Interkommunales Gewerbegebiet - © Sabine Kubendorff
Interkommunales Gewerbegebiet | © Sabine Kubendorff

Schloß Holte-Stukenbrock Gewerbepark-Fläche gilt als vorbelastet

Die Landesregierung kann noch bis Ende Juni ihre Zustimmung zum Interkommunalen Gewerbegebiet in Stukenbrock-Senne verweigern. Die Vorbereitungen werden aber unverdrossen vorangetrieben

Schloß Holte-Stukenbrock. Grün so weit das Auge reicht, das Tor zur Senne. Das ist eine Möglichkeit, die für den Gewerbepark in Stukenbrock-Senne reservierte Fläche zu betrachten. Stadtplaner Dirk Tischmann aus Rheda-Wiedenbrück sieht außer dem Grün auch den großflächigen Betrieb der Polizeischule, die Sandgewinnung, die Autobahn und die Paderborner Straße, die Hochspannungsleitung nicht zu vergessen. "Das ist kein unbelastetes Gebiet", sagte er jetzt im Ausschuss für Stadtentwicklung. Es gelte vielmehr als vorbelastet. Auch wenn das von Bürgern in Stukenbrock-Senne anders gesehen werde. Tischmann hat den Auftrag, den Gewerbepark zu planen, und zwar mit allem Drum und Dran. Erfahrung hat sein Büro. Es hat bereits die Entwicklung von zwei Interkommunalen Gewerbegebieten im Kreis Gütersloh begleitet. Wenngleich die Landesregierung noch bis Ende Juni die Gelegenheit hat, die Zustimmung zu dem Gewerbepark zu verweigern, stellte Tischmann jetzt schon einmal vor, welche Aufgaben zu bewältigen sind. Ganz oben auf der Agenda: Der Gewerbepark soll nicht im Niemandsland entstehen, "es gibt auch Betroffene". Das mache die Bauleitplanung zu einer "sehr schwierigen Aufgabe". "Wir werden sehen, was am Ende des Tages übrig bleibt" Es werde mindestens zwei Bürgerbeteiligungen geben. Dennoch regte Lars Pankoke (CDU) mit Nachdruck an, schon vorab eine Informationsveranstaltung zu organisieren. "Viele Bewohner wissen nicht, was auf sie zukommt." Und es gilt, sechs Grundstückseigentümer von dem Projekt zu überzeugen. Sie wollen bislang nicht einmal verhandeln über den Verkauf ihrer insgesamt 19 Hektar. Der Fraktionssprecher der Grünen, Reinhard Tölke, ist ohnehin skeptisch, wie viele Hektar der insgesamt 53 tatsächlich genutzt werden können. "Das ist ein total schwieriges Gebiet", sagte er im Stadtentwicklungsausschuss. "Wir werden sehen, was am Ende des Tages übrig bleibt" - bei all den Einschränkungen. ´ Der Zipfel gegenüber der Polizeischule kann nach Einschätzung von Dirk Tischmann nicht von industriellem Gewerbe genutzt werden, weil unweit Wohnhäuser stehen. ´ Die vom Gesetzgeber geforderte verträgliche Einbindung des Gewerbegebietes in den Naturraum bezeichnete Tischmann als "heikel". Nicht zuletzt, weil Flächen angrenzen, die durch die europäische Naturschutzrichtlinie "Flora-Fauna-Habitat" (FFH) geschützt werden. ´ Bei der Prüfung der Verträglichkeit von Gewerbe mit Umwelt/Umgebung werden auch Wirkzonen berücksichtigt. Der Check erstreckt sich also über die Grenzen des Gewerbegebietes hinaus. Und das sind die Themenfelder, die das Büro Tischmann jetzt abarbeiten muss: ´ Naturschutz und Landschaftspflege ´ Hydrogeologie ´ Straßen- und Tiefbau ´ Verkehrsplanung ´ Immissionsschutz In Bezug auf Letzteren sagte Dirk Tischmann: "Beim Schall gibt es viele Missverständnisse", aber es gebe auch klare gesetzliche Vorgaben zum Schutz der Nachbarn von Gewerbegebieten.

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