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Serengeti-Festival am Freitag | © Sarah Jonek

Schloß Holte-Stukenbrock Serengeti-Festival rockt nach Gewitterpause weiter

Erinnerungen an das Festival 2006 werden wach

Schloß Holte-Stukenbrock. Das Serengeti-Festival endet wie es begann. Mit einer Unterbrechung wegen eines Unwetters – und anschließender Party. Den Festivalgästen scheint es egal zu sein, wenn sie nass sind. Hauptsache, sie können rocken. Die Musikfans haben auf diesen Moment gewartet. 17 Uhr, die erste Band „Apologies, I have none“ eröffnet auf der Hauptbühne das zehnte und letzte Serengeti-Festival. Doch stattdessen steht Henrik Wächter vom Veranstalter Vibra Agency auf der Bühne und sagt durch, dass die Auftritte der ersten beiden Bands ausfallen müssen. „Wir haben eine Unwetterwarnung und müssen den Platz komplett räumen.“ Der Wetterdienst hat einen Sturm mit der Stärke 9 bis 10 vorausgesagt. Der Regen wird stärker, die Menschen werden auf die Straße gebeten. Um 18 Uhr können die Tore hoffentlich wieder geöffnet werden, sagt Henrik Wächter. Der Sicherheitsdienst informiert, dass die Zuschauer im Auto oder in ihren Zelten warten sollen. Pech haben ein paar Gäste, die keins von beiden haben. Sie suchen unter den Bäumen am Mittweg oder am Eingang des Safariparks Schutz vor dem Regen. Dort steht auch Parkbetreiber Fritz Wurms mit Helfern bereit. Im Ernstfall, wenn auch der Campingplatz geräumt werden müsste, würde er seinen Park für die Menschen öffnen. So ist das im Notfallplan mit den Serengeti-Veranstaltern vereinbart, erklärt Serengeti-Aufbauer Udo Heeger. Ab Beaufort 8 (das steht für stürmischen Wind) muss das Gelände evakuiert, Schirme eingeklappt und alles, was nicht niet- und nagelfest ist, sicher verstaut werden. Mit einem Megaphon in der Hand geht er zügig zum Campingplatz, um auch dort alle Gäste zu informieren. Backstage harren Künstler und Organisatoren in den Containern aus, Anekdoten vom ersten Festival 2006 machen die Runde, sagt Heeger später. Vor dem Festivalgelände warten die Menschen darauf, dass es weitergeht. Die meisten haben schon einige Festivals hinter sich und lassen sich von einem Gewitter nicht beeindrucken – so lange es nicht direkt über ihnen vorbeizieht. Robert aus Marsberg hofft auf die Band „Massendefekt“, die um 18 Uhr spielen soll. Er überlegt kurz, ob er nach Hause fahren und am Samstag wiederkommen soll. Er entscheidet sich anders – und das ist die richtige Wahl. Vom Gelände dringen die ersten Gitarrenklänge nach außen. Die Band spielt sich ein. Um 17.38 Uhr öffnen kräftige Männer vom Sicherheitsdienst die Tore. Das Unwetter ist an SHS vorbeigezogen. „Massendefekt“, die Band mit dem Namen, dessen Bedeutung heute nicht eintritt, rockt pünktlich um 18 Uhr das Serengeti. Und Robert steht in der ersten Reihe. Der Regen hat aufgehört, durch den sandigen Senneboden sickert das Wasser schnell in den Untergrund. Es ist immer noch warm. Frauen tragen Hotpants. Der Platz füllt sich. Die kurze Unterbrechung hat niemandem etwas ausgemacht. Es herrscht Partystimmung.

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