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Werner Busch | © Manuela Fortmeier

Schloß Holte-Stukenbrock Vater der Dokumentationsstätte Stalag 326 wird 90 Jahre alt

Besondere Aufbauhilfe: Ein Mann mit Rückgrat, Visionen und der Taten blickt auf bewegende Jahre zurück

Manuela Fortmeier

Schloß Holte-Stukenbrock. Würde man alles aufzählen wollen, was Werner Busch in seinem Leben erreicht hat und wofür es sich lohnt, ihm Dank zu zollen. Seine Biografie würde ein ganzes, sehr bewegendes und hochinteressantes Buch füllen. Am heutigen Tag feiert Werner Busch, Gründer der Dokumentationsstätte Stalag 326 in Stukenbrock Senne und der Arbeiterwohlfahrt in Schloß Holte-Stukenbrock seinen 90. Geburtstag. Bereits im Jahr 2006 wurde der Jubilar für dieses, aber auch für weiteres Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Überhaupt war und ist Werner Busch ein Mann, der genau hinschaut. Ein Mann der Visionen und Taten, der sich konsequent für seine Ziele und für seine Mitmenschen eingesetzt und teilweise hart und sehr diszipliniert gekämpft hat. Geboren wurde er am 28. September 1925 in Wuppertal. 1948 ging Busch nach der Entlassung aus der englischen Gefangenschaft nach Kiel, nahm eine Stelle als Altlehrling zum Maschinenbauer an, bildete sich jedoch auch im kaufmännischen Bereich stets weiter. Das führte dazu, dass Busch eine Stelle in der Spiegelfabrik Flabeg in Düsseldorf annahm, die ihre Hauptstelle später nach Schloß Holte-Stukenbrock verlegte. Dort war er maßgeblich am Aufbau der Datenverarbeitung beteiligt, kümmerte sich zusätzlich um die Mitarbeiter. Nachdem die Firma geschlossen wurde, wechselte er zum AWO-Kreisverband Bielefeld als Innenrevisor. In dieser Zeit war Busch auch SPD-Ratsmitglied mit Schwerpunkt Jugend, Familie und Soziales. "Flüchtlingsarbeit war auch damals schon ein sehr großes Thema", erinnert sich der Senior. Außerdem leistete er über gut fünf Jahre Aufbauhilfe in Ostritz. "Eine harte, aber schöne Zeit", sagt Busch heute. In den Jahren 1992/1993 gründete er die Dokumentationsstätte, nahm dafür sehr viele Hürden und Rückschläge in Kauf. Nur eines hat er nie: aufgegeben. Die Zeit des Aufbaus der Dokumentationsstätte sei sehr zeitintensiv gewesen, wurde sie anfangs noch nicht öffentlich bezuschusst. In Erinnerung geblieben sind aber die damit verbundenen, vielen und schönen emotionalen Momente, entstanden durch Begegnungen mit Angehörigen, auch in Weißrussland, in der Ukraine und in Moskau. Heute ist es dem Senior wichtig, dass es weitergeht. Deshalb stimmt es ihn glücklich, dass sich Oliver Nickel in jungen Jahren im Jahr 2008 bereit erklärte, in seine Fußstapfen zu treten und den Vorsitz des Fördervereins der Dokumentationsstätte übernommen hatte. "Es war schwer, diese Arbeit loszulassen", damit aufzuhören und eins ist für Busch ganz sicher: "Ich würde alles genau so wie ich es getan habe, immer wieder tun". Die Frage, welchen Rat er geben könne, um dieses Alter zu erreichen, beantwortet Busch so: "Positiv denken, konsequent sein, so oft wie möglich das tun, was man sich vorstellt und wünscht, und vor allen Dingen: sich nicht verbiegen lassen und sich selbst treu bleiben."

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