Gejagt und bedroht: Steven Preen, der den Andreij spielt, liegt am Boden und muss sich der Angriffe der Jugendlichen der "Angeberclique" erwehren. Cem Lowat (Zayn) drückt ihn zu Boden, Lucy (gespielt von Antoinette Kramer mit weißem Shirt und Kappe) will helfen, die anderen halten sie zurück. - © Karin Prignitz
Gejagt und bedroht: Steven Preen, der den Andreij spielt, liegt am Boden und muss sich der Angriffe der Jugendlichen der "Angeberclique" erwehren. Cem Lowat (Zayn) drückt ihn zu Boden, Lucy (gespielt von Antoinette Kramer mit weißem Shirt und Kappe) will helfen, die anderen halten sie zurück. | © Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock 3-Schulen-Theater zeigt Anti-Mobbing-Stück

Noch zwei Aufführungen

Karin Prignitz

Schloß Holte-Stukenbrock. "Die Tage danach", so heißt das aktuelle Stück des "3-Schulen-Theaters" (3ST), das am kommenden Montag, 14. September, um 10 und um 14 Uhr für Schulklassen aber auch alle anderen Interessierten in der Aula der Realschule aufgeführt wird. Eine umjubelte Premiere hatte die Geschichte um Außenseiter Andreij bereits im Juni gefeiert. Auf vielfachen Wunsch haben die Akteure von Haupt- und Realschule sowie des Gymnasiums und die Theaterpädagogen Daniel Scholz und Canip Gündogdu das Stück nun noch einmal aufleben lassen. Gut 50 Besucher nutzten bereits am Mittwochabend die Chance, dabei zu sein, und wieder einmal übertraf sich das Ensemble der jugendlichen Darsteller selbst. Glaubhaft stellte die "Angeberclique" dar, wie sie Andreij (Steven Preen), der mit seinen uncoolen Klamotten und seiner uncoolen Art so anders zu sein scheint, durch die Gegend jagen, verhöhnen, bedrohen und verspotten. Andreijs einziger Rückzugsort ist ein alter Schuppen. Zwischen vergammelten Paletten und Drahtgittern bewahrt er seine beiden Schätze auf: das eigene Tagebuch und einen achtseitigen Brief des sowjetischen Kriegsgefangenen Igor. In diesem Brief berichtet Igor von den Geschehnissen im Kriegsgefangenenlager Stalag 326. Als er eines Tages zusammen mit Lucy (Antoinette Kramer), einem Mädchen aus der Clique, von den anderen Jugendlichen im Schuppen eingesperrt und mehrere Tage nicht freigelassen wird, beginnen sich Vergangenheit und Gegenwart intensiv zu verbinden. Über allen dramatischen und berührenden Geschehnissen wachen vier seltsam-schräge Erzählfiguren, die unbeirrt ihre scheinbar wirren Fäden weben. Schamlos greifen sie in die Geschichte ein, kommentieren, diskutieren und erweitern. "Ich habe selten ein so rundes Stück gesehen", sagt Besucherin Karin Sporer. Die Verquickung der verschiedenen Zeitebenen gepaart mit der schauspielerischen Leistung seien beeindruckend gewesen. "Die Darsteller haben toll gesprochen", und sie hätten die Gruppe typischer Jugendlicher, die am Ende ihren Beitrag zum Frieden leistet, sensationell verkörpert. Jugendliche an dieses komplexe Thema heranzuführen, "das ist eine große Leistung", meint auch Elisabeth Meier, die sich ebenfalls von Gütersloh aus auf den Weg gemacht hat. "Das spricht für die Kompetenz der Theaterpädagogen." Absolut engagiert und fesselnd, so hat die 65-Jährige das Stück empfunden. Ein anderer Besucher, der Vater einer der Darsteller ist, hat das Stück "dreieinhalb Mal gesehen, und es ist immer wieder ergreifend". Die weiteren Mitwirkenden: Michelle Dopheide, Lea Völkel, Sara Lütkepicht, Maria Diener, Julian Muth, Leon Frey, Cem Lowat, Lea Rusack, Jessica Haasch, Tanja Fulland und Maya Oevermann. Nach den Herbstferien soll mit einer neuen Gruppe gestartet und für ein neues Stück geprobt werden. Aufgeführt werden soll es voraussichtlich im Juni des nächsten Jahres.

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