhans bleibt etwas Besonderes

Nachlese: Die Polizei spricht von entspannteren Einsätzen als im vergangenen Jahr. Nach Einschätzung von Ordnungsamtsleiter Egon Henkenjohann sind erstmals mehr als 300.000 Besucher gekommen

Gunter Held

Schloß Holte-Stukenbrock. „Pollhans ist eine der besten Drei-Tages-Veranstaltungen, die es in Deutschland gibt“, sagt Björn Laffontien. Der Schausteller muss es wissen. Er kommt viel rum. Auf Pollhans hat er in diesem Jahr Premiere gefeiert. Laffontien hat das neu geschaffene Pollhans-Wäldchen bespielt – und er ist vollauf zufrieden. „Bei fantastischem Wetter haben wir die Besucher begeistern können. Einen besseren Einstand kann man sich nicht wünschen“, sagt er. Und weil er eben so viel rumkommt und mit Kommunen zu tun hat, sagt er über Ordnungsamtschef Egon Henkenjohann und Marktleiter Klaus Lüke: „Die beiden machen einen tollen Job. Freundlich, kompetent und zugewandt. Das hat man nicht überall.“ Laffontien freut sich auf das nächste Jahr. „Wir haben noch ein paar Ideen, die wir gern umsetzen würden.“ Sicher sei, dass Sänger Keith Sanders wiederkommt. „Danach haben viele Besucher gefragt.“ Überhaupt findet er für das Publikum lobende Worte. „Die Gäste auf Pollhans sind sehr nett und entspannt. Ich hatte mit mehr Ärger gerechnet, aber unser Sicherheitsdienst musste nur selten mal aktiv werden.“»Das Publikum auf Pollhans ist sehr nett und entspannt« Von der Atmosphäre ist auch Anton Sertic immer wieder begeistert. Der Sprecher der Schausteller sagte im Gespräch mit der Neuen Westfälischen, dass die Schausteller mit Pollhans sehr zufrieden seien. „Besser geht es nicht“, sagt er. „Das Wetter war schon beinahe zu gut. Das haben die Zeltbetreiber bestimmt gemerkt. Aber es ist schön, wenn man sich als Schausteller viel Mühe macht und das vom Publikum auch anerkannt wird. Das ist hier auf Pollhans immer der Fall.“ Dass in der traditionellen Meckerrunde das Wort Platzgelderhöhung gefallen ist, gefiele ihm nicht. Sertic sagt, dass man Pollhans von Seiten der Verwaltung nicht mit Hövelhof oder Libori vergleichen und versuchen solle, finanziell das Meiste rauszuholen. Die Begeisterung für Pollhans ist auch bei den Verantwortlichen bei der Stadtverwaltung nicht zu überhören – auch nicht für den Abbau. „Als ich heute Morgen um 9 Uhr auf den Platz kam, war das große Riesenrad schon abgebaut“, sagt Marktleiter Klaus Lüke. „Die sind wirklich schnell.“ Diskutiert wird im Nachhinein sicher auch wieder die Frage nach den Gläsern. Im Vergleich zu 2016 habe es deutlich mehr Verletzungen durch Gläser gegeben, nämlich 44. Aber Egon Henkenjohann spricht auch vom erfolgreichsten Pollhans, seit er dafür verantwortlich ist, also seit 2010. Die Polizei habe ihm für Samstag eine Besucherzahl von 100.000 Gästen genannt, für den Sonntag 120.000 und für Pollhans-Montag 80.000. Er ist jedoch der Ansicht, dass am Montag noch mehr den Markt besucht haben. Er geht davon aus, dass in diesem Jahr die 300.000er-Marke geknackt worden ist.Einige Autos mussten abgeschleppt werden Trotzdem blieb es relativ ruhig, wie die Polizei mitteilte und von einem entspannteren Einsatzverlauf als im vorigen Jahr sprach. Die Polizisten sprachen insgesamt 29 Platzverweise aus. Es kam zu einigen Schlägereien, Diebstählen, Beleidigungen und auch Verstößen gegen das Waffengesetz. Es wurden randalierende, betrunkene Besucher in Gewahrsam genommen und einige Autos, die verkehrswidrig abgestellt worden sind, abgeschleppt.

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