Schloß Holte-Stukenbrock Flüchtlingskinder müssen in die Schule

Asylbewerber: Am Siewekeweg haben die Erdarbeiten für weitere Container für Asylbewerber begonnen

Schloß Holte-Stukenbrock. Mustafa Haroglu berät die Asylbewerber in Verl und Schloß Holte-Stukenbrock. Weil die Asylbewerberzahlen steigen, wird seine halbe Stelle aufgestockt auf eine volle. Zudem werden die beiden Städte jeweils einen eigenen Vollzeit-Flüchtlingsberater beschäftigen. Das teilte Haroglu jetzt im Ausschuss für Familie, Demographie und Integration mit, in dem er einen Zwischenbericht über seine Arbeit gab. Probleme sieht er in der Schulpflicht für Asylbewerberkinder - und hofft auf ein "Machtwort" des Schulamtes. Die Neueinstellung bestätigte Sozialamtsleiterin Kerstin Steinmeier. Haroglu wird sein Büro in Verl beziehen, in Schloß Holte-Stukenbrock wird eine Frau Flüchtlingsberaterin. Aus dem Namen macht die Amtsleiterin ein Geheimnis, weil die Frau momentan eine andere Arbeit hat. Kerstin Steinmeier hofft, dass die Neue am 1. Dezember anfangen kann. Ihr Büro wird sie im Rathaus einrichten und sich von dort um die 265 Asylbewerber kümmern, die hier leben. Diese Zahl stagniert momentan, weil es wegen der beiden Landeseinrichtungen auf dem Gelände der Polizeischule keine weiteren Zuweisungen gibt. "Das kann sich aber auch ändern", sagte Mustafa Haroglu. Zudem werde sich die Zahl erhöhen, weil Asylbewerber das Recht haben, ihre Angehörigen nachkommen zu lassen. "Auf eine Person kommen drei bis vier weitere", das weiß Haroglu aus Erfahrung. Darauf sollte sich die Stadt Schloß Holte-Stukenbrock schon mal einstellen. Ein Problem sieht er bei den Wohnungen, Kerstin Steinmeier nicht. Die Stadt hat zwar jüngst Wohnungen für Asylbewerber auch per Anzeige gesucht, diese Anzeigen werden nun nicht mehr geschaltet. "Wir haben erst einmal genug", sagt Steinmeier. Die Wohnungen sind für Familien gedacht, die eine "reelle Chance" haben, auch nach dem Asylverfahren in Deutschland, insbesondere Schloß Holte-Stukenbrock, zu bleiben. In Kürze soll ein Gebäude in Stukenbrock angemietet werden, das ähnlich wie das Haus am Mozartweg eine Gemeinschaftsunterkunft mit mehreren Wohnungen wäre. Die Stadt stehe mit dem Eigentümer noch in Verhandlung, mehr teilte Kerstin Steinmeier dazu noch nicht mit. Zudem haben die Erdarbeiten für die Container am Siewekeweg begonnen. Die Containersiedlung ist die zweite Unterkunft am Siewekeweg, zwei weitere gibt es am Emsweg. Schwierig sei nach der Erfahrung des Flüchtlingsberaters Mustafa Haroglu die Betreuung der Kinder. Aktuell fehlen Betreuungsplätze für Kinder bis fünf Jahre. Das Problem betreffe aber nicht nur Asylbewerber. Kerstin Steinmeier konnte daraufhin bekanntgeben, dass die Arbeiterwohlfahrt, kurz AWO, die beantragte Landesförderung für drei Spielgruppen für Asylbewerberkinder mit jeweils fünf Kindern erhält. Es fehlen noch die geeigneten Räume. Bis die gefunden sind, stellt die AWO ihre Räume an der Holter Straße für die Betreuung zur Verfügung. Das bestätigte Jochen Gürtler in der Ausschusssitzung. Er ist nicht nur Ausschussvorsitzender, sondern auch Vorsitzender der AWO Schloß Holte-Stukenbrock. Schwierig sei auch, den älteren Kindern Schulunterricht zu ermöglichen, sagte Haroglu. Generell gelte für Kinder von Asylbewerbern die Schulpflicht, 26 schulpflichtige Kinder von Asylbewerbern leben in der Stadt. Bislang hat mit der Lisa-Tetzner-Schule nur eine weiterführende Schule Flüchtlingskinder aufgenommen, jetzt stößt sie an ihre Grenzen. Zudem läuft die Schule bekanntlich aus, die Jahrgangsstufen 5 und 6 gibt es nicht. Kinder dieses Alters müssten am Gymnasium oder an der Gesamtschule unterrichtet werden. "Sechs Kinder müssen auf eine weiterführende Schule", sagt Haroglu und deutet Schwierigkeiten bei der Aufnahme an. "Ich hoffe, dass das Schulamt ein Machtwort spricht und die Kinder zuteilt." Zuständig ist das Kreisschulamt. "Schulen dürfen nicht die Aufnahme verweigern", teilt die Pressestelle des Kreises mit. "Es sei denn, alle Klassen sind voll." Und: "Jedes Kind wird einen Platz bekommen." Eine Verweigerung der Aufnahme ist dem Schulamt nicht bekannt.

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