Serengeti Festival 2015: Links neben dem Festivalgelände zelten die Campinggäste. Dicht an dicht stehen ihre Zelte, am Waldrand bleiben noch einige Plätze frei. Die Bühnen stehen sich erstmals gegenüber. Das Foto ist am Samstagvormittag entstanden, aufgenommen aus einem Tragschrauber. - © Edwin Dodd
Serengeti Festival 2015: Links neben dem Festivalgelände zelten die Campinggäste. Dicht an dicht stehen ihre Zelte, am Waldrand bleiben noch einige Plätze frei. Die Bühnen stehen sich erstmals gegenüber. Das Foto ist am Samstagvormittag entstanden, aufgenommen aus einem Tragschrauber. | © Edwin Dodd

Schloß Holte-Stukenbrock Die Ohrenstöpsel blieben meist zu Hause

Die eigenen ganz besonderen Serengeti-Momente: NW-Berichterstatter blicken zurück

Schloß Holte-Stukenbrock. Für Serengeti-Macher Walent Cerkez steht die Entscheidung fest. Mit ihm wird es kein weiteres Serengeti-Festival geben. Die Redaktion dieser Zeitung hat in den vergangenen neun Jahren die Entwicklung des Festivals intensiv verfolgt und darüber berichtet. Sie ist der Meinung, dass Cerkez – auch für die Stadt – Außergewöhnliches auf die Beine gestellt hat und nimmt Cerkez’ Abschied zum Anlass, aus ihrer Sicht auf insgesamt zehn Serengeti-Festivals zu blicken.

Sigurd Gringel:

„Das Erste war auch mein Erstes. Damals noch privat. Auf Dog Eat Dog habe ich mich gefreut, doch die Band hatte ihr Saxophon 2006 schon eingemottet und machte einen auf Punk. Ich erinnere mich, wie Sänger John Connor mit Mikro in der Hand und im Fieldjacket lange vor dem Auftritt durch die Zuschauermenge lief und sang, vor ihm rückwärts laufend ein Kameramann. Offenbar nahmen sie Videosequenzen auf. Beim Auftritt stand ich in der ersten Reihe, neben mir hysterische Mädchen. John Connor kam nach vorn und klatschte ab. Ich hielt meine Hand hin, kam aber nicht dazu, mich über das fehlende Saxophon zu beschweren. Die hysterischen Mädchen hielten ihre Hände vors Gesicht und riefen: „Der kommt echt hierhin!“ Da war er schon wieder weg.

Sabine Kubendorff:

Fotostrecke

Meinen jetzigen Kollegen Sigurd Gringel hätte ich schon damals beim ersten Festival treffen können, da war ich nämlich Berichterstatterin. Heute macht er den Job. Er wurde gleich nach dem Eintritt in die Redaktion vor drei Jahren zum Festivalbeauftragten ernannt – schließlich hat er (halb-)lange Haare. Für mich als brave Beamtentochter bedeutete das Festival eine völlig neue Welt, die mir schon ein bisschen unheimlich war. All diese langhaarigen, tätowierten Menschen, die sich gerne gegenseitig schubsen und dann auch im Dreck wälzen. Puh. Die auf das Geschrei und Gitarrengedröhne von der Bühne da oben stehen. Mannomann. Und dann stellte ich fest, dass diese so furchterregenden Typen eigentlich total lieb sind und einfach nur Spass inne Backen haben wollen. Auch eine brave Beamtentochter kann noch dazulernen. Aber zu laut ist es mir bis heute auf dem Festival. Trotz Ohrenstöpseln. Die ich übrigens Jahr für Jahr für die Kollegen gekauft habe – und die sie dann nur selten benutzt haben. Sie finden’s halt schön, wenn’s laut ist.

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