Bastian Laustroer (v.l.), Juline und Melina Hildebrandt hängen das letzte Foto auf - © Patrick Herrmann
Bastian Laustroer (v.l.), Juline und Melina Hildebrandt hängen das letzte Foto auf | © Patrick Herrmann

Schloß Holte-Stukenbrock Nachwuchs fotografiert definitiv anders

Fotoprojekt: Am Montag wird die Ausstellung des Projekts „Ein Motiv – Zwei Ansichten“ im Rathaus eröffnet. Die Bilder sind auf Alu-Dibond gedruckt. Nachwuchsfotografen durften nur mit Smartphone fotografieren

Patrick Herrmann

Schloß Holte-Stukenbrock. Da hängen sie, 18 Bilder des Projekts „Ein Motiv – Zwei Ansichten". Neun Handyfotos von Jugendlichen und neun Fotos aufgenommen mit Spiegelreflexkameras erfahrenen Fotografen. Welches Motiv aber mit welcher Kamera aufgenommen wurde, das ist auf den ersten Blick nicht sofort ersichtlich. Zu gut haben die Nachwuchsfotografen mit ihrem Handy geknipst, zu leistungsstark sind heutige Smartphone-Linsen. Woran man es doch erkennen könnte? Vielleicht am Blick, am Stil. „Jugendliche fotografieren definitiv anders", sagt Melina Hildebrandt, 17 Jahre alt, die gemeinsam mit ihrer Schwester Juline an dem Fotoprojekt teilgenommen hat. Totalen sind modern. Vielleicht daran, dass die Handyfotos sehr weitwinkelig aufgenommen sind. Zum Vergleich: Das iPhone 7 hat eine Brennweite von 28 Millimetern im Kleinbildformat ohne Digitalzoom. Vielleicht liegt es daran, dass die Handyfotos naturbelassen sind, nicht bearbeitet wurden. Von der Suche nach Unterschieden sollte sich jedoch keiner der Besucher ablenken lassen. Denn obwohl es nur ein Motiv ist, sind jedes Mal zwei gänzlich unterschiedliche Fotos entstanden, so wie es die Idee hinter diesem Projekt vorsah. Die Nutzung von Handykameras für die junge Fotografengeneration war die einzige Bedingung für die Mentor-Menti-Teams. „Unterschiedliche Sichtweisen", davon konnten die sieben Nachwuchsfotografen lernen, ist sich die 15-jährige Juline sicher. Doch auch die sieben erfahrenen Teampartner haben etwas mitgenommen. „Was mich fasziniert hat, ist, dass die Kinder Dinge wahrgenommen haben, die wir Erwachsenen gar nicht gesehen haben", sagt Fotografin Marion Welschof. Die 18 Bilder wurden vom Projektinitiator und Fotobuchanbieter „Cewe" nun auf graue Aluminiumplatten gedruckt. Diese besondere Drucktechnik nennt sich Alu-Dibond-Verfahren. Die Ausstellung im Foyer Rathaus ist Beginn einer Wanderausstellung. Die Vernissage wird am Montag, 4. September, um 18 Uhr im Rathaus sein. Alle Fotografen werden anwesend sein. Außerdem werden alle Ansichten, die im Rahmen dieses Projekts entstanden sind, in zwei Fotobüchern präsentiert und ausgestellt. Eine Jury, der auch NW-Redakteur Sigurd Gringel angehört, hat aus diesem Fotopool die 18 Ausstellungsmotive ausgewählt.

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