So wollen die Fans wieder rocken: Bis zu jeweils 30.000 Besucher kamen in den vergangenen Jahren zum Serengeti Festival in die Senne. In diesem Jahr fällt es definitiv aus - Fans dürfen aber auf das kommende Jahr hoffen. - © Sarah Jonek
So wollen die Fans wieder rocken: Bis zu jeweils 30.000 Besucher kamen in den vergangenen Jahren zum Serengeti Festival in die Senne. In diesem Jahr fällt es definitiv aus - Fans dürfen aber auf das kommende Jahr hoffen. | © Sarah Jonek

Schloß Holte-Stukenbrock Neue Hoffnung für das Serengeti-Festival

2016 kein Festival, 2017 ist ein Comeback aber nicht auszuschließen

Schloß Holte-Stukenbrock. Gute Musik, schräge Typen, drei Tage Party - dafür steht das Serengeti-Festival. Jetzt wäre eigentlich wieder Festivalzeit, doch vor einem Jahr hat Organisator Walent Cerkez einen Schlussstrich gezogen. Endgültig muss diese Entscheidung aber nicht sein. Cerkez führt schon wieder Gespräche mit potentiellen Partnern. "Es war die richtige Entscheidung", sagt Cerkez im Gespräch mit der Neuen Westfälischen. Damals, 2015, kam die Nachricht des Abschieds überraschend. Viele Musikfans haben es für eine Finte gehalten, sie wollten ihr lieb gewonnenes Fest einfach nicht verlieren. Fans malten Plakate mit der Aufschrift "Serengeti darf nicht sterben", eine Facebook-Gruppe setzte sich für den Erhalt ein, ein weiblicher Fan schrieb Walent Cerkez jetzt sogar einen handschriftlichen Brief: "Worte alleine können nicht ausdrücken, wie traurig ich bin." Auch viele Musiker hoffen Und auch mancher Musiker hoffte, dass es weitergehen würde. Skindred-Sänger Benji Webbe und Henning Wehland von den H-Blockx sprachen im Sommer 2015 ihre Hoffnung offen auf der Bühne aus. Die Monsters of Liedermaching boten an, wiederzukommen. Aber Walent Cerkez blieb bei seiner Entscheidung, er hatte gute Gründe. Für ein unabhängiges, mehrtägiges Fest im Format des Serengeti sei es wirtschaftlich schwierig geworden, aber auch bei den großen, mit mehreren Zehntausend Besuchern, war schon in 2015 eine Unruhe zu spüren, sagt Cerkez. Veranstalter zerren um Bands, Gagen steigen in die Höhe. Anders sieht es bei den Veranstaltungen aus, die Cerkez weiterhin plant - offenbar mit Erfolg. Seit acht Jahren veranstaltet er das Parklichterfest in Bad Oeynhausen, das jüngst Tausende von Gästen anzog. Dort trägt er aber nicht das unternehmerische Risiko, Ausrichter ist das Staatsbad. Auch für die Organisation und Durchführung der 111-Jahrfeier des DSC Arminia Bielefeld wurde Cerkez engagiert. "Zum richtigen Zeitpunkt ausgestiegen" Ein neues Feld öffnet sich für seine Agentur "Vibra Agency" in der Organisation von Campusfestivals. Das Asta Sommerfestival in Paderborn war in diesem Sommer ausverkauft, das Campus Festival in Bielefeld ebenfalls. Mittlerweile hat Walent Cerkez mit mehreren Universitäten Gespräche aufgenommen, sein Konzept habe sich herumgesprochen und offenbar überzeugt. Mindestens zwei weitere Festivals seien für das nächste Jahr schon in der Planung, sagt er. Weil derartige Festivals nur einen Tag dauern, stehen sie mehrtägigen Festivals nicht als Konkurrenz im Weg. "Wir fliegen somit unter dem Radar der großen Festivals", sagt Walent Cerkez. Er glaubt, dass er zum richtigen Zeitpunkt ausgestiegen ist, bevor es wirtschaftliche Probleme gegeben hätte. "Wir haben uns ordentlich verabschiedet", sagt er. "Sauber abgeschlossen - keine Leichen im Keller." Deswegen könnte er eigentlich wieder starten, sein Herzblut hängt nach eigener Aussage natürlich an dem Festival, das er zehn Jahre lang in seiner Heimat organisiert hat und das ihm ein guter Lehrmeister war.  Festival-Name könnte sich ändern Aber anders könnte es werden, vielleicht sogar einen anderen Namen tragen. Aber es solle auf jeden Fall in Stukenbrock-Senne bleiben, gegenüber vom Safaripark. Diese Kombination von Tieren, Vergnügungspark und Musikfestival sei zudem ein Alleinstellungsmerkmal, das Cerkez nicht aufgeben möchte. Seine Agentur hat die Festivalwiese immer noch gepachtet, die Leitungen für die Datenübertragung liegen im Boden. "Es könnte quasi morgen losgehen", sagt Cerkez. Geht es aber nicht. Noch nicht. Cerkez genießt nach eigener Aussage die Pause, hat mehr Zeit für Privates, macht mal wieder Urlaub. Das alleinige unternehmerische Risiko des Serengeti Festivals will er nicht mehr tragen. Aber ein Partner, der laut Cerkez ein "Big Player" im Musikgeschäft ist, sei an ihn herangetreten. Jemand der Kontakte, Wissen und die finanziellen Möglichkeiten habe. Unterstützung aus der Region Doch der potentielle Partner will Unterstützung aus der Region. Das Serengeti habe wie kein zweites Kulturevent in der Gegend dazu beigetragen, OWL, den Kreis Gütersloh und die Stadt bundesweit zu positionieren, sagt Cerkez. Schließlich sei ein Festival auch ein Wirtschafts-, Marketing- und Tourismusfaktor. Davon profitiere eine ganze Region. Und deshalb führt Cerkez doch wieder Gespräche in Sachen Serengeti. Zum Beispiel mit der Stadtverwaltung Schloß Holte-Stukenbrock. Mit Bürgermeister Hubert Erichlandwehr hat es bereits Gespräche gegeben. Wenn Walent Cerkez seine konkrete Idee und Perspektivplanung vorlegt, sagt der Bürgermeister, werde der Stadtrat entscheiden, wie weit die Unterstützung gehen könne. Bekenntnis zum Festival Einen bestimmten Geldbetrag scheint der Organisator aber gar nicht anzustreben, es geht vorrangig um das klare Bekenntnis zum Festival. Walent Cerkez könnte sich gut vorstellen, dass die Stadt sich um die Infrastruktur kümmert oder sich zumindest daran beteiligt. Er denkt dabei an Genehmigungen oder den Bus-Shuttle. Aber auch die hiesigen Unternehmen hat Cerkez als Partner im Blick. Spruchreif sei dabei noch nichts. Fest steht, dass das Serengeti Festival 2016 nicht stattfinden wird. Ein Comeback in 2017 ist gut möglich - wenn die Bedingungen stimmen.

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