0
Geduld ist gefragt: Weil es der Sicherheitsdienst mit der Kontrolle am Eingang sehr genau nimmt, müssen die ersten Zeltgäste warten. Es bildet sich eine Schlange über den Mittweg durch den Wald hindurch bis zum Parkplatz. - © Sigurd Gringel
Geduld ist gefragt: Weil es der Sicherheitsdienst mit der Kontrolle am Eingang sehr genau nimmt, müssen die ersten Zeltgäste warten. Es bildet sich eine Schlange über den Mittweg durch den Wald hindurch bis zum Parkplatz. | © Sigurd Gringel

Schloß Holte-Stukenbrock Camper ziehen aufs Serengeti-Gelände

Fans halten Pavillonverbot für übertrieben / Zeltplatz um ein Drittel kleiner

Sigurd Gringel
14.08.2015 | Stand 13.08.2015, 21:49 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Dem Serengeti-Festival ist deutlich anzusehen, dass die Organisatoren in diesem Jahr sparen wollen. Der Festivalplatz ist kleiner, kompakter. Und auch der Campingplatz ist deutlich geschrumpft. Die erste Zeltgäste müssen am Donnerstagnachmittag eine Portion Geduld mitbringen, um auf den Platz zu kommen. So richtig ärgern sie sich aber über etwas anderes. Einlass für die ersten Camper ist um 15 Uhr. Annika aus Münster ist zeitig angereist, um einen guten Zeltplatz zu bekommen. Also nicht unbedingt an den Toilettenhäuschen. Um 14.45 Uhr stellt sie sich in die Warteschlange. Doch das Ende reicht weit über den Mittweg bis in den Wald hinein. 90 Minuten später ist die Schlange sogar noch länger. Sie reicht nun bis zu den Parkplätzen. Die Kontrolle am Eingang dauert einfach zu lange. So lange, dass die Festivalleitung eingreift und dem Sicherheitspersonal die Anweisung gibt, nicht mehr jede einzelne Tasche zu kontrollieren. Der Sicherheitsdienst zieht alles aus dem Verkehr, was als Waffe verwendet werden könnte. Auch Glasflaschen und Pavillons. Am Donnerstag hatte die NW über das Pavillonverbot berichtet, und der Veranstalter hat es auf seiner Internetseite veröffentlicht. Der offizielle Grund ist, dass es bei Unwetter durch herumfliegende Stangen zu einer Gefährdung der Besucher kommen könnte. Aber es gibt auch eine weitere Erklärung. Nils und Kris sind aus Beelen im Kreis Warendorf mit Freunden angereist. Einen Pavillon haben sie mit, der liegt aber im Auto, weil sie von anderen Gästen schon gehört haben, dass der Sicherheitsdienst keinen Pavillon zulässt. Die Anweisung: Entweder zurück ins Auto damit, oder er wird einkassiert. "Ich will gar nicht wissen, wie viele bei dieser Hitze einen Sonnenstich kriegen oder umklappen", sagt Nils. Er ist verärgert. So ein Pavillon sei gerade für Gruppen attraktiv, weil er nicht nur Sonnenschutz, sondern auch Treffpunkt ist. Gegen die Sonne schützen sich die beiden Freunde nun mit breitkrempigen Sombreros, die sie sich schnell noch gekauft haben. Malte und Robert aus Steinfurt schließen sich der Kritik an. Malte sagt sogar, dass das Pavillonverbot unverantwortlich sei. "Wenn es am Samstag wirklich ein Unwetter gibt, kann man die Pavillons ja auch abbauen." Hüte haben auch sie mit. Gegen die Sonne schützen sie sich mehr schlecht als recht mit einem Anglerschirm. Gegen den hatte der Sicherheitsdienst keine Einwände. Fünf Leute, ein Schirm. Trotz Pavillonverbot wollen die Fans natürlich Festivalfeeling erleben. Leute treffen, lustig sein und viel gute Musik hören. Die Verlegung des Campingplatzes direkt an das Festivalgelände finden die meisten gut. Kurze Wege. Und der Veranstalter spart dabei. Allein durch die Verlegung des Zeltplatzes werden drei Kilometer weniger Zaun benötigt und weniger Personal. Für das von den Fans kritisierte Pavillonverbot gibt es offenbar noch einen anderen Grund - neben dem offiziellen Sicherheitsaspekt. Den bringt ausgerechnet die Einsatzleitung des Sicherheitsdienstes ins Spiel. Die Größe des Campingplatzes spielt anscheinend eine entscheidende Rolle. Statt 6.000 Menschen wie im vergangenen Jahr, als der Zeltplatz noch südlich des Safariparks lag, ist er jetzt nach Aussage des Sicherheitsdienstes nur noch für etwa 4.000 Gäste ausgelegt. 2014 waren mehr als 5.000 Camper vor Ort. Jetzt erwarten die Veranstalter anscheinend weniger Camper und wollen die auch noch platzsparend unterbringen. Der Sicherheitsdienst soll darauf achten, dass die Zelte nah beieinander stehen. "So ein Pavillon nimmt zu viel Platz ein", sagt die Einsatzleitung.

realisiert durch evolver group