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Schloß Holte-Stukenbrock Grüne fordern Planungsstopp in Stukenbrock-Senne

Interkommunales Gewerbegebiet: Bürger nutzen die Anwohnerfragestunde, um sich über den Stand des Verfahrens zu informieren. Die Eigentümer überlegen, wie sie jetzt weitermachen wollen

Schloß Holte-Stukenbrock. Zu Beginn einer öffentlichen Ratssitzung haben Bürger die Möglichkeit, der Verwaltung Fragen zu stellen. Dieses Instrument wird selten genutzt, in der vergangenen Sitzung waren aber viele Bürger anwesend, die sich in erster Linie für das geplante Gewerbegebiet in Stukenbrock-Senne interessieren. Eine halbe Stunde lang beantwortete Bürgermeister Hubert Erichlandwehr die Fragen. Drei Fragen darf laut Geschäftsordnung des Rates jeder Bürger stellen. Die Bürger wollten unter anderem wissen, in welchem Stadium sich das Verfahren befindet und ob es noch zu stoppen ist. Hubert Erichlandwehr erklärte, dass im Baurecht die Ebenen Land, Bezirk und Kommune beteiligt sind. Der Regionalrat (Bezirksebene) habe bereits zugestimmt, das Gewerbe- und Industriegebiet auszuweisen. Bis Ende Juni müsse sich die Landesverwaltung dazu äußern. Um Zeit zu sparen, wartet die Stadt die Entscheidung nicht ab, sondern bringt parallel eine Änderung des Flächennutzungsplanes und eine Änderung des Bebauungsplanes auf den Weg. In beiden Verfahren hätten die Bürger die Möglichkeit, ihre Einwände einzubringen. „Jede Stimme wird ernst genommen", sagte der Bürgermeister. „Im Gutachten wird es auf alle Fragen eine Antwort geben müssen." Allerdings sei das ein Abwägungsprozess. „Die Antworten müssen nicht allen gefallen." Einen politischen Stopp des Projektes schloss der Bürgermeister aus, dazu gebe es im Rat keine Mehrheit. Die Weigerung, Land zu verkaufen, sei auch kein Mittel. Es gebe rechtlich keine Mindestgröße für ein interkommunales Gewerbegebiet. Damit es sich lohne, solle das Gebiet aber „gefühlt mindestens 30 Hektar haben", sagte Erichlandwehr. Ohne die Flächen der Eigentümer, die nicht verkaufen wollen, wäre das Gewerbegebiet 34 Hektar groß. Es komme eher auf die Lage der Parzellen an, als auf die Gesamtgröße, ergänzte der Bürgermeister. Bisher gebe es noch keine konkrete Anfrage eines Unternehmens, allerdings ein oder zwei lockere aus Schloß Holte-Stukenbrock und weitere aus Hövelhof, sagte Hubert Erichlandwehr. Dabei gehe es um die Weiterentwicklung bestehender Betriebe. In der nächsten Woche treffen sich die Mitglieder der Gewerbepark Senne GmbH, um über derartige Anfragen zu sprechen. Detailfragen zu Fahrverbotszonen für schwere Lastwagen oder Gebäudehöhen stellte der Bürgermeister zurück. So etwas werde in der Planung konkreter und müsse dann politisch entschieden werden. Apropos Politik: In der Abstimmung über die Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplans waren nur die Grünen dagegen. Bruno Reinke (Grüne): „Das ist kein Gewerbegebiet, sondern ein Industriegebiet. Wir sollten jetzt die Reißleine ziehen und die Idee nicht weiter verfolgen." Die Eigentümer, die ihr Land nicht verkaufen wollen, haben sich am Mittwochabend am Campingplatz am Furlbach getroffen, um über die Aussagen in der Ratssitzung und über ihr weiteres Vorgehen zu diskutieren.

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