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Könnte für Steuereinnahmen sorgen: Wahl & Co hat Interesse am Gewerbegebiet in Stukenbrock-Senne signalisiert. - © Christian Weische
Könnte für Steuereinnahmen sorgen: Wahl & Co hat Interesse am Gewerbegebiet in Stukenbrock-Senne signalisiert. | © Christian Weische

Schloß Holte-Stukenbrock Neues Gewerbegebiet in Stukenbrock-Senne in der Gunst von Wahl&Co. gestiegen

Interkommunales Gewerbegebiet: Stadt und Unternehmen sind im Gespräch

Sigurd Gringel
01.10.2016 | Stand 30.09.2016, 18:45 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Die Sennestädter Spedition "Wahl & Co." hatte gewichtige Fürsprecher. Die Wirtschaftsförderer des Kreises Gütersloh und der Steinhagener Bürgermeister Klaus Besser hatten sich dafür eingesetzt, dass sich das Unternehmen zukünftig in Steinhagen ansiedelt. Das letzte Wort hatten die Bürger. Sie haben sich, wie berichtet, gegen die Spedition entschieden. Damit sind die Chancen auf eine Ansiedlung im geplanten Gewerbegebiet in Stukenbrock-Senne gewachsen. Der Steinhagener Gemeinderat hat mittlerweile den Bürgerentscheid offiziell anerkannt. Klaus Besser wird im Haller Kreisblatt so zitiert: "Das Ergebnis wird selbstverständlich umgesetzt, also kein Antrag auf Änderung des Regionalplans gestellt. Die Firma erhält somit keine Ansiedlungsmöglichkeit in Steinhagen." Die Befürworter von Wahl & Co. haben als Argumente die bis zu 300 Arbeitsplätze und die Aussicht auf etwa eine Million Euro Gewerbesteuer angeführt. Die Gegner haben in erster Linie vor den Belastungen durch Feinstaub, Lärm und eine Verkehrsgefährdung durch die Lastwagen gewarnt. Auch Bürger aus Stukenbrock-Senne haben sich nach der Berichterstattung in der Neuen Westfälischen schon kritisch zu der möglichen Ansiedlung geäußert. Sie teilen die Befürchtungen der Speditionsgegner in Steinhagen: mehr Lärm, mehr Abgase. Im Moment wollen weder die Stadt Schloß Holte-Stukenbrock noch die Geschäftsleitung der Großspedition bestätigen, dass es seit dem Bürgerentscheid in Steinhagen weitere Gespräche gegeben hat. Bürgermeister Hubert Erichlandwehr betont, dass die Stadt immer noch Interesse an einer Ansiedlung von Wahl & Co. habe. Dessen Geschäftsführer Jörn Wahl-Schwentker sagt nur, dass Stukenbrock-Senne auf der Liste der Optionen einen Platz nach oben gerutscht sei. Auf welchen, das verriet er im Gespräch mit der NW nicht. Und er stellte klar, dass Stukenbrock-Senne nicht die einzige Option für das Unternehmen sei. Fakt ist, dass die Spedition an ihrem bisherigen Standort an der Gildemeisterstraße in Sennestadt keine Möglichkeit hat, den Betrieb zu erweitern. Das sei aber dringend nötig. "Wir nutzen bereits die Hallen auf unserem früheren Betriebsgelände an der Eckendorfer Straße", sagte Jörn Wahl-Schwentker. Das Unternehmen ist nicht nur Spediteur, sondern bietet auch Lagerplatz für andere Unternehmen an. Größtes Hindernis könnte die Zeit sein. Erichlandwehr hofft, dass sich - wenn das Genehmigungsverfahren wie erwartet läuft - die ersten Betriebe 2018 in Stukenbrock-Senne ansiedeln könnten. Wahl & Co. würde gern früher handeln, die Geschäftsleitung ließ aber durchblicken, auch eine gewisse Zeit mit dem jetzigen Provisorium arbeiten zu können.

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