Prominentes Paar: Der Nikolaus und Knecht Ruprecht in der St.-Achatius-Kirche Stukenbrock-Senne. - © Patrick Herrmann
Prominentes Paar: Der Nikolaus und Knecht Ruprecht in der St.-Achatius-Kirche Stukenbrock-Senne. | © Patrick Herrmann

Schloß Holte-Stukenbrock Nikolaus in Stukenbrock-Senne

Familiäre Feier: Im und rund um das Pfarrheim wird seit langem die Nikolaustradition weitergegeben. Vorführungen, Basteln und natürlich kleine Auftritte für den Heiligen bereiten Vorfreude auf Weihnachten

Schloß Holte-Stukenbrock. "Die traditionelle Nikolausfeier, die gibt es ja schon seit Jahren", sagt Herman-Josef Brummelte und nimmt genüsslich einen Schluck Kaffee. Für die Stukenbrock-Sennern wird diese Nikolausfeier ausgerichtet. "Das ist uns wichtig", sagt Brummelte. "Wir wollen keine kommerzielle Veranstaltung, sondern den Nikolausgedanken weitergeben." Das Familiäre sei "ganz bewusst" so in der Senne erhalten geblieben. Für die klassischen Weihnachtsmärkte mit den vielen Angeboten gebe es am zweiten Adventswochenende schließlich genug Möglichkeiten. Oerlinghausen oder Hövelhof zum Beispiel. Das Konzept zieht. 200 Gäste, "die meisten aus dem Dorf", berichtet Brummelte erfreut. Getragen wird die Nikolausfeier von allen Vereinen und Gruppierungen des Stadtteils. Die St.-Achatius-Kirchengemeinde und deren Schützen, die kfd-Frauen, der Polizeisportverein und der Dorfgemeinschaftsverein, sie alle übernehmen kleine Aufgaben, damit das Fest groß und gut wird. Zum ersten Mal in diesem Jahr ist die kleine Gemeindebücherei mit dabei. Wenn man so will, der einzig kommerzielle Stand, denn hier gibt es einige Bücher für einen kleinen Betrag zu erstehen. Im Obergeschoss des Pfarrheims basteln und spielen die Kinder, während unten heiße Waffeln mit Kirschen serviert werden. Heimelig. Doch eine Nikolausfeier ohne Nikolaus und seinen treuen Begleiter Knecht Ruprecht wäre wie Weihnachten ohne Lebkuchen. Irgendwie nicht vorstellbar. Bis es soweit ist, dürfen die Fahnenschwenker der Schützen eine moderne Show zeigen, Schwarzlicht und Popsongs inklusive. Den großen Empfang für den Heiligen gibt es dann in der Kirche. Der in diesem Jahr neu formierte Musikkreis spielt zum Einzug. "Die Truppe spielt in dieser Zusammensetzung das erste Mal", erklärt Claudia Gerkens, Leiterin des Musikkreises. Die alte Combo wird behutsam "ausgetauscht". Dann kommt der Nikolaus. Im Wägelchen, das Knecht Ruprecht zieht, sind viele kleine Nikolaustütchen. Die Kinderaugen weiten sich. Aber Nikolaus wäre nicht Nikolaus, wenn er nicht auch eine Botschaft für Groß und Klein mitgebracht hätte. Während die neunjährige Sophie den Bischofsstab hält, sagt Nikolaus über sich: "Er lehrt uns teilen und abzugeben, denn nicht alle können im Überfluss leben." Jeder noch so kleine Hilfsversuch, jede kleine Geste der Nächstenliebe sei wertvoll. Jeder solle sich fragen, "wo fange ich selbst an". Dann lädt der Nikolaus die Kinder nach vorn zu sich ein. Wer ein Gedicht oder ein Lied präsentiert, bekommt ein kleines Extra in die Tüte. Titus reimt: "Schütte dein?n Sack aus / gute Kinder sind im Haus." Amelie singt "Schneeflöckchen, weiß Röckchen". Nachdem alle vorgetragen haben und die Nikolaustüten verteilt sind, zieht der Nikolaus weiter. Im nächsten Jahr kommt er auf jeden Fall wieder, das hat Hermann-Josef Brummelte bereits angekündigt.

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