Serengeti Festival - © Sarah Jonek
Serengeti Festival | © Sarah Jonek

Schloß Holte-Stukenbrock Serengeti-Festival wird zur Feuchtsavanne

Fans feiern das letzte Festival auch bei Regen / H-Blockx danken Walent Cerkez

Schloß Holte-Stukenbrock. Die Fans flippen aus, die Bands sind begeistert. Beim letzten Serengeti-Festival scheinen sie das Letzte aus sich herausholen zu wollen. Bei all der Begeisterung steht der Entschluss für Serengetimacher Walent Cerkez fest. Er steigt aus. Aber er lässt eine winzige Hoffnung auf eine Fortführung des Festivals. Drei Bands sind mit dem Festival verbunden wir keine andere: die Monsters of Liedermaching, Skindred und H-Blockx. Alle drei durften bei der letzten Ausgabe nicht fehlen, sie spielten sogar am selben Tag. Am Freitag ließen sich die Fans nicht von dem verspäteten Beginn abschrecken. Die ersten beiden Bands konnten wegen einer Unwetterwarnung nicht auftreten, der gesamte Platz musste für eine Dreiviertelstunde evakuiert werden. Der straffe Zeitplan ließ eine Verzögerung des Programms nicht zu. Es schien aber, als wollten die Fans später umso mehr feiern. Bei den Mad Caddies war der Festivalplatz gut gefüllt. Höhepunkt am Freitag waren die Hip-Hopper von Trailerpark. Der Samstag begann dann mit einem 90-minütigen Frühschoppen der Monsters of Liedermaching (siehe nebenstehenden Artikel). Es folgte Gute-Laune-Ska mit Panteon Rococo. Eine mexikanische Band, die mit einer Coverversion von „Das Herz von St. Pauli“ – auf Deutsch – überraschte. Danach Punk von John Coffey und Rap von Red Gold Green, bis mit dem Heavy-Metal-Urgestein aus Brasilien „Sepultura“ der härteste Höhepunkt des Tages folgte. Diese Band wollten auch das Cateringteam um Dirk Hoffmann und die Organisatoren mit Henrik Wächter nicht verpassen. Sie gesellten sich zu den Besuchern vor die Bühne. Noch mehr Zuschauer machten sich aber erst für Madsen auf den Weg zum Gelände – und sie blieben, bis die H-Blockx als Nacht-Headliner mit ihrer Coverversion von „Ring of Fire“ die Livemusik beendeten. Dazwischen herrschte ausgelassene Stimmung bei Skindred, Fünf Sterne deluxe, Against Me! und noch einmal den Monsters of Liedermaching. Bei Madsen ließen sich die Fans das Crowdsurfing nicht nehmen. Dabei hievt ein Zuschauer einen anderen in die Höhe, der dann auf den Händen der anderen Zuschauer bis vor die Bühne getragen wird. Der Veranstalter hatte diese Festivaltradition aus Versicherungsgründen untersagt. „Das kannst Du gar nicht verhindern“, sagte ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes. Und verletzt wurde niemand. Wie in den vergangenen Jahren hielten sich die Einsätze der Sanitäter nach eigenen Angaben in Grenzen. 180 Hilfeleistungen an den ersten beiden Tagen. Dazu werden aber auch Tätigkeiten wie Pflasteraufkleben gezählt. Etwa zehnmal musste ein Festivalgast zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht werden. Typische Verletzungen sind Verstauchungen nach wildem Tanz. Der Band „Skindred“ einen Headlinerplatz zu geben erwies sich als die richtige Entscheidung. Sänger Benji hatte mit seiner Präsenz auf der Bühne das Publikum fest im Griff. Die Musiker verabschiedeten sich von den Fans mit Applaus und Verneigungen. Sie wissen die treuen Fans in der Region zu schätzen. Die beiden Rapper Tobi Tobsen und Das Bo von Fünf Sterne deluxe waren froh, dass sie es noch zum letzten Serengeti geschafft haben. Sie hatten ihre alten Hits im Gepäck und machten Furzgeräusche mit dem Mund – den Menschen gefiel es. Sie alle blieben, um sich auch die Show der H-Blockx anzusehen. Sänger Henning Wehland bedankte sich vor dem Publikum bei Organisator Walent Cerkez für zehn Jahre Serengeti. Viele Musiker und Helfer seien gerührt gewesen, schildert Cerkez die Stimmung. Er selbst hatte seine „Sentimentalitäten schon vorher“. Den Sonntag mit Bad Religion und The Offspring wollte er dann auch mal feiern. „Ich selbst führe das Festival nicht weiter“, sagte er und lässt einen Funken Hoffnung, dass es mit einem anderen Veranstalter doch weitergehen könnte.

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