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Blick durch die Tür: Auf ein paar Quadratmetern werden bis zu sechs Menschen leben. Jeder hat einen Spind. Die Trennwände reichen nicht bis zur Decke und die Außenhaut des Zeltes ist noch nicht isoliert. Arndt Bauer (Foto) von der Bezirksregierung Detmold sagt, dass die Zusammenarbeit aller Beteiligten immer besser funktioniere. - © Sigurd Gringel
Blick durch die Tür: Auf ein paar Quadratmetern werden bis zu sechs Menschen leben. Jeder hat einen Spind. Die Trennwände reichen nicht bis zur Decke und die Außenhaut des Zeltes ist noch nicht isoliert. Arndt Bauer (Foto) von der Bezirksregierung Detmold sagt, dass die Zusammenarbeit aller Beteiligten immer besser funktioniere. | © Sigurd Gringel

Schloß Holte-Stukenbrock Wie für die Flüchtlinge in der Zeltstadt richtig gespendet werden kann

In Stukenbrock-Senne können Bürger an drei Stellen Sachspenden abgeben

Sigurd Gringel
29.09.2015 | Stand 29.09.2015, 10:34 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Die Spendenbereitschaft der Menschen in Schloß Holte-Stukenbrock ist weiterhin hoch. Doch für Bürger, die den Flüchtlingen Kleidung oder Spielsachen spenden wollen, ist die Situation in Stukenbrock-Senne mitunter unübersichtlich. Mit den Maltersern in der Polizeischule, European Homecare in der Zeltstadt und der hiesigen Flüchtlingshilfe nehmen gleich drei Institutionen nebeneinander Sachspenden entgegen. Nicht jeder kann ständig etwas gebrauchen. Die Flüchtlingsinitiative sammelt für die sogenannten regulären Asylbewerber, also die 280 Menschen am Emsweg, die bereits einen Antrag auf Asyl gestellt haben und der Stadt zugewiesen sind. Deren Kinder gehen auch hier zur Schule. Für sie nimmt die Flüchtlingsinitiative Sachspenden in der ehemaligen Forellschule neben dem Kindergarten St. Achatius am Lippstädter Weg entgegen.Gesucht: Winterkleidung für Männer in Größen S und M "Unser Lager ist voll, wir kommen mit dem Sortieren nicht nach", sagt Giesela Hörster, obwohl ihr Team täglich stundenlang Kleidung faltet. Sie bittet deswegen darum, in dieser Woche keine Kleiderspenden zu bringen. Davon ausgenommen ist Herbst- und Winterbekleidung für Männer in den Größen S und M und Herrenschuhe (39 - 43). Diese Sachen können am Mittwoch zwischen 13 und 17 Uhr gebracht werden, andere müssen die Helfer abweisen. Bisher konnten auch Spenden an der Polizeischule abgegeben werden. Doch die Malteser, die für die etwa 500 Flüchtlinge dort zuständig sind, bitten, die Spenden zur Notunterkunft nach Staumühle zu bringen. Die Unterkunft Staumühle an der Industriestraße betreiben die Malteser ebenfalls, und dort haben sie ein großes Lager zur Verfügung. "Wir können keine doppelten Strukturen aufbauen", sagt ein Sprecher der Malteser. Annahme ist dort montags und mittwochs, 14 bis 18 Uhr.) Die Zeltstadt am Emsweg besitzt jetzt eine Kleiderkammer. Einrichtungsleiter Stefan Piotrowski von European Homecare sagt: "Wir nehmen alles." Er bittet darum, die Kleidung zu sortieren und keine Geldscheine in die Taschen zu stecken. Spender müssen sich zunächst beim Sicherheitsdienst melden. Im Moment sind in der Zeltstadt 247 Menschen untergebracht, ein Drittel sind Kinder. Die meisten Menschen stammen aus den Kriegsgebieten Syrien und Irak. Nur Schotter und Asphalt Bis die Zeltstadt tatsächlich 1.000 Flüchtlinge unterbringen kann, dauert es noch. Am Montag kamen die letzten Betten mit einem Lkw aus Bulgarien. „Betten, Matratzen, Container – das ist alles schwer zu bekommen“, sagt Arndt Bauer von der Bezirksregierung Detmold. Nach und nach werden in den Zelten kleine Parzellen für ein bisschen Privatsphäre eingerichtet. Bislang können 250 Menschen dort leben. Den Wänden fehlt noch die Winterdämmung, mit den Öl-Generatoren sollen die Zelte auf 18 Grad Celsius geheizt werden können. Bauer: „Wir schaffen aber auch 20.“ Wie stabil die Zelte bei Schneefall sein werden, vermag er nicht einzuschätzen. „Bei Regen mache ich mir keine Sorgen.“ Auch freies W-LAN und der Kiosk sind noch im Aufbau. Die Flüchtlinge können nicht in eine Erstaufnahme gebracht werden, weil die dafür notwendige Tuberkuloseuntersuchung nicht komplett durchgeführt werden kann. Ein Blut- und ein Hauttest ist möglich, Röntgen aber noch nicht. Vielleicht am Ende der Woche. Zudem hofft Bauer, dass etwas Grün gepflanzt wird, im Moment dominiert Schotter und Asphalt.

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