Der neue Thron: Das Königspaar Frank und Denise Hachmann (vorne) wird von den Ehrendamen Stefanie Manara (l.) und Katja Gees umrahmt. Hinter ihnen stehen Zeremonienmeister Sven Tessmann, Adjutant Wilfried Schmelter, Pfarrer Karl-Josef Auris, das scheidende Kaiserpaar Petra und Gerd Müller, das Zepterpaar Lena und Josef Biermeier, das Kronprinzenpaar Franz-Josef Neuwöhner und Dagmar Diegelmann-Neuwöhner sowie das Apfelprinzenpaar Inge und Eckhard Rosner (v. l.). Vorne l. hockt der neue Jungschützenprinz Julian Mielemeier (2. v. l.) neben seinem Vorgänger Hendrik Deppe. - © Karin Prignitz
Der neue Thron: Das Königspaar Frank und Denise Hachmann (vorne) wird von den Ehrendamen Stefanie Manara (l.) und Katja Gees umrahmt. Hinter ihnen stehen Zeremonienmeister Sven Tessmann, Adjutant Wilfried Schmelter, Pfarrer Karl-Josef Auris, das scheidende Kaiserpaar Petra und Gerd Müller, das Zepterpaar Lena und Josef Biermeier, das Kronprinzenpaar Franz-Josef Neuwöhner und Dagmar Diegelmann-Neuwöhner sowie das Apfelprinzenpaar Inge und Eckhard Rosner (v. l.). Vorne l. hockt der neue Jungschützenprinz Julian Mielemeier (2. v. l.) neben seinem Vorgänger Hendrik Deppe. | © Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock Frank Hachmann regiert die St.-Achatius-Schützenbruderschaft

Vogelschießen: Hachmann macht es am Ende spannend, und bei seiner Frau Denise kullern die Tränen

Schloß Holte-Stukenbrock. Um 18.40 Uhr am Sonntagabend sprach der noch amtierende Schützenkaiser Gerd Müller die erlösenden Worte: "Der Bann ist gebrochen." Die Krone war soeben zu Boden gepurzelt. Zuvor hatte sich beim Vogelschießen auf dem Platz der St.-Achatius-Schützenbruderschaft Stukenbrock-Senne lange nichts getan, strahlten die Insignien am hölzernen Vogel unberührt in der Mai-Sonne. Erfahrene Schützenbrüder sahen es gelassen. "Ist noch jedes Mal gutgegangen, bisher haben wir immer jemanden gefunden." Auch diesmal, denn um 19.56 Uhr konnte das Senner Schützenvolk tatsächlich seinem neuen König zujubeln. In der Senne ist die Schützenwelt also noch in Ordnung. Der neue Regent heißt Frank Hachmann und ist zugleich Brudermeister der St.-Achatius-Schützen. Ein Amt, das er erst im Januar vergangenen Jahres übernommen hatte. "Das war ein spontaner Entschluss", versicherte der 46-jährige Diplomingenieur Maschinenbau nach dem Königsschuss und nahm seine Frau Denise (36) in den Arm, bei der immer wieder die Tränchen kullerten. Eine Überraschung auch für sie sei der Königsschuss gewesen. "Jetzt löst sich die Anspannung, alles ist gut so." Dem Jubel war ein zähes Ringen vorausgegangen. Neben Frank Hachmann hatte auch Franz-Josef Biermeier immer wieder zum Gewehr gegriffen. Von seinem zwischenzeitlichen Ablenkungsmanöver ("So, ich gehe jetzt nach Hause") ieß sich der Brudermeister indes nicht beirren. Am Ende qualmte die Flinte, und das Schützenvolk war allerbester Laune. "Schön, bei dieser Schützenbruderschaft König zu sein", so fasste Hachmann seine Gefühle in Worte. Im Jahr 2013 war er bereits Kronprinz und 1992 Zepterprinz gewesen. Franz-Josef Neuwöhner hatte sich als erster ein Herz gefasst und mit dem 49. Schuss die Krone heruntergeholt. "Der Anfang ist gemacht, jetzt läuft es." Der Justizbeamtezeigte sich zuversichtlich. Kronprinzessin ist seine Frau Dagmar Diegelmann-Neuwöhner. "Ich hoffe, dass Zepter und Apfel jetzt hinterherziehen", so beschwor der 53-jährige König des Jahres 2007 die potentiellen Kandidaten. Seine Worte wurden erhört. Um 19.03 Uhr flog der linke Flügel des Vogels aus dem Kugelfang, nur einen Schuss später segelte das Zepter hinterher. Genau diesen einen Schuss hatte Josef Biermeier benötigt. Ehrensache, denn "ein Bezirksmeister braucht nur einen Schuss". Auch für Biermeier (55), der mit Tochter Lena als Zepterprinz regieren wird, ist es "eine Ehre, auf der Senne Prinz zu sein". 2005 war er bereits König. Mit dem 76. Schuss holte Eckhard Rosner (55) um 19.36 Uhr den Apfel herunter, und seine Frau Inge bekam "ganz weiche Knie". Das Schützenvolk ließ alle Majestäten hochleben. Das Königspaar hatte unterdessen Katja Gees und Stefanie Manara als Ehrendamen auserwählt. Bereits am Nachmittag hatte Julian Mielemeier (17) den Titel des Jungschützenprinzen errungen. Der Zehntklässler der Realschule Hövelhof zerteilte den Vogel mit dem 71. Schuss und darf nun in Sennelager auf Bezirksebene um die Würde des Bezirksprinzen kämpfen.

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