Pflege - © Gunter Held
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Schloß Holte-Stukenbrock Evangelische Kirchengemeinde bittet um "freiwilliges Kirchgeld"

Seit Jahren schrumpft die Spendensumme, für Extras bleibt kaum Budget - dabei sind die Wünsche bescheiden

Schloß Holte-Stukenbrock. Eine neue Musikanlage für den Gospel-Chor, ein eigenes Zelt für die Pfadfinder vom CVJM - es sind spartanische Wünsche innerhalb der Evangelischen Kirchengemeinde, deren Finanzierung durch Spendengelder steht und fällt. In einem Faltblatt, das dem aktuellen Gemeindebrief beiliegt, bittet die Kirchengemeinde daher um zusätzliche, freiwillige Unterstützung, das sogenannte freiwillige Kirchgeld. Denn nicht nur die Spenden sind seit Jahren rückläufig. Die Summe aus Steuereinnahmen, die die Gemeinden erreicht, schwindet ebenfalls, weil der Kirchenkreis höhere Abgaben verlangt. Rund 60.000 Euro zusätzlich, sagt Pfarrer Carsten Glatt, musste die Kirchengemeinde Schloß Holte-Stukenbrock in jedem der vergangenen drei Jahre zusätzlich abgeben. "Die Gelder, die wir abbekommen, wurden radikal gekürzt", sagt er. Dem gegenüber steht eine vergleichsweise bescheidene Spendensumme, um dessen Aufstockung die Gemeinde jetzt ihre Mitglieder bittet: Rund 3.000 Euro kamen im vergangenen Jahr zusammen. Mit dem Aufruf, sagt Glatt, richte sich die Gemeinde zunächst vor allem an diejenigen, die keine Kirchensteuer zahlen. Denn auch wenn der Evangelischen Gemeinde derzeit rund 6.500 Mitglieder angehören, so zahle lediglich rund ein Drittel von ihnen auch die Kirchensteuer. Jene, die nicht einkommenssteuerpflichtig sind, bleiben - wenn auch meist aus gutem Grund - finanziell außen vor. "Wir richten uns vor allem an diejenigen, die vielleicht trotzdem etwas übrig haben", sagt Carsten Glatt. Er betont, dass es nicht das Anliegen der Gemeinde sei, die Mitglieder doppelt zur Kasse zu bitten. Spenden könne jeder nach Belieben und finanziellen Möglichkeiten. Und nicht nur die Höhe der Summe soll aktiv durch die Gemeindemitglieder gewählt werden können, sondern auch der Verwendungszweck. Neben der Option, "für die allgemeine Gemeindearbeit" spenden zu können, lässt das Formular auf der Rückseite des Faltblattes die Wahl, sich auf einen Bereich oder mehrere Bereiche zu beschränken. Kindergärten, die Kirchenmusik, die Jugendarbeit des CVJM, diakonische Aufgaben oder auch die Renovierung der Fenster von Versöhnungs- und Friedenskirche sind als ankreuzbarer Verwendungszweck aufgeführt. Zudem kann gewählt werden, ob die Spende monatlich, jährlich oder lediglich einmalig vom Konto eingezogen werden soll. Neu, sagt Pfarrer Carsten Glatt, sei die Aktion keineswegs. Bereits im Jahr 2007 hatte die Gemeinde die Möglichkeit zur Zahlung des "freiwilligen Kirchgeldes" eingeführt. "Am Anfang lief es auch sehr gut", sagt Glatt. "Dann aber sank die Summe von Jahr zu Jahr." Von den anfangs rund 6.000 Euro wurde zuletzt nur noch etwa die Hälfte gespendet. Es sei nun das erste Mal seit neun Jahren, dass aktiv für die Aktion geworben werde. Das Geld komme zu 100 Prozent in der Gemeinde an, versichert Glatt. Ein Beispiel: Im Fall des Versöhnungskindergartens am Orffweg konnte eine Fischerhütte für die Spielwiese der Einrichtung gekauft werden. Kostenpunkt: mehrere tausend Euro. Andere Geräte wie die große Ritterburg im Inneren wurden durch Spendengelder der Gemeinde zumindest anteilig mitfinanziert. "Das sind Sachen, die wir uns sonst nicht leisten könnten", sagt Leiterin Betty Jürgensmann. Eine Grundausstattung an Spielsachen sei vom Etat abgedeckt, Dinge, wie die oben genannten Extras nicht. Alle Infos aus dem Faltblatt gibt es auch online unter: www.ev-kirche-shs.de

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