0
Abendstimmung des vorherigen Jahres: Das Serengeti-Festival findet am Wochenende zum letzten Mal statt. - © Sarah Jonek
Abendstimmung des vorherigen Jahres: Das Serengeti-Festival findet am Wochenende zum letzten Mal statt. | © Sarah Jonek

Schloß Holte-Stukenbrock Serengeti: Worauf sich Festivalbesucher einrichten müssen

Kürzere Wege für Camper, zweite offene Bühne und Pavillon-Verbot

Sigurd Gringel
13.08.2015 | Stand 14.08.2015, 11:22 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Die ersten Zäune werden bereits aufgestellt, das letzte Serengeti-Festival nimmt Form an. Es wird aber anders aussehen, als die Festivals in den Vorjahren. Auf die Besucher kommen ein paar Änderungen zu. An der Anreise ändert sich nichts. Der Mittweg wird zur Einbahnstraße, die Zufahrt ist nur über die Straße "Am Furlbach" möglich. Der Parkplatz für Tages- und Zeltgäste befindet sich nördlich des Safariparks. Von dort geht es zu Fuß zum Gelände. In diesem Jahr müssen die Zeltgäste aber nicht mehr so weit laufen, denn der Campingplatz ist wieder direkt neben dem Festivalgelände - so wie bereits 2012. Die Fans äußern sich zu den Plänen positiv. In den vergangenen beiden Jahren befand sich der Campingplatz südlich des Safariparks, die Zeltgäste mussten etwa einen Kilometer Fußweg in Kauf nehmen. Im Festivaljargon: eine Dosenbierlänge. Die Verlegung hing damals mit der Übertragung des Festivals im Fernsehen zusammen. Die WDR-Kultsendung "Rockpalast" hatte viele Auftritte aufgezeichnet und auch als Livestream im Internet übertragen. Zwei Handkameras, drei Kameras vor der Bühne, eine ferngesteuerte Laufkamera hinter dem ersten Wellenbrecher und weitere ferngesteuerte Kameras am Technikturm und der Bühnendecke hatte das Rockpalastteam 2012 im Gepäck. Ein riesiger Tross reiste an. Mehr als 60 Mitarbeiter kümmerten sich um Kamera, Technik, Radio, Ausstattung, Licht und Redaktion. Hinter der Bühne standen Übertragungswagen für Ton und TV und Rüstwagen. Daneben ein Auto mit einer überdimensionalen Satellitenschüssel auf dem Dach, damit die Daten direkt an das Funkhaus in Köln gesendet werden konnten. Weil das Rockpalastteam so viel Platz benötigte wie der gesamte Backstagebereich zuvor, wurde die Bühne anders ausgerichtet und dahinter mehr Platz geschaffen. Die Camper mussten weichen. Serengeti-Macher Walent Cerkez bezeichnete die Anwesenheit des Rockpalastteams damals als Ritterschlag. Diesmal ist es nicht dabei, sondern hat sich für die Übertragung eines anderen Festivals entschieden. Und deshalb drehen die Organisatoren die Planungen wieder zurück. Der Backstagebereich wird kleiner, die Bühne um 90 Grad gedreht (mit dem Rücken zum Mittweg), der Campingplatz liegt wieder direkt neben dem Festivalgelände. Allerdings müssen die Zeltgäste in diesem Jahr auf die Aufstellung von Pavillons verzichten. Die Organisatoren verweisen auf ein "behördlich angeordnetes Sicherheitskonzept". Beim Festival "Rock am Ring" sind in diesem Jahr bei einem Unwetter mehr als 30 Menschen verletzt worden - auch, weil ganze Pavillons mit ihren Metallstangen aus der Verankerung gerissen wurden und umher flogen. "Das war 2012 auch beim Serengeti der Fall", erinnert sich Henrik Wächter vom Veranstalter "Vibra Agency". Er verweist auf das Glastonbury Festival in England mit mehr als 170.000 Besucher. "Da steht kein einziger Pavillon." Die Zeltbühne wird es nicht mehr geben, stattdessen eine zweite offene Bühne genau gegenüber von der Hauptbühne. Der Veranstalter begründet die Entscheidung damit, dass nur maximal 3.000 Menschen ins Zelt durften. Im vergangenen Jahr mussten Besucher draußen bleiben - zum Beispiel beim Auftritt von Moop Mama, die jetzt auch wieder dabei sind. "Acts wie Coheed and Cambria, Against Me!, Kyle Gass, oder Moop Mama sollen einfach alle sehen", teilt der Veranstalter mit. Als kleines Abschiedsgeschenk für die Fans wird es erstmals eine Festival-Zeitung geben, mit Insider-Informationen, Anekdoten, und einer Kolumne von H-Blockx-Sänger Henning Wehland.

realisiert durch evolver group